Prozessorneuanschaffung (Intel)

Hallo Experten.

Ich bin seit längerem auf der Suche nach einer Ablösung für meinen „altersschwachen“ P3-750. Ich habe mich entschieden, auf dem Intel-Zug weiter zu fahren, habe aber jetzt ein kleines Problem.

Ich hätte da erst einen P4-Prescott mit 2,8 GHz im Auge gehabt, habe aber etwas gegen seinen extremen Stromhunger. Der Northwood scheint da auch nicht besser zu sein. Ich bin zwar auch (Online-)Spieler, lege aber nicht unbedingt Wert darauf das letzte Prozent an Performance aus meiner Kiste herauszuholen. Ein leises, stabiles und kühles System ist mir da viel wichtiger. Um das zu erreichen bin ich auch bereit ein paar Euro draufzulegen…

Zu meinem Problem:
Da ich in einer alten Dachwohnung wohne (im Sommer sind 30 Grad Raumtemperatur keine Seltenheit) und der PC in meinem Schreibtisch „eingeschlossen“ ist (schlechte Luftzirkulation), habe ich jetzt bei 750 MHz schon mit einem Hitzeproblem zu kämpfen. Zudem habe ich mir vor einem Jahr ein „besseres“ 300W-Netzteil gekauft, das ich gerne weiterverwenden möchte.

Die eigentliche Frage:
Ich hab mir deswegen überlegt, ob man nicht einen sparsamen Mobil-Prozessor auf die herkömmlichen Boards drauftun könnte. Leider habe ich keine Informationen darüber, ob das überhaupt geht (Anzahl Pins etc.). Interessiert hätte mich speziell der Pentium-M, der sehr sparsam aber trotzdem schnell sein soll. Leider momentan aber auch noch sehr teuer.

Möglich wäre auch eine momentane Investition in einen billigen 2 GHz-Prozessor, der dann in einem halben/ganzen Jahr durch einen bis dahin preisgünstiger gewordenen Pentium-M abgelöst wird… vorausgesetzt, der passt dann auch auf das gleiche Board.

Was für Alternativen habe ich sonst noch? Und was ist eigentlich mit dem Mobil-P4? Haben die Mobilen Prozessoren auch die HT-Technologie?
Ein Celeron kommt übrigens nicht in Frage.

Bin dankbar für jede Hilfe.

Bernd

Vielleicht doch AMD? :smile:
Ich würde dir ja zum Systemwechsel und dem Kauf eines AMD Athlon 64 - Prozessors 2800+ oder 3000+ (Clawhammer) raten. Diese dürften durch die Vorstellung der neuen Athlon 64 - Modelle bis 3800+ beim Händler nicht teurer sein, als der Prescott 2,8 GHz und sind, von wenigen Microcode- und HT-optimierten Anwendungen abgesehen, deutlich schneller, als vergleichbare P4.
Der größte Vorteil ist neben der moderneren Architektur (direkte Speicheranbindung per Hypertransport, Anti-Virus Extention, 64bit-Fähigkeit) die geringere Leistungsaufnahme, Verlustwärme und das Stromsparfeature Cool & Quiet (muss vom Mainboard unterstützt werden). Während der Prescott wohl im Durchschnitt zwischen 70 - 100 Watt verbrauchen wird, liegt die maximale Leistungsaufnahme des Athlon 64 3000+ bei ca. 55 Watt. Durch Cool & Quiet wird, ähnlich wie beim Pentium M die Stromaufnahme dynamisch gedrosselt, wenn weniger Leistung benötigt wird. Im Standby und bei Officeanwendungen verbraucht der Athlon 64 nur noch ca. 20 Watt und bei einem guten Kühlkörper wird nicht einmal der Lüfter anlaufen.

Wenn du unbedingt beim Pentium 4 bleiben willst, wäre der Northwood allerdings nicht nur von der geringeren Verlustleistung her (der Unterschied ist in der Praxis ganz erheblich) die bessere Wahl. Er ist auch in den meisten Anwendungen geringfügig schneller, als der neuere P4E Prescott. Lediglich in den Glanzdomänen des P4, wie hochoptimierter Rendering- und Encoding-Software kann der Prescott hier und da mal knapp gegen einen gleichgetakteten Northwood gewinnen.

