Promotion mit FH-Abschluss

vor Jahren hab ich mal gelesen, dass es möglich sei, mit Abschluss FH zu promovieren. Damals gings um FH Erfurt und Bremen. Gibt es hier einzelfall regelungen oder hat jemand Erfahrungen.

Gruß
Theo

Hallo Theo,

das hängt von der speziellen Promotionsordnung ab. Diese sollte online, beim jeweiligen Fachbereich der jeweiligen Uni einzusehen sein.

Z.b. an meiner Fakultät kann man als FH-Absolvent nur promovieren, wenn man ein „Einser-Diplom“ vorzuweisen hat, und noch bestimmte Scheine an der Uni nachträglich absolviert.

Einfach mal auf den Internetseiten der Unis stöbern!

MfG
Stephan

vor Jahren hab ich mal gelesen, dass es möglich sei, mit
Abschluss FH zu promovieren. Damals gings um FH Erfurt und
Bremen. Gibt es hier einzelfall regelungen oder hat jemand
Erfahrungen.

Mit der Promotion ist das so eine Sache. Sicher gibt es diverse „Ordnungen“ etc. Es zeigt sich aber in der Praxis, dass eine Doktorarbeit mit dem Doktorvater steht und fällt. Du musst also zunächst unbedingt einen Professor finden, der Dir eine solche Arbeit zutraut und Dir ein interessantes Thema bieten kann.

Prinzipiell steht dieser Weg (soweit ich weiss) auch Fachhochschülern offen, allerdings hapert es da meistens mit Bedingung eins: Die Professoren kennen Dich nicht und tun sich bei FH-Absolventen sehr sehr schwer, ihnen eine solche Arbeit zuzutrauen.

Wenn Du einen Professor von Deiner Eignung überzeugen kannst und er Dich zu 100% unterstützt, dann sollte eine Promotionsordnung keine Hürde sein. Es gilt ja an den Universitäten (mal von Fächern wie Medizin abgesehen, wo man die „Doktorarbeit“ hinterhergeworfen bekommt und deshalb als Fachfremder dort nicht rein kommt … sonst würden ja alle einen Dr. med. machen :smile: eine sehr weitgehende Freiheit bei Forschung und Lehre.

Am besten klappt das, wenn Du einen wissenschaftlichen Mitarbeiter gut kennst, der von Professor sehr geschätzt wird und der Dich nachdrücklich empfehlen kann. Wenn dann noch ein besonderer Engpass beim Doktorandennachwuchs besteht (das ist häufig in naturwissenschaftlichen Fachbereichen der Fall), sind Deine Chancen gar nicht so schlecht.

Gruß & viel Erfolg

Fritze

Die Professoren kennen Dich nicht und tun sich

bei FH-Absolventen sehr sehr schwer, ihnen eine solche Arbeit
zuzutrauen.

Ist das so zu verstehen, dass ein promovieren an der Fachhochschule ausgeschlossen ist ?

Wenn Du einen Professor von Deiner Eignung überzeugen kannst
und er Dich zu 100% unterstützt, dann sollte eine
Promotionsordnung keine Hürde sein. Es gilt ja an den
Universitäten (mal von Fächern wie Medizin abgesehen, wo man
die „Doktorarbeit“ hinterhergeworfen bekommt und deshalb als
Fachfremder dort nicht rein kommt … sonst würden ja alle
einen Dr. med. machen :smile: eine sehr weitgehende Freiheit bei
Forschung und Lehre.

Am besten klappt das, wenn Du einen wissenschaftlichen
Mitarbeiter gut kennst, der von Professor sehr geschätzt wird
und der Dich nachdrücklich empfehlen kann. Wenn dann noch ein
besonderer Engpass beim Doktorandennachwuchs besteht (das ist
häufig in naturwissenschaftlichen Fachbereichen der Fall),
sind Deine Chancen gar nicht so schlecht.

Eigentlich möchte ich uneigennützig für einen Kollegen fragen. Er verfügt über wirklich außergewöhnliche Fähigkeiten und trägt sich mit dem Gedanken im Anschluß noch ein Semester an der Uni dranzuhängen. Was nicht sein muss, muss nicht sein, daher habe ich gedacht ich frag hier mal,
in welche Richtung kann der Doktorand eigentlich gehen, wenn er aus der Informatik kommt ? Nur Mathematik ?

Gruß
Theo

Hallo,

Ist das so zu verstehen, dass ein promovieren an der
Fachhochschule ausgeschlossen ist ?

An der Fachhochschule selbst ja. Der Kollege muss sich schon einen Professor an einer Universität suchen.

Eigentlich möchte ich uneigennützig für einen Kollegen fragen.
Er verfügt über wirklich außergewöhnliche Fähigkeiten und
trägt sich mit dem Gedanken im Anschluß noch ein Semester an
der Uni dranzuhängen. Was nicht sein muss, muss nicht sein,
daher habe ich gedacht ich frag hier mal,
in welche Richtung kann der Doktorand eigentlich gehen, wenn
er aus der Informatik kommt ? Nur Mathematik ?

