Prozac / Fluxet

Hallo,

gestern war ich mit folgenden „Problemen“ bei meinem Hausarzt (Allgemeinmediziner, bei dem ich seit 12 Jahren bin :

  • seit 4 Tagen habe ich schleimigen Stuhlgang
  • mir ist ständig übel ohne dass ich mich übergeben muss
  • habe stechende Schmerzen im linken Oberbauch (direkt unterhalb der Rippen, zur Bauchmitte und zur Taille hin ziehend)
  • wenn ich Abends im Bett liege habe ich das Gefühl mein Körper
    „vibriert“ innerlich
  • habe das Gefühl, dass irgendwas mit meinem Körper nicht stimmt

Vorerkrankungen gibt es keine, bin normalgewichtig, rauche ca. 20 Zigaretten pro Tag und trinke (Konsum inzwischen eingeschränkt)etwa 10 Tassen Kaffee. 2-4 mal wöchentlich Fitness, so gut wie kein Alkohol (max. 3 Alster im Monat),keine Medikamente, Ernährung fettarm, wenig Zucker, viele Vollkornprodukte, Obst, Salat.

Psychische Belastung wohl etwas über „Norm“, Vater im Nov. 09 gestorben, Arbeitgeber Insolvenzgefahr, Alleinerziehend, Fernbeziehung. Habe aber nicht das Gefühl von Überbelastung und bin ein optimistischer, temperamentvoller, lebenslustiger Mensch.

Mein Hausarzt untersuchte mich, drückte und tastete meinen Bauch ab, hörte Herz und Lunge ab, hob und knickte im Liegen meine Beine, drückte sie an den Körper, machte eine Blutdruckmessung (120/90). Ich hatte das Gefühl, er stellt mich „auf den Kopf“. Dann fragte er nach psychischen Belastungen, die ich ihm wie o.g. nannte, er war verwundert über meine „Ausstrahlung“, fragte wie ich damit klarkomme, ich komme sehr gut damit klar, da ich gute Freunde habe, bei denen ich mich aussprechen kann.

Er meinte, die Symptome seien nicht körperlich und somit wohl auf die Belastungen zurück zu führen u. ich würde es vielleicht nicht bewußt merken, mein Körper aber reagieren und erzählte mir von Prozac, das wäre das Mittel überhaupt, hätte kaum Nebenwirkungen und ich solle keine Befürchtungen haben, könnte es ohne Probleme nehmen, redete von Forschungen in den USA usw.

Er kennt meine Abneigung gegen Medikamente, nehme sie nur, wenn nichts mehr hilft, was ich ansprach, er meinte ich solle in diesem Fall auf ihn hören, könnte mich aber über Prozac auch im Internet informieren u. würde nur Gutes lesen.
Als ich gelesen habe, dass es ein Antidepressiva ist kam ich noch mehr ins Zweifeln ob ich das Zeug schlucken soll, denn weder leide ich an Bulemie noch an Depressionen und schon gar nicht unter Suizidgefahr.

Habe das Rezept angenommen, als ich heute in die Apotheke ging, der Apotheker ist ein Bekannter, zog mich dieser zur Seite und fragte ob ich in Therapie sei und mein Hausarzt deshalb das Rezept ausgestellt hat. Er riet mir eindringlich davon ab die Tabletten zu nehmen, wenn sie nicht von einem Pschiater oder ärztl. Psychotherapeuten verordnet werden, da nur dieser erkennen könne ob ich sie wirklich bräuchte und Nutzen-Schaden richtig einzuordnen wüsste, die Suchtgefahr sei wohl sehr hoch.

Habe das Rezept erst einmal nicht eingelöst…meine Beschwerden sind noch immer da.

Was könnt Ihr mir raten???

Gina

  • habe das Gefühl, dass irgendwas mit meinem Körper nicht
    stimmt

Hi
Da das Problem erst seit kurzem besteht (ist doch alles erst seit 4 Tagen oder?) kann der Arzt dich nicht einfach als psychisch krank abstempeln.

Ernährung fettarm, wenig Zucker,
viele Vollkornprodukte, Obst, Salat.

Probleme mit dem Stuhlgang können durchaus von zu vielen Ballaststoffen herrühren (auch wenn immer alle sagen, sie seien so gesund… zu viel is auch hier nix…) Aber wenn die Probleme alle erst seit 4 Tagen sind und du an der Ernährung nix geändert hast?! Dann kann es daran nicht liegen.