Der Pentium M hat mit dem Pentium 4 architektonisch gar nichts gemein. Er basiert noch auf der älteren K7-Struktur und ähnelt eher dem AMD Athlon XP - Prozessor. Darum hat er natürlich auch seinen eigenen Sockel und du müsstest ein spezielles Mainboard für diesen Prozessor kaufen. Der technische Aufwand beim Umstieg ist ebenso groß, wie beim Wechsel zu AMD.
Zusätzlich wirst du vermutlich sehr große Probleme bekommen, da Intel strikt auf den Status des Pentium M als Notebook-Chip achtet und es daher wohl kaum Desktop-Mainboards für diesen Prozessor zu kaufen geben wird. Ob du in Europa überhaupt eins beziehen kannst, weiss ich nicht.
Ein anderes Problem dürfte die, im Vergleich zu Desktop-Prozessoren, geringere Leistung des Pentium M sein. Auf dem Notebook-Markt zählt nun mal in erster Linie ein geringer Stromverbrauch. Der Pentium M hat zwar bei gleichem Takt eine dem Athlon 64 nahezu ebenbürdige und dem Pentium 4 weit überlegene Rechenleistung, aber das stärkste, verfügbare Modell taktet gerade mal mit schlappen 1,8 GHz, ist um ein vielfaches teurer (ca. 450 - 500 EUR). Außerdem ist der Pentium M auf dem Endkundenmarkt kaum erhältlich.

Fazit:
In meinen Augen ist der Pentium M wegen den hohen Preisen und der geringen Verfügbarkeit für Prozessor und ein passendes Desktop-Mainboard keine gute Alternative.
Der AMD Athlon 64 auf einem Cool&Quite-fähigen Mainboard mit einem ausreichend dimensiomierten Prozessorkühler (Thermaltake SLK-Reihe) und in einem thermisch günstig designden Gehäuse (Casetek, LianLi etc.) dagegen durchaus! Leiser, kühler und leistungsfähiger bekommst du einen Desktop-PC zu einem angemessenen Preis heute wohl kaum.

Hallo.

Danke erstmal für die schnelle und ausführliche Antwort.
Ich muss da aber wegen dem Athlon 64 ein wenig widersprechen. Es stimmt, er braucht weniger Strom, aber ob es jetzt 80 (Athlon64), 90 (Northwood) oder 100 (Prescott) Watt sind, spielt kaum eine Rolle, das ist alles zu viel!

Wie ich schon erwähnt habe, ist mir „High Performance“ nicht so wichtig, alles ist schneller als mein derzeitiges System (sogar ein Celeron). Die Aufrüstbarkeit ist inzwischen auch nicht mehr wirklich relevant, in 2 Jahren sind die Rechner doppelt so schnell und haben schon wieder 2 Generationen neuer Technik hinter sich. Und bis dahin tut es das System, das ich mir jetzt gedenke zu kaufen. (mein P3-750 ist ja inzwischen auch schon 3 Jahre alt)

Ich habe mir mal die Daten des normalen Athon XP angesehen. Interessant wäre hier der kleinste Barton (2500+), der sich mit knapp 50 Watt begnügt (TDP laut Hersteller). Der Preis ist mit unter 100 Euro (Boxed) auch sehr angenehm. Wäre dirket eine Alternative.
Reicht ein 300W Netzteil für diesen Prozessor? Im Rechner ist sonst nichts was ungewöhnlich viel Strom ziehen würde. Nur Standardzeugs (CD-ROM, Netzwerk, Festplatte). Meine Grafikkarte (GF3Ti200) sollte auch nicht allzuviel brauchen.

Bernd

Ich muss da aber wegen dem Athlon 64 ein wenig widersprechen.
Es stimmt, er braucht weniger Strom, aber ob es jetzt 80
(Athlon64), 90 (Northwood) oder 100 (Prescott) Watt sind,
spielt kaum eine Rolle, das ist alles zu viel!

