Hi, ich wollt mal fagen, ob ihr eventuell mir ein paar tips /ideen zum aktuellen bezug von Prometheus geben könntet…da sich ja meines Erachtens nach sich eine niedrig gestellterte Instanz sich gegen eine größere aufbirgt…wären meine ideen:
Vater-Sohn-Beziehung
seinem chef die Meinung sagen
Demonstrationen
was meint ihr dazu?
vielen dank…sigs
Tipp zur Fragestellung
Guten Morgen,
wenn Du Hilfe zu einem Text brauchst wäre es schon gut, den Text hier anzugeben oder zumindest einen Link zu dem Text - oder meinst Du, jeder kann den auswendig?
Und die Verbform „aufbirgt“ sagt mir appserluht nix.
Ja, so is das
Pit
Naja bin noch unerfahen 
Text hier anzugeben oder zumindest einen Link zu dem Text -
oder meinst Du, jeder kann den auswendig?
http://gutenberg.spiegel.de/goethe/gedichte/promethe…
„aufbirgt“
=sich gegeng etwas auftun
so ok?
Hallo, Sigs,
aber sicher ist aus dem Gedicht Auflehnung gegen die Götter zu erkennen:
„Ich kenne nichts Ärmeres
Unter der Sonn als euch Götter.“
oder
„Ich dich ehren? Wofür?
Hast du die Schmerzen gelindert
Je des Beladenen?
Hast du die Tränen gestillet
Je des Geängsteten?“
Aber es ist auch bittere Enttäuschung herauszulesen:
„Da ich ein Kind war,
Nicht wußte, wo aus, wo ein,
Kehrte mein verirrtes Aug
Zur Sonne, als wenn drüber wär
Ein Ohr zu hören meine Klage“
Und P. fühlt sich dem Gott ebenbürtig:
„Hat nicht mich zum Manne geschmiedet
Die allmächtige Zeit
Und das ewige Schicksal,
Meine Herren und deine?“
Zum Schluß braucht er weder Gott noch Herrn, er hat seine Bestimmung gefunden:
„Hier sitz ich, forme Menschen
Nach meinem Bilde,
Ein Geschlecht, das mir gleich sei,
Zu leiden, weinen,
Genießen und zu freuen sich,
Und dein nicht zu achten,
Wie ich.“
Grüße
Eckard
Hi—danke,
Würdest du mir mit deinem Bild vom Gedicht den von mir genannten aktuellen bezug zustimmen?
mfg sigs
Würdest du mir mit deinem Bild vom Gedicht den von mir
genannten aktuellen bezug zustimmen?
Aber ja, Sigs,
das Gedicht handelt vom Aufbegehren gegen jede Art von Obrigkeit, vom Aufmucken gegen (unlegitimierte) Authorität.
Es beginnt mit der Anklage: Als ich klein war und dich brauchte, wo warst Du da?
Fährt fort mit dem Hinterfragen der Autorität: woher nimmst Du Dir eigentlich das Recht, über mich zu urteilen?
und wendet sich schließlich von dieser (seiner Überzeugung nach angemaßten) Authorität ab, um einen eigenen Weg zu gehen.
Und da entstehen natürlich die Bilder vom Sohn, der mit seinem Vater hadert, von Studenten, die gegen den „Muff von tausend Jahren“ auf die Straße gehen, von Volksmassen, die skandieren „WIR sind das Volk!“
Gruß
Eckard
Danke, danke
hast mir sehr geholfen…dann hab ich die intention von goethe einigermaßen verstanden 
ich wünsch dir ein schönes wochenende
mfg sigs
Ihr seid auf dem falschen Dampfer
Hallo,
Eure Interpretationen sind ja ganz nett, gehen am Gedicht aber völlig vorbei (Vater/Sohn-Beziehung). Bedenkt die griechische Götter-Genealogie und Ihr kommt geradezu zum Gegenteil. Prometheus selbst gehört zur Götterwelt, sogar zur älteren. Daraus leite ich eine wie auch immer begründbare Arroganz gegenüber dem Emporkömmling Zeus ab. Alter Adel gegen Neureich!
Was haltet Ihr davon?
Andreas
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Ich hab gar keinen Dampferführerschein.
Hallo, Andreas,
Danke für Deinen Gedanken, der so abwegig natürlich nicht ist.
