Hallo,
kann mir jemand erklären, wie sich ein Protein S-Mangel mit Faktor V auf eine Schwangerschaft auswirkt. Gefahren für Mutter? Für Kind?
Herzlichen Dank im Voraus
Grüßle loki
Hallo,
kann mir jemand erklären, wie sich ein Protein S-Mangel mit Faktor V auf eine Schwangerschaft auswirkt. Gefahren für Mutter? Für Kind?
Herzlichen Dank im Voraus
Grüßle loki
Kann mir jemand erklären, wie sich ein Protein S-Mangel mit
Faktor V auf eine Schwangerschaft auswirkt.
Biochemisch ist Protein S ein sogenannter Kofaktor des Protein C. Protein C wird gebraucht, um eine überschießende Gerinnung zu verhindern. Überschießende Gerinnung kann zu Venenthrombosen führen. Das sogenannte aktivierte Protein C hemmt die Gerinnungsfaktoren V und VIII. Wenn dem Protein C der Kofaktor Protein S fehlt, kann es schlechter wirken und das Auftreten einer Thrombose ist wahrscheinlicher.
Soweit in extremer Kürze der biologische Sachverhalt.
In der Schwangerschaft sind Thrombosen gefürchtete Ereignisse. Deshalb versucht man das Risiko niedrig zu halten. Ist eine frühere Thrombose bekannt oder tritt sie während der Schwangerschaft auf, führt man eine Prophylaxe mit Niedermolekularem Heparin durch.
Ist nichts bekannt, macht man nichts. Liegt ein Protein S Mangel vor, kommt es zunächst darauf an zu wissen, ob der funktionelle Mangel über oder unter 50% der Norm ist. Liegt er über 50% wird man wohl ebenfalls nichts machen. Liegt er darunter wird man eine enge medizinische Überwachung der Schwangerschaft vornehmen, um eventuelle Komplikationen schnell zu erkennen. Nach der Geburt wird man bei der Mutter noch einige Zeit Niedermolekulares Heparin verabreichen.
Protein S Mangel kann man als eine milde Form von der sog. Thrombophilie bezeichnen. Also keine Panik.
Bin übrigens kein Mediziner.
Udo Becker
Herzlichen Dank, Udo Becker, für die prompte Antwort. D. h. für das werdende Kind besteht soweit keine Gefahr?
Und wie sieht das mit weitervererben dieses Krankheitsbildes auf das Kind?
Was heißt „Niedermolekular“?
Meine Freundin hat ihre Krankheit nicht begriffen, daher möchte ich versuchen das Problem zu verstehen. Sie ist schon ein paar Jahre verheiratet und nun möchten die Zwei Kinder… daher meine Fragen.
Für eine weiter Antwort im voraus schon vielen Dank.
Gruß
loki
D. h. für das werdende Kind besteht soweit keine Gefahr?
Bei Protein S Aktivität von mehr als 50% und wenn keine familiäre Vorgeschichte von Thrombosen der Mutter bekannt sind nicht. Ansonsten wie gesagt, Maßnahmen siehe oben.
Und wie sieht das mit weitervererben dieses Krankheitsbildes
auf das Kind?
Nur bei sehr niedrigen Aktivitäten von Protein S kann man von Krankheitsbild sprechen. Ansonsten ist es ein schwacher Risikofaktor wie z.B. Cholesterin, Rauchen, Übergewicht und ähnliches.
Vererbung kann sein, mit einer Wahrscheinlichkeit von, sage mal salopp 25%, aber Deine Freundin hat doch bisher auch ganz gut gelebt, ohne etwas davon zu wissen ?
Was heißt „Niedermolekular“?
Das sind Heparine die man subcutan spritzen kann. Hochmolekulare Heparine wirken ähnlich gut, müssen aber intravenös verabreicht werden, was viel mehr Aufwand ist und sie haben in seltenen Fällen auch Nebenwirkungen.
Meine Freundin hat ihre Krankheit nicht begriffen.
Wahrscheinlich ist es wie gesagt, ein schwacher Risikofaktor, der nur erhöhte Aufmerksamkeit bei Schwangerschaft erfordert, keine Krankheit.
Udo Becker