Da muss ich jetzt dem Widerspruch auch ein bischen widersprechen *g*. Die Angaben, die du hier gemacht hast (Athlon 64 - 89 Watt, Pentium Prescott, aktuelles Stepping - 103 Watt etc.) sind NICHT die tatsächliche Stromaufnahme! Es handelt sich dabei um TDP (Thermal Design Power) - Angaben. Bei AMD bedeutet dies die maximale Leistungsangabe für eine gesamte Prozessorlinie, anhand derer die Motherboardshersteller ihre Boards auslegen müssen! D.h., ein späterer Athlon 64 4200+ oder sonstwas darf niemals mehr als 89 Watt verbrauchen. Das ist die ganze Aussage. Tatsächliche Messungen ergeben für den Athlon 64 3200+ bei Vollast Leistungsaufnahmen von max. etwa 50 Watt!
Bei Intel läuft das etwas anders. Da die Prescott-Technologie durch die enormen Probleme von Intel mit dem 90 nm - Design jetzt schon völlig ausgereizt ist, kann ein Prescott 3,2 GHz - Prozessor unter Vollast schon heute fast 100 Watt verbrauchen! Deshalb bemüht sich Intel, bis zum Oktober das Design dieses Prozessors noch einmal zu überarbeiten, da sonst keine weiteren Taktsteigerungen möglich wären, denn die verbindliche Obergrenze der TDP muss ja von jedem Pentium 4E - Modell eingehalten werden… :wink:

Darüber hinaus verfügt der Athlon 64, wie bereits gesagt, über eine umfassende Energiesparfunktion, die Taktgeschwindigkeit und Leistungsaufnahme, falls nicht benötigt (und wer braucht für Office schon virtuelle 3 GHz) schrittweise reduziert und den Stromverbrauch auf bis zu 20 Watt senkt.

Ein AMD Athlon 64 2800+ Prozessor verbraucht keinesfalls mehr Strom als ein Athlon XP 2500+ - Prozessor und wird auch nicht wärmer, im Gegenteil.

Ich habe mir mal die Daten des normalen Athon XP angesehen.
Interessant wäre hier der kleinste Barton (2500+), der sich
mit knapp 50 Watt begnügt (TDP laut Hersteller). Der Preis ist
mit unter 100 Euro (Boxed) auch sehr angenehm. Wäre dirket
eine Alternative.

Hier hast du Recht, auch ein Athlon XP ist heute noch ein Prozessor, der (in einem passendem Systemumfeld mit nForce2 Ultra- oder KT880-Mainboard und DDR333- oder DDR400-Speicher) für die meisten Anwendungen noch mehr als ausreicht. Der aktuelle Preis für einen Athlon XP 2500+ liegt bei ca. 70 - 75 EUR. Allerdings würde ich gerade an deiner Stelle KEINE Boxed-Variante kaufen, sondern einen ordentlichen Kühler kaufen, der auch unter deinen extremen Bedingungen einen problemlosen und leisen Betrieb sicherstellt.
Hier wäre z.B. der Thermalright SLK 900A - Kühlkörper in Verbindung mit einem leisen 80mm - Lüfter von Papst oder YS-Tech zu empfehlen, der einen Luftdurchsatz von 40 - 45 m³/h schafft. Diese Kombination ist äußerst leistungsstark und fast unhörbar (ca. 17 - 20 dB(A)).

Reicht ein 300W Netzteil für diesen Prozessor? Im Rechner ist
sonst nichts was ungewöhnlich viel Strom ziehen würde. Nur
Standardzeugs (CD-ROM, Netzwerk, Festplatte). Meine
Grafikkarte (GF3Ti200) sollte auch nicht allzuviel brauchen.

Das hängt sehr davon ab, ob du ein ordentliches Markennetzteil hast oder ein elektronisches Billig-Netzteil aus einem 40 EUR - Komplettgehäuse.
Die Angabe der Maximalleistung alleine sagt nichts über die reale Netzteilleistung aus. Mit einem 300 Watt - Marken-NT (starke 3 & 5V-Leitung, 180 - 200 Watt combined Power) ist der Betrieb eines Athlon XP 2500+ auch mit mehreren Laufwerken, Festplatten und einer stromhungrigen Grafikkarte überhaupt kein Problem. Ein 300 Watt - Billignetzteil a la Codegen mit nur 150 Watt combined Power und schwankenden Spannungen auf allen Leitungen bei geringfügiger Belastung ist dagegen auf einigen Motherboards (mit Versorgung des Prozessors aus der 3,3 & 5 V-Leitung) schon mit einem Athlon XP 1800+ überfordert!
Ich denke, wenn dein 300 W - Netzteil ca. 20 A auf der 3,3 V-Leitung, ca. 30 A auf der 5 V-Leitung und mind. 15 A auf der 12 V-Leitung bringt (Combined Power 5V + 3,3V = ca. 180 Watt), reicht es für den Barton aus.

