Projektmanagement: Änderungen Managen

Hallo zusammen,

ich habe ein Thema zum Projektmanagement und war unsicher, wohin ich es posten soll. Da ich BWLer bin, ist es hier gelandet…

Und zwar arbeite ich seit ein paar Monaten in einer kleinen, aber wachsenden Firma, die projektorientiert technische Systeme in Schiffe einbaut. Jedes Schiff ist dabei ein Projekt fuer sich und umfasst bis zu 30 verschiedene Systeme mit jeweils bis 30 Komponenten, die miteinander integriert als Gesamtsystem verkauft werden. Die Endkunden haben dabei oft recht lebhafte Wuensche nach Aenderungen. Kurz vor knapp wollen Sie doch noch einen Monitor mehr, oder ein anderes Navigazionssystem, einfach weil sie’s irgendwo gesehen haben und das jetzt besser finden.

Solche Dinge (an denen man aufgrund der Branche nichts aendern kann!!) machen eine Organisation relativ schwierig. Diese Projektaenderungen muessen verwaltet und umgesetzt werden. Sie beziehen die komplette Firma mit ein, denn man braucht ja auch erstmal offiziellen einen Auftrag fuer die Durchfuehrung, muss neues Material einkaufen und verwalten, muss die technischen Plaene aendern, die Arbeit eintakten und das ganze in Rechnung stellen.

Meine Frage also an jemanden, der vielleicht diese Erfahrung teilt und weiter fortgeschritten ist als ich mit dem „Modifications Management“ im Projektmanagement: Wie lassen sich solche Aenderungen (die recht haeufig vorkommen und bei einer ganzen Reihe von Projekten) effizient und sicher beherrschen? Ich haette gern, dass sie keine Probleme, sonder eine ganz normale Sache werden. Dazu brauchen wir eine Systematik, die uns das erlaubt. Bis jetzt wird rumtelefoniert, von vorn nach hinten, es gibt keine richtige Dokumentation dazu und am Ende geht vielleicht auch die eine oder andere Anfrage verloren oder wird halt nicht berechnet… Chaos!

Wer kann mir entweder direkt Tipps fuer eine treffliche Organisation geben oder mir auch Quellen nennen, an denen man sich gezielt belesen kann? Themen sind auch Material-Einzeldisposition und z.B. die Bearbeitung dringender Material-Anforderungen von der Baustelle bei projektbezogener Material-Einzeldisposition.

Fuer Erfahrungen, Tips, Artikel, Hinweise aller Art bin ich sehr dankbar.

Gruss an alle Leser,
C.

Nur so am Rande…

Und zwar arbeite ich seit ein paar Monaten in einer kleinen, aber wachsenden Firma, die projektorientiert technische Systeme in Schiffe einbaut…

Jedes Schiff ist dabei ein Projekt fuer sich und umfasst bis zu 30 verschiedene Systeme mit jeweils bis 30 Komponenten, die miteinander integriert als Gesamtsystem verkauft werden. Die Endkunden haben dabei oft recht lebhafte Wuensche nach Aenderungen. Kurz vor knapp wollen Sie doch noch einen Monitor mehr, oder ein anderes Navigazionssystem, einfach weil sie’s irgendwo gesehen haben und das jetzt besser finden.

Individualprozesse ohne Wiederholung.
Das klingt ja fast so wie der Arbeitsalltag in der Informationstechnologie. ^^

Solche Dinge machen eine Organisation relativ schwierig.

Da diese Problematik für die IT eigentlich üblich ist, denke ich, dass Du ganz gut bedient sein kannst, wenn Du Dich mit IT Prozessmanagement auseinander setzt, denn Du wirst viele Parallelen erkennen.

Was man NICHT ändern kann: Daß jeder Auftrag anders ist.
Was man DOCH ändern kann: Wer wann wofür welche Verantwortung hat, wo welche Komponenten beschafft/gelagert werden, warum wodurch Fehlerquellen erscheinen usw usf.

Das Argument „Bei uns wird jeden Tag was Anderes gebaut“ ist für IT Qualitäts-/Prozessmanager alltäglich. Sie haben Antworten gefunden, u.a. V-Modell, SDLC, ITIL und IT Governance.
Die jetzt hier zu posten wäre viel zu aufwänding, aber bei der Recherche wird Dir sicherlich das eine oder andere unterkommen, was von Interesse sein könnte :wink:

Diese Projektaenderungen muessen verwaltet und umgesetzt werden.

Auch Alltag. Allerdings lassen sich die Organisation und Verwaltung standarisieren.

Meine Frage also an jemanden, der vielleicht diese Erfahrung teilt und weiter fortgeschritten ist als ich mit dem „Modifications Management“…

Da gibt es Change Management, die tatsächliche Änderung. Hierbei vor allem interessant ist die psychologische Komponente, denn jede noch so wichtige/richtige Änderung scheitert, wenn sich Beteiligte auf den Schlips getreten fühlen und sabotieren.
Das ist aber glaube ich nicht die Frage.

Ansonsten gibt es Prozess Governance. Hier könnte ich viel erzählen, aber generell sind Themen, die für Dich von Interesse sein könnten wohl mehr in Richtung Demand Management (Anforderungsmanagement/-steuerung), Lasten-/Pflichtenhefte, Revenue Assurance, Controlling und dergleichen.

Wie lassen sich solche Aenderungen (die recht haeufig vorkommen und bei einer ganzen Reihe von Projekten) effizient und sicher beherrschen?

Primär durch Standardisierung und Qualitätsmanagement. Würde ich behaupten, aber eventuell ist das nur meine Brille, denn damit verdiene ich meinen Lebensunterhalt ^^

Bis jetzt … keine richtige Dokumentation … die eine oder andere Anfrage verloren … nicht berechnet… Chaos!

Das geht auch nicht so einfach umzustellen. Ein guter Weg, den man bestreiten kann, ist hier die DIN EN ISO, allerdings nicht als Weg zum Zertifikat, sondern als „gelebter Prozess“!
Aus eigener Erfahrung: Wenn man das Ganze gut plant und kompetente Beratung nutzt, ist man in 3 Monaten schon ein ganzes Stück weiter :wink:

Wer kann mir entweder direkt Tipps fuer eine treffliche Organisation geben oder mir auch Quellen nennen, an denen man sich gezielt belesen kann?

Das würde dann bei W-W-W sehr schnell in den Rahmen von untersagten kommerziellen Hinweisen fallen, aber ich denke mit Google zu meinen Begriffen kommst Du schon einen Schritt weiter.

Hoffe, ein paar Anregungen gegeben zu haben.
Sonst einfach noch mal nachhaken, denn das Thema ist VIEL zu weit gefächert, um es mit ein paar Begriffen erschlagen zu können.

Gruß,
Michael