Prometheus, Titanensohn, sieht Zeus natürlich als Usurpator. Insofern ist das Vater/Sohn-Bild nicht ganz treffend, wenn man rein auf die Abstammung sieht.
Der Authoritätskampf jedoch findet zwischen Vätern und Söhnen, der etablierten Macht und der von ihr verdrängten Schicht statt. Und in Goethes Gedicht zeigt sich die immer wiederkehrende Geschichte, dass die gesellschaftliche Mittelschicht im Namen des Kampfes für die Freiheit (und welche hehren Ziele sonst noch herhalten können) sich mit der Unterschicht verbündet um die etablierte Macht zu stürzen und sich an deren Stelle zu setzen.
Nahezu alle Revolutionen der Geschichte wurden von der Mittelschicht angezettelt und geführt, die die Unterschicht für ihre Zwecke einspannte, nur um dann im Falle des Erfolges nach kurzer Zeit in die gleichen Verhaltensmuster ihrer Vorgänger zu verfallen.
Grüße
Eckard
Hallo,
Eure Interpretationen sind ja ganz nett, gehen am Gedicht aber
völlig vorbei (Vater/Sohn-Beziehung). Bedenkt die griechische
Götter-Genealogie und Ihr kommt geradezu zum Gegenteil.
Prometheus selbst gehört zur Götterwelt, sogar zur älteren.
Daraus leite ich eine wie auch immer begründbare Arroganz
gegenüber dem Emporkömmling Zeus ab. Alter Adel gegen
Neureich!
Dein Ansatz ist sicher interessant, aber wird meines Erachtens nicht im Gedicht belegt.
Ich hab nicht viel Zeit, deshalb nur stichwortartig (ich zitiere aus dem Kopf, damits schneller geht).
Vorbemerkung: Goethe schrieb das Gedicht in der Sturm&Drang-Periode (Auflehnung der Jugend gegen die alten Regeln), schon deshalb sehe ich die Interpretation so wie die anderen, nicht wie du.
- Zeus wird als Übervater/Gott dargestellt, er übt sich an Bergeshöhn, Prometheus verteidigt „Hütte und Herd“ gegen ihn --> einige Nummern kleiner
- Ich kenne nichts ärmeres unter der Sonn als euch Götter
–> Promotheus (obwohl, wie du sagst, selbst Göttergeschlecht) rechnet sich offensichtlich nicht dazu, er hat sich ja auch in der Sage demonstrativ mit den Menschen verbunden (er wäre also nicht mit dem Etablissement selbst gleichzusetzen, sondern eher, wenn überhaupt, mit dem "REvolutionär aus gutem Hause) - ihr nähret kümmerlich von Opersteuern und Gebetshauch eure Majestät
(etwas ,was er als Titan ja auch für sich reklamieren könnte, aber nicht tut) - … wären nicht Kinder und Bettler hoffnungsvolle Toren & nächste Zeile: als ich ein Kind noch war, nicht wusste, wo aus, wo ein, kehrte mein verirrtes Aug zur Sonne sich
–> er rechnet sich zu den Kindern, die Götter auf dem Thron halten - als ob drüber wär, ein Ohr zu hören meine Klage, ein Herz wie meins, sich des Verdammten zu erbarmen
–> als über den Göttern stehender hätte er nicht hinter den Wolken nach Höherem suchen müssen - ich dich ehren? … hast du nicht alles selbst vollendet, heiligglühend Herz und glühtest, jung und gut - Rettungsdank dem Schlafenden da droben?
–> Perspektive wieder eindeutig: Götter oben (im Himmel), er unten, von ihm wird Dank gegenüber den Göttern erwartet – in deiner Konstellation wird von den Alteingessessenen gegenüber den „Neureichen“ kein Dank etc. erwartet
Die Perspektive Prometheus’ ist durch das Gedicht eindeutig auf das des sich auflehnenden „Untergebenen“ festgelegt, seine Haltung ist die des Rebellen, der seine Arroganz auf seine eigenen Fähigkeiten gründet, nicht eine Arroganz, die ein „von oben herab“ impliziert.
Stell dir das Gedicht gesprochen vor — das geht im Tonfall von unten nach oben, das Anschreien gegen oben, da ist keinerlei herablassende Arroganz zu spüren.
Gruß
Elke