Bsp.:
Ich betreibe meinen Athlon 1800+ übertaktet auf 3200+ mit 2 Festplatten, 2 CDRW’s, Radeon 9600 Pro AIW - Grafikkarte und mehreren USB-Geräten völlig problemlos mit einem Herolchi HEC 300LR-PT (300W) Netzteil. Mit einem 300 Watt - Billig-NT von Codegen ist derselbe Rechner nicht einmal gestartet!

Hallo,

Ich betreibe meinen Athlon 1800+ übertaktet auf 3200+ mit 2
Festplatten, 2 CDRW’s, Radeon 9600 Pro AIW - Grafikkarte und
mehreren USB-Geräten völlig problemlos mit einem Herolchi HEC
300LR-PT (300W) Netzteil. Mit einem 300 Watt - Billig-NT von
Codegen ist derselbe Rechner nicht einmal gestartet!

Läuft der in dieser Konfiguration noch stabil? Was für ein MoBo hast du? Wie hast du den übertaktet? Ich habe auch einen 1800+ auf MSI K7T 266 Pro RU. Ein bisschen mehr Leistung wäre nicht schlecht. Netzteil sollte reichen (Enermax 350 Watt). Kühler ist irgendso ein Kupferteil von Zalman, das mit dem MoBo verschraubt ist. GraKa ist Radeon 9600 XT.

Gruss, Niels

Läuft der in dieser Konfiguration noch stabil? Was für ein
MoBo hast du? Wie hast du den übertaktet? Ich habe auch einen
1800+ auf MSI K7T 266 Pro RU. Ein bisschen mehr Leistung wäre
nicht schlecht. Netzteil sollte reichen (Enermax 350 Watt).
Kühler ist irgendso ein Kupferteil von Zalman, das mit dem
MoBo verschraubt ist. GraKa ist Radeon 9600 XT.

Läuft absolut stabil. Mein Mainboard ist ein Shuttle AN35N U mit nForce2 Ultra - Chipsatz. Übertaktet habe ich im „Normalbetrieb“ auf 10 x 200 MHz @ 1,5 V, wenn ich was decodiere, takte ich ihn auf 11 x 200 MHz @ 1,65 V hoch.

Dass du deine CPU nur annähernd in diese Region takten kannst, wenn du einen Athlon XP 1800+ mit Thourougbred B - Kern und gutem Stepping (möglichst AXDA1800DLT3C JIUHB) hast, ist eh klar?! Die älteren Modelle mit Palomino- oder Thouroughbred A - Kern machen solche Taktraten nicht mit.
Bei deinem Netzteil sehe ich keine Probleme, dass sollte locker reichen. Guten Kühler scheinst du ja zu haben, wenn du den Zalman CNPS 7000A Cu meinst.

Hallo,

Dass du deine CPU nur annähernd in diese Region takten kannst,
wenn du einen Athlon XP 1800+ mit Thourougbred B - Kern und
gutem Stepping (möglichst AXDA1800DLT3C JIUHB) hast, ist eh
klar?! Die älteren Modelle mit Palomino- oder Thouroughbred A

  • Kern machen solche Taktraten nicht mit.

Tja, daran wirds wohl scheitern. Der Proz ist über 1,5 Jahre alt. Ist AFAIK noch ein Palomino.

Gruss, Niels

Tja, daran wirds wohl scheitern. Der Proz ist über 1,5 Jahre
alt. Ist AFAIK noch ein Palomino.

Saug’ dir doch mal das kostenlose Programm „WCPUID“ oder „CPU-Z“, damit kannst du die technischen Daten der CPU auslesen. Wenn diese als „Model 6“ angegeben wird, ist’s ein Palomino, wenn da „Model 8“ steht, ist’s ein T-Bred.

Aber wahrscheinlich scheitern übermäßige Übertaktungsversuche auch schon an deinem Board (VIA KT266-Chipsatz???), da du mit dem FSB-Takt sicher nicht sehr weit rauf kommst. Und das Übertakten per Multiplikator geht beim 1800+ nicht mehr weit, da die CPU schon einen hohen Multi von 11,5 hat. Bei 12,5 ist das untere Multiplikator-Register zu Ende und du müsstest das Register für die höheren Multi’s durch Schließen einer Brücke direkt auf dem Prozessor mit Silberleitlack freischalten.
Den Palomino müsstest du übrigens durch schließen einer anderen Brücke auf der CPU freifalten, wenn du über den Multi übertakten willst, da dieser Prozessor eine Multiplikatorsperre hat. T-Bred-Modelle bis zu einer bestimmten Seriennummer haben dagegen einen freien Multi (dürfte für alle 1800er gelten).