Lieber Experte,
Folgendes Problem:
Proben max. 90ml bzw. einige Ampullen (Urin und Blut) werden über groessere Distanzen binnen 3 Tage, gekühlt, und 3fach verpackt ins Labor versendet. Im Labor wird nach einer grossen Menge an Substanzen gesucht (Drogen/Doping). Dabei entstehen erhebliche Kosten sowie logistischer und personeller Aufwand.
Wie wird das bei Ihnen gehandhabt? Wissen Sie von Neuerungen in diesem Bereich, oder haben Sie eine Idee, um diesen Prozess effizienter zu gestalten? Ich hab z.B. von Faengerpartikeln gehört, die Stoffe aus dem Blut aufnehmen, oder auch von Methoden die Menge an Blut/Urin zu reduzieren und damit den Transport kostengünstiger zu gestalten oder Screeningmethoden vor Ort, Point of Care Geraete…
Vielen Dank
Mit freundlichen Gruessen
Sandra
Liebe „sandra“,
da muss ich leider passen. Ich war als Kontrollleiter in der Pharma-Wirkstoffproduktion tätig und da mit Probenahme, -verwaltung und -analytik unter GMP-Regularien in Bezug auf anorganische Stoffe beschäftigt.
Grüße und vielleicht Erfolg anderweitig
Ch. Schütze
Hallo,
Tja, bei Spezialanalytik wie Doping geht es kaum anders, weil die Gerate sehr teuer, bzw. Das Personal nicht verfugbar ist. Der Analyt ist auch nur in geringsten Spuren da und kann vor Ort nicht oder wenn nur mit Spezialmethoden extrahiert werden- also nicht praktikabel.
Bei den Olympischen Spielen wurden Labors fur Erstdiagnostik vor Ort eingerichtet, aber das lohnt nur bei massenweisen Proben.
Hier ist der Versand immer noch wesentlich billiger.
Point of care ist fuer Standardparameter in der aerztlichen Praxis gedacht, also das was ein groesserer Arzt in gewissen Mengen abfragt, um so schnell Diagnosen zu machen.
Also auch nichts fuer ganz kleinen Probenanfall.
Hier gibts also meines Wissens nach keine grossen Neuigkkeiten, evtl gibt aber bessere Versandpakete, da kenne ich mich jeddoch nicht mit aus.
Mfg Arto Klug
Hallo Sandra,
da kann ich leider nicht weiterhelfen.
Grüsse
Oliver
Lieber Dr. Schuetze,
In der Pharmaindustrie gibt es einen neuen Trend von dem ich zufaellig ueber die Zeitschrift „Newsweek“ gelesen habe. IBM und einige Phamaproduzenten tun sich zusammen, um zukuenftig Medikamente mittels barcode und RFID vefolgen zu koennen. Ziel ist billige und unserioese Produkte aus China ecc. von den originalen auseinand halten zu koennen. haben Sie davon schon gehoert?
Sie waren auch in der Analytik taetig, gibt es da screening Methoden oder andere Technologien mit denen Wirkstoffe/verunreinigungen ecc. gemessen werden? gibt es neue Entwicklungen im Bereich von screening/Messungen?
Vielen Dank und Gruesse
Sandra
Hallo,
Genau das ist das Problem! Ich suche deswegen auch gerade in aehnlichen Maerkten wie z.B. fensische Toxikologie, Lebensmittelchemie ecc. nach neusten Trends im Bereich Screening und Messung.
Was ist Ihr Bezug Analytik ecc? Wissen Sie wohin der trend geht und wo im Sport/Doping Aufholbedarf besteht?
Danke und Gruesse
Sandra
Zunächst Barcode ind RFID: Barcode ist ja schon uralt und wird überall durchgängig angewendet. RFID kommt und wird sicher in fernerer Zukunft den Barcode ablösen - zumal man die RFIDs mit Mess- und Logeigenschaften ausrüsten könnte! Man denke 'mal an eine temperaturempfindliche Lieferung, bei der per RFID die Temperatur während des gesamten Liefervorganges aufgezeichnet, ggf. an Warngeräte gesendet oder beim Empfänger automatisch ausgelesen wird.
Ob all’ dies die Chinesen oder wen auch immer daran hindert, solches ebenfalls excellent zu kopieren, wage ich zu bezweifeln.
Screeningmethoden: Der Trend in der Analytik geht in der Tat zur Multielementanalytik. Was da jeweils eingesetzt wird, hängt natürlich von der Messaufgabe ab. Bei „meiner“ Analytik, Gehalts- und Spurenbestimmung bei anorganischen Salzen, hat sich z.B. die Spektrometrie mit induktiv aufgeheiztem Plasma bewährt (ICP-OES). Das ist GMP-validierbar und funktionert seit Jahren tadellos.
Aussagen zu Methoden in der Organik oder gar Medizin kann ich leider nicht machen.
Mit Grüßen, Ch. Schütze