Hallo zusammen!
Njet. Ein weiteres Durchtretten (z.B. aus der 50-%-Stellung)
des Pedals erhöht das Drehmoment, also auch bei konstanter
Drehzahl die abgegebene Leistung.
Das Auto wird stärker beschleunigen.
Aber das ist ja gerade mein Problem. Angenommen, ich fahre am
Berg und ob ich nun das Pedal ganz oder halb durchdrücke, der
Motor „kann nicht mehr“ beschleunigen. Ändert dann die
Pedalstellung den Verbrauch ?
Das hört sich sehr nach Ottomotor und geringer Drehzahl an.
Sollte ich mit dieser Vermutung richtig liegen, kannst du davon ausgehen, dass beim vollständigen Durchtreten des Gaspedals tatsächlich kaum mehr Nutzleistung freigesetzt wird, der Verbrauch aber trotzdem deutlich ansteigt.
Zwar ist es grundsätzlich so, dass mit steigender Füllung (sprich: tiefer getretenem Gaspedal) der Wirkungsgrad im Ottomotor besser wird, aber gerade bei niedrigen Drehzahlen und hoher Füllung können sich die Verhältnisse schon mal umkehren.
Grund dafür ist die Klopfneigung des Kraftstoffes und die Gegenmaßnahmen der Motorsteuerung.
Das Motorklopfen tritt - wie schon angedeutet - bei niedrigen Drehzahlen, hohen Füllungsgraden und früher Zündung auf.
Da die klopfende Verbrennung schädlich für den Motor ist, versucht man diese möglichst zu vermeiden.
Nun ergibt sich aber das Problem, dass eine frühe Zündung des Benzin-Luft-Gemisches eine bessere Energieausbeute und damit höhere Leistung ermöglicht.
Um die beiden konkurrierenden Interessen (möglichst früh zünden um eine hohe Energieausbeute zu haben, aber so spät wie nötig zünden, damit keine Schäden am Motor entstehen) unter einen Hut zu bringen, wird die Zündung von der Motorsteuerung so eingestellt, dass der Motor immer ganz dicht an der Klopfgrenze arbeitet.
Nehmen wir uns jetzt mal dein Szenario vor: Du fährst in einem „dicken“ Gang mit niedriger Drehzahl den Berg rauf. Du musst dazu das Gaspedal schon mindestens zur Hälfte durchtreten. Der Motor wird also in einem Bereich betrieben, der eine klopfende Verbrennung relativ stark begünstigt. Die Motorsteuerung hat das aber alles noch gut im Griff.
Wenn du jetzt weiter Gas gibtst, erhöhst du damit den Füllungsgrad, was wegen der geringen Drehzahl zu deutlich verstärktem Motorklopfen führt. Die Motorsteuerung wird darauf erst deutlich später zünden, was zwar zur Beseitigung des Motorklopfens führt, aber auch deutliche Einbußen bei der Energieausbeute mit sich bringt.
Wenn du also merkst, dass bei niedrigen Drehzahlen ein deutlich tieferes Treten des Gaspedals keine nennenswerte Mehrleistung mit sich bringt, solltest du dich unter dem Aspekt des Benzinverbrauchs an deinem Berg entweder mit der etwas geringeren Beschleunigung bei weniger getretenem Gaspedal abfinden, oder halt in einem kleineren Gang bis zur gewünschten Geschwindigkeit beschleunigen und erst dann hochschalten.
Was du auch mal probieren kannst: Benzin mit einer höheren Oktanzahl tanken. Kraftstoffe mit höherer Oktanzahl haben im Ottomotor nämlich eine geringere Klopfneigung, so dass beim Vollgasgeben bei niedrigen Drehzahlen der Zündzeitpunkt weniger stark gegen „spät“ verstellt werden muss. Gegenüber dem sonst verwendeten niedrigoktanigem Benzin kann dann also früher gezündet werden, mit der Folge einer besseren Energieausnutzung.
Ich habe selber auf dem Weg zur Arbeit so einen Hügel, an dem ich „messen“ kann, ob ich Normal- oder Superbenzin im Tank habe.
Bei Normalbenzin kann ich im 5. Gang die Geschwindigkeit nur eben so halten, egal ob ich das Gaspedal zu drei vierteln oder ganz trete.
Bei Super oder Super plus kann man an dem Berg noch deutlich spürbar beschleunigen, wenn man das Pedal ganz durchtritt.
Gruß
Stefan