Zunächst einmal ist eine Promotion nicht sache von einem Semester, sondern einigen Jahren. Als Informatiker würde ich doch mal bei den Informatikern nachfragen. Wie kommst Du auf Mathematik? Dieser „Kollege“ sollte sich schon selbst bemühen, sonst wird das bestimmt nichts.

Gruß

Fritze

Hallo Theo,

grundsätzlich sind Absolventen einer FH m.W. nicht direkt zur Promotion berechtigt, da in der Regel der Nachweis „des wissenschaftlichen Arbeitens“ (was auch immer das denn ist) fehlt. Je nachdem, welchen Studiengang Dein Kumpel studiert hat, gibt es dennoch einige Möglichkeiten. Hier bei uns an der TU Braunschweig gibt es z.B. den sog. Zusatzstudiengang für FH-Absolventen im Maschinenbau und in der Elektrotechnik. Zugangsvoraussetzung ist mindestens ein Abschluß mit der Gesamtnote „gut“. Das Studium dauert vier Semester, danach erhält man dann das Universitäts-Diplom mit dem Recht zur Promotion.

Besonders qualifizierte, will sagen „sehr gute“ (Abschlußnote) FH-Absolventen haben nach der für MB und ET gültigen Promotionsordnung auch die Möglichkeit, direkt zu promovieren, müssen aber vorher etwa 30 SWS Vorlesungen hören und entsprechende Prüfungen absolvieren (sind wirklich nicht gerade die leichtesten Prüfungen, die da gefordert sind).

Wenn Du sagen würdest, was Dein Kumpel studiert hat, könnten wir vielleicht etwas konkreter helfen.

Bis denn dann,

Felix

Warum nicht?
Hi Theo,

promovieren mit FH-Studium ist kein Problem, wenn Deine FH Bachelor/Master-Studiengänge anbietet. Als „Master of XY Sciences“ kannst Du problemlos promovieren. Welche Zensur Du dabei haben musst weiss ich leider nicht mehr, ich habe irgendwas mit „2“ im Kopf.

Grüße,

Mohamed.

Hi Theo,

promovieren mit FH-Studium ist kein Problem, wenn Deine FH
Bachelor/Master-Studiengänge anbietet. Als „Master of XY
Sciences“ kannst Du problemlos promovieren. Welche Zensur Du
dabei haben musst weiss ich leider nicht mehr, ich habe
irgendwas mit „2“ im Kopf.

Meines Wissens ist die Zensur komplett egal, wenn man einen Professor findet, der einem eine Doktorarbeit geben möchte. In der Regel suchen die sich zwar nicht die kompletten Luschen raus, aber ich bleibe bei meiner Meinung, dass ein guter Kontakt zum Doktorvater das wichtigste Kriterium für den Beginn und den erfolgreichen Abschluss einer Doktorarbeit ist.

Gruß

Fritze

Hi!

Hier noch einmal von mir in kondensierter Form ein paar Antworten:

Deutsche Fachhochschulen verfügen nicht über das Promotionsrecht. Wer also seinen Dr. haben
will, der muss an eine Uni, TU oder TH gehen. Dieser Weg wird Fachhochschülern prinzipiell
geöffnet obwohl sie über keinen Abschluss verfügen der a priori als Promotionsbefähigung gilt. Seit
Mitte der 90er Jahre mussten die Promotionsordnungen der Unis eine Klausel enthalten die es
überdurchschnittlichen Fachhochschülern erlaubt zu promovieren. Allerdings handelt es sich bei
dieser Regelung um ein Feigenblatt, denn nur wenige hundert FH-Absolventen sind diesen Weg
bisher gegangen. Neben einem sehr guten FH-Diplom werden in der Regel von den jeweiligen
Unis Leistungsfeststellungsprüfungen vorgeschrieben die wiederum mit gut oder sehr gut bestanden
werden müssen. Ausserdem muss man einen Professor finden der einen an sein Institut holt. Und
hier gibt es leider noch grosse Vorbehalte gegen FH-Absolventen. Wenn Du keinen Prof. findest,
dann nützen die besten Noten nichts!
Wenn man das alles geschafft hat, muss man feststellen, dass man als FH-Absolvent auch noch
wesentlich schlechter bezahlt wird als die Kollegen. Während man als promovierender
Uniabsolvent mit BAT IIa nach Hause bekommt der FH-Doktorand nur BAT IV.
Der beste Weg ist meiner Ansicht nach, ein Aufbaustudium an einer Uni dranzuhängen. Da verliert
man nochmal 2 Jahre, aber anschließend ist man allen Ärger los.
Außerdem sieht man in dieser Zeit auch mal wie es an der Uni so zugeht.

Gruß
Tom