Hallo!
In Deutschland ist es eben nicht populär, kleine Autos zu fahren.
Dieser Satz schreibt sich so einfach hin. Den muß man sich auf der Zunge zergehen lassen. Es ist eben nicht populär. Hm. Was heißt das? Ist er ein Totschlagargument, wenn er ausdrücken soll, daß man eben gegen die Benutzung großer Autos nichts machen kann oder gar darf?
Große Autos fahren gehört nicht zu den Menschenrechten.
Ich fürchte, Du bist anderer Meinung. Das klingt auch in anderer Leuts Positionen immer wieder an: Man darf doch dem Autofahrer nicht das Autofahren erschweren. z.B. durch den Benzinpreis (da wird sogar die DDR zum Vorbild, den Spritpreis vom Weltmarkt abzukoppeln), aber das betrifft ebenso Vorstellungen, daß auf Grünflächen verzichtet werden muß, damit genug Parkflächen geschaffen werden können.
Als Begründung dient, man brauche das Auto eben, weil man anders nicht auf Arbeit kommt oder der Einkauf so schwer ist. Das ist fadenscheinig: Wir selbst haben schließlich erst dafür gesorgt, daß ÖPNV abgebaut wird. Wenn sich jemand den Ast absägt, auf dem er sitzt, sollte er nicht darüber lamentieren, daß der Ast immer dünner wird. Und es waren von uns gewählte Regierungen, die die grüne Wiese für den „Groß-Milchmann“ freigegeben haben, so daß Geschäfte nebenan kaputt gegangen sind und man kilometerweit zum „Ultra-Giga-Center“ muß.
Wenn dann der Zahnarzt sagt, wir solln nicht mehr soviel Süßes essen, dann will er nicht unsere Freiheit einschränken. Dann sollten wir uns eben unter Umständen liebgewordene Gewohnheiten wieder abgewöhnen. Müssen wir natürlich nicht. Wer soll uns zwingen? Wenn mir Süßes nunmal schmeckt? 90% aller Bürger in Wohlstand nehmen Süßwaren zuliebe die Einschränkung von Lebensqualität in Kauf und haben Karies. Für den Extremfall gilt allerdings, was mal jemand sinngemäß so gesagt hat: Wenn der Mensch nicht in der Lage ist, im Einklang mit der Umwelt zu leben, dann ist er eben ein schlechtes Produkt der Evolution, dann wird er eben wieder von der Erde verschwinden.
Ganz so weit ist es hoffentlich noch nicht, aber längst wird in meinen Augen der Gewinn an Lebensqualität durch das Auto (man sitzt z.B. im Trocknen) durch eben das Auto wieder verspielt (Lärm und Verkehrstote).
Immer wieder wird ein Perpetuum mobile angenommen nach dem Prinzip: Je mehr Autos, desto mehr Wohlstand, weil wir mit den Autos zu unsrer Arbeit fahren können, mit der wir Autos herstellen und Geld für neue Autos verdienen, um Autos herzustellen, mit denen wir zur Arbeit fahren etc…
Vergessen wird bei diesen Vorstellungn die „Reibung“, also z.B. den Teil des erwirtschafteten Mehrprodukts, den nicht der Arbeitnehmer bekommt und eben die Nachteile, gesellschaftliche Kosten durch das Auto. Außerdem fließt bei diesem WirtschaftsModell putzigerweise ein Großteil des erarbeiteten Lohns (ich glaub sogar, der größte Einzelposten überhaupt!) in ein Auto, als Voraussetzung, um den Lohn erarbeiten zu können. Setzt man diesen Gedanken fort, könnte der Arbeiter vielleicht mit einer 25-h-Woche ohne Lohnausgleich auskommen, wäre er nicht auf den Erwerb eines Autos angewiesen. Andersrum: die vielbeschworen wichtigen Arbeitskräfte in der Autoindustrie sind hauptsächlich damit beschäftigt, Defizite unserer gesellschaftlichen Organisation auszugleichen: die unnötig verlängerten Wege. Laut Frederic Vester hat sich nämlich die Mobilität „der Deutschen“ in den letzten Jahrzehnten gar nicht vergrößert, sondern einzig die Entfernungen. Die Leute gehn nicht häufiger Einkaufen oder ins Kino, sie sind dorthin lediglich länger unterwegs.
versuchen, mit einem Twingo und 4 Personen 2-3 Wochen in den
Urlaub zu fahren… na, klingelt’s? Diese sogenannten
Sparautos sind nur als Zweitwagen zu gebrauchen.
Hier steckt ein Mißverständnis drin: mit Sparauto ist nicht ein kleines Auto gemeint, sondern eins, das erheblich weniger Sprit verbraucht. Das von Greenpeace vorgestellte Motorenkonzept ist ausdrücklich auch für große Autotypen geeignet!, die verbrauchen dann eben statt 12 l nur noch 5.
Zweiter Einwand: Im Prinzip ist es notwendig, sich das Auto für den größtmöglichen Einsatzzweck auszuwählen. Andererseits ist es aus betriebswirtschaftlicher Sicht ziemlicher Quatsch, das ganze Jahr täglich allein einen 2-Tonner zur Arbeit zu kutschieren, nur weil man 2mal im Jahr in den Urlaub fährt. Wenn man sich ernsthaft auch gegen seltene Ereignisse absichern will, müßte man konsequenterweise einen LKW besitzen, oder 
2004 will Opel einen Zaphira mit Wasserstoffagregat auf den
Markt bringen. Soll so viel kosten, wie jetzt ein Diesel mit
Automatik. Dann geht die Öl-Benzin Zeit hoffentlich langsam zu
Ende. Mit Öko Steuer ist’s dann wohl auch nix mehr, weil diese
Motoren nur Wasserdampf aussondern.
-) Dann kommen die Gummi-Abriebsteuer und die Lärmsteuer, ach und die Hochwassersteuer (weil doch das Auto der Versiegelung Vorschub leistet, die wiederum zu Hochwassern führt)
Tschuess, Sven.