Hallo Sebastian
[es wird „langsam“ off topic
]
Aber doch nur sooooooooooooooo ein kleines bischen. 
Naja, wenn ein System nicht langzeitstabil ist, ist das für
mich ein Zeichen einer nicht hinreichend sauberen
Implementierung. Mal unterstellt, ein wöchentlicher Reboot ist
kein Designziel von Microsoft bleibt für mich ehrlich gesagt
nur der Schluß, die haben ihr System nicht so richtig im
Griff.
Im Prinzip hast Du Recht, nur kommt hier wieder die Frage: Wen pack ich an zwei gewissen Teilen, um die Instabilität in den Griff zu kriegen. Leider treffen bei uns immer wieder mehrere Systeme aufeinander, die jedes einzelne das System schon extrem fordern und zusammen wird es dann einfach umso schwerer. Und um da einen Riegel vorzuschieben haben wir uns für den wöchentlichen Reboot entschieden. Die Systeme könnten schon länger laufen, aber aufgrund der Speicherorganisation und anderer Probleme von Windows wird das Risiko dann auch höher und das wollen wir nicht eingehen.
Und? Wo liegt hier das Problem? Ich würde z.B. mal liebend
gerne ein Linuxsystem haben, daß automatisch von verschiedenen
Börsensystemen tausende Kurse pro sekunde ziehen und daraus
diverse Berechnungen durchführen muss, während parallel dazu
noch einige andere Applikationen laufen, die das System
ebenfalls stark auslasten. Bei vielen mit denen ich über das
Thema diskutier, kommt immer das Argument, daß bei ihnen der
Rechner doch so stabil läuft. Wie schon gesagt: Privat sehe
ich da absolut keine Probleme und habe selber zu Hause einen
Linuxserver laufen mit einer Uptime von ca. 2 Jahren, aber das
ist privat und er langweilt sich eher. 
Naja, meine privaten Rechner sind mitunter auch ausgelastet,
das liegt aber weniger daran, dass ich zu Hause wilde Dinge
mache als an der alten Hardware.
Aber die Tatsache, das Linux bei den Hochleistungsclustern das
führende Betriebssystem ist während Windows „unter ferner
liefen“ geführt wird, ist für mich ein Indiz, das Linux sich
auch ganz nett unter Last macht. Ich glaube kaum, dass die
Leute sich Hochleistungsrechner hinstellen, die sich dann
ohnehin nur langweilen.
Auf Serverbasis gebe ich Dir klar Recht, aber ich muss hier auf einer Workstation ein innerhalb der Handelszeiten stabiles System sicherstellen. Vielleicht sollte ich jedem Händler einen eigenen Server hinstellen?
)
Eine Serverarchitektur unterscheidet sich aber schon von einer „normalen“ Workstation und daher würde ich gerne den Vergleich auf einer Workstation machen, aber mangels alternativer Software geht das leider nicht. Obwohl wir in der alten Firma teilweise Entwicklern eine Linuxkiste hingestellt hatten und ein ganz eklatanter Geschwindigkeitsvorsprung zu messen war. Aber das waren Entwickler, die eh für eine unter Unix laufende Software entwickeln mußten und daher war die Verwendung von Linux als OS möglich und auch erfolgreich.
Nett ist auch die Fallstudie, wo sich Microsoft (sic!) über
die Probleme der Migration eines großen übernommenen
Freemailers von *nix auf Windows ausgelassen hat (es war in
dem Fall nicht Linux sondern FreeBSD, aber das dürfte IMHO im
Endeffekt wenig zur Sache tun). Das war ziemlich unangenehm
für Microsoft, als das unbeabsichtigt an die Öffentlichkeit
kam. (Ja, das ist schon ein paar Jahre her, vielleicht sind
die Professionellen Windows-Inkarnationen ja auch noch gereift
seitdem).
Das ist aber wieder die Serverseite. Hier gebe ich Dir bedingt Recht. Aber da viele Firmen nunmal unbedingt Exchange mit Blackberry Push Funktionalität oder Lotus Domino und einige Erweiterungen für Office benötigen wird es halt schwer überall auf Windows Server zu verzichten.
Ich persönlich denke, dass Microsoft mittelfristig untergeht.
Nicht morgen und auch nicht in 2 Jahren, aber wenn sie nicht
überraschend viel Geld für Lobbying und unfaire
Geschäftspraktiken locker machen können, sehe ich die in 10
Jahren leidlich marginalisiert. Okay, das ist meine ganz
persönliche Meinung, aber ich hätte nicht übel Lust, da eine
Wette draus zu bauen.
Da fällt mir ein Klassenkammerad aus meiner Schulzeit ein. Ich hatte seit 1979 mit Apple zu tun und er ist später mit C64 und Amiga unterwegs gewesen und irgendwann meinte er dann, daß Apple eh bald pleite wäre. Leider haben wir nicht gewettet, daß Commodore eher untergeht. 
Von der Tendenz her gebe ich Dir Recht. Zumal MS ja auf einem, sagen wir mal clever organisiertem Betriebssystem MS DOS aufgebaut wurde. Seitdem zieht sich diese clevere Organisation ja wie ein roter Faden durch die Geschichte von MS.
Aber 10 Jahre sind zu kurz gefasst, weil eben viele Businessapplikationen auf Windows basieren und solange keine größere Schwäche oder ein wesentlich niedrieger Marktanteil zu sehen ist, gibt es doch keinen Grund für die Firmen ihre aktuell laufenden Programme unter einem völlig anderen OS neu zu entwickeln.
Sobald sich solch ein Trend abzeichnet, benötigen die Entwickler aber sicherlich noch einige Zeit, bis sie Ihre Software portiert haben und solange wird MS sicherlich noch weiter existieren. In welcher Form, das sei mal dahin gestellt.
Wobei die Steuern bei vielen Banken so eine Sache sind, aber
das ist ein anderes Thema und hat mit Linux nichts zu tun. 
Naja, der Reboot des Bankenwesens verschlingt gerade gehörig
viel Steuern, auch da zweifele ich leider aber an einem
langfristigen Lerneffekt 
Reboot? Das sieht mir teilweise eher nach einer Neuformatierung aus. 
Oh doch… Der Lerneffekt ist ganz klar da. Problem: Bank ist in Schieflage. Lösung Staat springt ein. Lerneffekt: Wenn ich als Bank Mist baue, dann hilft mir der Staat. Also kann ich ja noch mehr Mist bauen.
))
Und vor allem sind die Boni der Bankmanager und -mitarbeiter wieder sicherer als unsere Rente.
Aber um es mit Wilhelm Busch zu sagen: Wehe Wehe wenn ich auf das Ende sehe… Für viele Banken gilt nämlich: Too big to bail…
viele Grüße
Robert