Prostituieren (wo wir schon bei Fremdwörtern sind)

Hi in die Runde,

ich streite mich mit einem Freund seit Jahren, weil ich ihm einmal unterstellt habe, er würde seine Lateinkenntnisse zu sehr prostituieren. Er ist heute noch der Überzeugung und wendet es alle 2 Sekunden gegen mich an, daß eine solche Konstruktion nicht möglich sei. M.E. wäre es aber doch logisch, da man auch sagen kann „ich prostituiere mich“ (das akzeptiert er auch). Also IST das Verb doch transitiv. Und dann muß es doch egal sein, WEN man prostituiert.

Oder?

Auf Beistand hoffend,

erik

Schon wieder beisteh :smile:
Hallo Eric
Du hast völlig recht.
es heißt „sich prostituieren“ - d.h. sich feilbieten, sich anbieten
Allerdings ist es wohl eher so, dass sich Dein Freund mit seinen Lateinkenntnissen nicht anbietet, sondern eher hervortut und das wäre „sich produzieren“, eine schon ziemlich abfällige Aussage. Er möchte sich mit etwas in Szene setzen, sich wichtig tun, der Wicht :smile:

Schönen Gruß
Eckard.

ich streite mich mit einem Freund seit Jahren, weil ich ihm
einmal unterstellt habe, er würde seine Lateinkenntnisse
zu sehr prostituieren.
Er ist heute noch der Überzeugung
und wendet es alle 2 Sekunden gegen mich an, daß eine solche
Konstruktion nicht möglich sei. M.E. wäre es aber doch
logisch, da man auch sagen kann „ich prostituiere mich“ (das
akzeptiert er auch). Also IST das Verb doch transitiv. Und
dann muß es doch egal sein, WEN man prostituiert.

Hi Erik,

da Du in diesem Zusammenhang sicherlich nicht „er würde seine Lateinkenntnisse in den Dienst eines niedrigen Zweckes stellen und dadurch herabwürdigen“ meinst (im Vergleich zu „ich prostituiere mich“), ist das so wirklich nicht ganz richtig.
Nimmt man den Ursprung pros|ti|tu|ie|ren [2: frz. se prostituer prostituiert sich mit seiner Länge in den Bekennersendungen des Fernsehens, ohne daß sich ein Rest von Indigniertheit in homöopathischer Verdünnung regte. (Quelle: Sueddeutsche Zeitung 1995) *lach*

Hi Mäckes,

eigentlich hatte ich es schon genau so gemeint:

„er würde seine
Lateinkenntnisse in den Dienst eines niedrigen Zweckes stellen
und dadurch herabwürdigen“

Nimmt man den Ursprung pros|ti|tu|ie|ren
[2: frz. se prostituer prostituiert sich mit seiner Länge
in den Bekennersendungen des Fernsehens, ohne daß sich ein
Rest von Indigniertheit in homöopathischer Verdünnung regte.
(Quelle: Sueddeutsche Zeitung 1995) *lach*

Cooles Zitat, aber da heißt es wieder: SICH prostituieren, nicht ETWAS prostituieren…

Aber danke für die Hilfe! Immerhin bin ich jetzt davon überzeugt, daß ich recht habe (auch wenn Du mich vom Gegenteil überzeugt hast!)

:wink:

ciao
erik

eigentlich hatte ich es schon genau so gemeint

Grüße Mc

Hallo Erik,

M.E. wäre es aber doch
logisch, da man auch sagen kann „ich prostituiere mich“ (das
akzeptiert er auch). Also IST das Verb doch transitiv. Und
dann muß es doch egal sein, WEN man prostituiert.

Oder?

Meinst du das im Ernst? Mal abgesehen davon, dass du wohl sagen wolltest „wer sich prostituiert“ und nicht „wen man prostitiuert“: Was ist das für ein Argument - warum soll das egal sein? Nehmen wir mal das schöne reflexive Verb „sich betrinken“. Müssen also, weil ich mich betrinken kann, auch ein Gummibaum, ein Fernseher oder gar meine nicht vorhandenen Lateinkenntnisse sich betrinken können?

Im Übrigen kann ich Eckard nur beipflichten, semantisch würde hier „sich produzieren“ viel besser passen als „sich prostituieren“.

Grüße
Susi