Psychische Belastung wohl etwas über „Norm“, Vater im Nov. 09
gestorben, Arbeitgeber Insolvenzgefahr, Alleinerziehend,
Fernbeziehung. Habe aber nicht das Gefühl von Überbelastung
und bin ein optimistischer, temperamentvoller, lebenslustiger
Mensch.

Es KANN zu versteckten psychosomatischen Beschwerden kommen, die man auch nicht direkt mit dem Stress verbindet. Aber sowas kann man immer nur durch Ausschlussdiagnose rauskriegen. Also erst muss organisch ALLES abgeklärt sein.

Mein Hausarzt untersuchte mich, drückte und tastete meinen
Bauch ab, hörte Herz und Lunge ab, hob und knickte im Liegen
meine Beine, drückte sie an den Körper, machte eine
Blutdruckmessung (120/90). Ich hatte das Gefühl, er stellt
mich „auf den Kopf“.

Ein Internist würde jetzt z.B. ne Stuhlprobe untersuchen, Ultraschall, Magen-/Darmspiegelung… da gibts noch andere Sachen als von außen n bisschen drücken, was „auf den Kopf stellen“ angeht.

Dann fragte er nach psychischen
Belastungen, die ich ihm wie o.g. nannte, er war verwundert
über meine „Ausstrahlung“, fragte wie ich damit klarkomme, ich
komme sehr gut damit klar, da ich gute Freunde habe, bei denen
ich mich aussprechen kann.

Natürlich könnte man jetzt vermuten du versteckst dich vor deinen Probleme bzw. überspielst sie (unbewusst). Aber wie gesagt, selbst wenn dem so ist, muss erst alles organische ausgeschlossen werden sonst hat das keinen Sinn.

Er meinte, die Symptome seien nicht körperlich und somit wohl
auf die Belastungen zurück zu führen u. ich würde es
vielleicht nicht bewußt merken, mein Körper aber reagieren und
erzählte mir von Prozac, das wäre das Mittel überhaupt, hätte
kaum Nebenwirkungen und ich solle keine Befürchtungen haben,
könnte es ohne Probleme nehmen, redete von Forschungen in den
USA usw.

Das erinnert mich an meinen damaligen Arzt, der mich plötzlich ohne Vorwarnung auf Traditionelle-chinesische-Medizin-Methode untersucht hat und dann anhand meiner Pickel (ich war 16) Organstörungen diagnostiziert hat, die man nur mit Akkupunktur behandeln könne. Und ich solle mir keine Sorgen machen, es gäbe Studien… bla…

Er kennt meine Abneigung gegen Medikamente, nehme sie nur,
wenn nichts mehr hilft, was ich ansprach, er meinte ich solle
in diesem Fall auf ihn hören, könnte mich aber über Prozac
auch im Internet informieren u. würde nur Gutes lesen.

Was Wikipedia allein schon an Nebenwirkungen auflistet…

Als ich gelesen habe, dass es ein Antidepressiva ist kam ich
noch mehr ins Zweifeln ob ich das Zeug schlucken soll, denn
weder leide ich an Bulemie noch an Depressionen und schon gar
nicht unter Suizidgefahr.

Auf keinen Fall diese Dinger nehmen ohne Rücksprache mit einem Psychologen/Psychiater!

Er riet mir eindringlich
davon ab die Tabletten zu nehmen, wenn sie nicht von einem
Pschiater oder ärztl. Psychotherapeuten verordnet werden, da
nur dieser erkennen könne ob ich sie wirklich bräuchte und
Nutzen-Schaden richtig einzuordnen wüsste, die Suchtgefahr sei
wohl sehr hoch.

Denke ich auch!

Habe das Rezept erst einmal nicht eingelöst…meine
Beschwerden sind noch immer da.

Was könnt Ihr mir raten???

Suche einen Internisten auf oder einen Gastroenterologen, ggf auch einen anderen Hausarzt vll mit internistischer Weiterbildung.

Ich kanns echt nich kapieren wieso die Ärzte einen immer so schnell zu „psychisch krank“ durchschleusen. Das ist ja fast nacher wie eine selbsterfüllende Prophezeiung, wenn solche „Experten“ einen so behandeln…

Gute Besserung

Laralinda

P.S.: und WENN organisch nichts gefunden wurde, kannst du ja immernoch zu einem Psychologen gehen und dort um Rat fragen!

Bei den geschilderten Beschwerden würde ich primär an eine organische Ursache denken (Magen, Darm, Bauchspeicheldrüse). Auf jeden Fall kann erst nach entsprechenden Untersuchungen von einer funktionellen Ursache ausgegangen werden. Eine Behandlung mit Fluoxetin (Prozac) ist selbst dann nicht indiziert.
MfG
jukla