Programm zum Buchmanuskript schreiben - Word2000?

Hallo,

Ich möchte gerne ein Buch mit mehreren Kapiteln schreiben. Die Kapitel sollten automatisch numeriert werden und es sollte die Möglichkeit bestehen, noch später mehrere Kapitel einzufügen, so dass sich die Laufnummern entsprechend nach hinten verschieben. Ausserdem sollte das Format evt. bei einem Buch - Verlag in Druck gehen.Ist das mit Word2000 möglich, oder gibt es andere Programme die zum Buchschreiben Stand der Dinge sind??

Von Bekannten, die Ihre Doktorarbeiten auf MS Word geschrieben haben habe ich absolute Horrorgeschichten gehört (von wegen Fussnotenverlust, Seitenzahlverschiebung etc. ab einer gewissen Grösse des Dokumentes). Habt Ihr diesbezüglich Erfahrungen? Welche Alternativprogramme bieten sich an?

phil

hallo phil,

bisher habe ich für 5 dicke romane, zahlreiche kurzgeschichten und ungezählte andere texte einige tausend seiten - dabei nicht selten 900 und mehr seiten - mit word2000 getippt. was du gerne möchtest (durchnummerieren, inahltsverzeichnis usw…) kann word alles.
ich habe mir allerdings angewöhnt, für jedes kapitel eine eigene datei anzulegen und erst ganz zum schluß alles zusammen zu fügen. das ist zum einen eine sicherheitsmaßnahme, falls doch mal ein doc kaputt geht - zum anderen beschleunigt das das arbeiten beim korrigieren, formatieren usw. gewaltig.

gruß
ann

nachtrag
bei den verlagen gehört word zum standart.

a.

Hallo Phil!

LaTeX kann das auch - ist allerdings am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig… Aber wenn man’s einmal gepeilt hat isses ganz einfach und macht (fast) alles was man ihm sagt!

Grüße
Kari (bekennender LaTeX-Fan seit der Diplomarbeit…)

Word-Dateien für Datenübernahme
Hallo Phil,
da Autoren und Verlag meistens verschiedene Ansichten über das Buchlayout haben, brauchst du dir über dein Layout eigentlich keine Gedanken machen, wenn das Buch zu einem Verlag gehen soll. Word ist der Standard der Dinge, die Dateien können in ein Layoutprogramm einfließen (z.B. Quark oder Page-Maker) und dann bekommt dein Buch ein neues Gesicht (z.B. Standardschrift des Verlages). Also bitte keine Fest-Trennungen im Text vornehmen! Und Zeilenschaltungen wirklich nur am Absatz- oder Aufzählungsende!
Gruß von Fritz, der sich täglich mit Word-Dateien rumschlagen muß.

bei den verlagen gehört word zum standart.

a.

Wie funktioniert denn die Geschichte mit den nummerierten Kapiteln und Seiten genau ??

phil

Siehe Hilfe
Hallo Philipp,

nach dem Prinzip von Anna habe ich auch meine Diplomarbeit undso geschrieben. Der Trick ist am Ende, daß man ein sogenanntes Zentraldokument erstellt, in das alle einzelnen Filialdokumente einfügt („reingelinkt“) werden.

Das mit der Numerierung ist im Prinzip recht einfach, man muß es bloß sauber machen und ein bissl probieren.

Der Schlüssel zur Numerierung ist hier die Überschriften-Hierarchie. Der beste Weg ist dabei, daß man sich die benötigten Überschriften-Designs per Formatvorlagen selbst definiert und dann konsequent benutzt.

Diese Definitionen waren praktisch das erste, was ich gemacht hatte, also noch bevor ich mit dem Tippen des Inhalt begonnen hatte. Überlege Dir also, wieviele Überschriften-Ebenen Du brauchst und definiere diese unter Format/Formatvorlagen…. Da kann man nicht nur einstellen, wie die Schrift aussieht und die Zeilenabstände sind, sondern auch die Art der Numerierung festlegen.

Auch den Standard-Text sollte man sich definieren und ggf. die für Kopf- und Fußzeile (inkl. Rahmen undso).

Bei den Überschriften hat es sich bewährt, die Schrift farbig zu definieren, um einfach kontrollieren zu können, ob wirklich die richtige Definition verwendet wurde. Kann man ja später wieder zurücksetzen auf Schwarz.

Wichtig ist, daß man bei Extras/Autokorrektur… einstellt, daß Word NICHT automatisch Fomatvorlagen für Überschriften zuordnet. Dann kommt man nämlich in Teufels Küche.

Was war noch? … Mist, vergessen … Achso, in den Filialdokumenten beginnt die Überschriften-Numerierung natürlich immer bei 1. Im Zentraldokument wird dann jedoch alles am Stück durchnumeriert.

Wichtig ist auch noch, daß man die verwendeten Formatvorlagen zwischen allen Dokumenten synchronisiert. Dazu hatte ich ein „Mutter“-Dokument erstellt, das nur die Formatvorlagen enthielt (und wo ich sie auch geändert habe), und von den Filialdokumenten habe ich dann mittels Extras/Vorlagen und Add-Ins… auf dieses Dokument verwiesen.

Klingt jetzt sicher alles sehr kompliziert, und ist es anfangs vielleicht auch ein wenig, aber in Wirklichkeit ist nicht viel dran.

Genau diese Problematik ist übrigens in jedem besseren „Wie schreibe ich meine Diplomarbeit mit Word“-Buch beschrieben, habe ich mir sagen lassen.

Kristian

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Hallo Philipp,

die Wahl des Programms sollte sich danach richten, was in das Buch alles rein muss. Hast Du nur blanken Text, Tabellen und Bilder, bei denen es nicht um einen exakten und farbgetreuen Druck geht, kommst Du mit Word sehr weit. Habe selbst für diverse Freunde eine Menge umfangreiche Dissertationen (inkl. Fußnoten) nachbearbeitet und nie Probleme gehabt, wenn …

wenn, die Leute von Anfang an sauber mit Absatzformaten gearbeitet haben, sich wirklich mit den Funktionen von Wor auseinandergesetzt haben und nicht ständig versucht haben automatische Funktionen durch 1001 Trick und Kniff zu verarsch…

Genau hierin liegt nämlich die eigentliche Problematik bei den ganzen Hororgeschichten. Es ist Word zwar anzulasten, dass es instabil wird, wenn zuviel Blödsinn im Dokument getrieben worden ist, aber wenn man diesen Blödsinn erst gar nicht macht, hat man auch keinen Ärger. Also nicht wild drauflosschreiben und zigfach hin- und herformatieren, sondern sich zunächst einmal die nötigen Formatvorlagen erstellen und dann konsequent mit diesen Arbeiten. Eine Vorlage für jede Ebene der Gliederung nach Überschriften, eine Vorlage für die korrespondierenden Einträge im Inhaltsverzeichnis, eine Vorlage für Fußnoten, eine Vorlage für Bildunterschriften, etc. Und wenn man sich dann doch noch einmal umentscheidet, werden sofort die ursprünglichen Vorlagen geändert und keine neuen angelegt oder, noch schlimmer, manuelle Anpassungen bei jedem Einsatz vorgenommen. Also nicht nachträglich alle Überschriften manuell auf fett setzen, sondern die Vorlagen anpassen und den Überschriften neu zuweisen.

Wenn es aber ein eher naturwissenschaftliches Werk mit vielen Formeln, etc. werden sollte, dann würde ich mir mal LaTeX ansehen. Da ist dann zwar mehr Einarbeitung nötig als bei der Erweiterung der Word-Kenntnisse, dies macht sich dann aber sicher bezahlt.

Merke: Nur weil man mit Word Briefe schreiben kann, kann man noch lange keine Bücher damit schreiben! Also die eigenen Kenntnisse im Umgang mit dem Program kritisch bewerten und VOR Beginn der Arbeit auf den nötigen Stand bringen.

Gruß vom Wiz, der schon mal mehrere Tage an vollkommen verformatierten Worddokumenten gesessen hat, aber bislang noch in jedem Fall einen vernünftigen Output hinbekommen hat.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

besser hätte ich es nicht erklären können :smile:
danke :smile:

ann