Prüfung der Wände-Feuchtigkeit

Guten Abend zusammen,
Folgendes Problem:

X wurde durch Zufall aufmerksam gemacht, dass in den Aussenwänden seines Miethauses .
Er holt insgesamt drei Gutachter vor Ort. Die ersten zwei führen mithilfe von Trotec Multimeasure-Geräte und noch einem Gerät, das nach dem Prinzip grün-gelb-rot Anzeiger funktioniert, Messungen durch und stellen fest, dass es erhebliche Feuchteschäden tatsächlich gibt. Der auf die Stelle gerufene Mitarbeiter der Wohnungspflegeabteilung kommt jedoch mit einem 10-Jahre alten Gerät, druckt die beiden Spitzen in die Wand und meint, dass die Wände im excellenten Zustand sind.
Wem glauben nun? Und welche ist die beste, bzw. die sicherste Methode, um Feuchteschäden nachzuweisen?
X wäre für Tipps sehr dankbar.
Besten Dank im Voraus.
R.

Hallo,
wenn es Gutachter sind dann immer dem Gutachter.Sind es aber nur „Angestellte“ einer Baufirma kann es schwierig werden.Das Gericht würde auf jedem Fall einem vereidigten Gutachter glauben.

X wurde durch Zufall aufmerksam gemacht, dass in den Aussenwänden seines Miethauses .

Ja was denn? Was war denn dort? Wieso wird die Aussage nicht komplettiert?

…Gerät, das nach dem Prinzip grün-gelb-rot Anzeiger funktioniert, Messungen durch und stellen fest, dass es erhebliche Feuchteschäden tatsächlich gibt.

Das ist nun garnicht möglich!! Bei elektrischen oder elektronisch arbeitenden Geräten, welche als Ergebnis nur einen Ausschlag in Farbrichtungen liefern, sprechen wir nur von Prüfgeräten, nicht von Messgeräten.
Mit derartigen Prüfgeräten kann man zwar die Tendenz einer momentanen Feuchtesituation erkennen bzw. feststellen, doch keine Absolutgrößen, und schon gar nicht FeuchteSCHÄDEN !!
Schäden haben eine Auswirkung, meist ein (eindeutiges) Schadensbild. Es gibt damit Abweichungen vom damaligen oder „technisch üblichen Zustand“ zum IST-Zustand.

Der auf die Stelle gerufene Mitarbeiter der Wohnungspflegeabteilung kommt jedoch mit einem 10-Jahre alten Gerät, druckt die beiden Spitzen in die Wand und meint, dass die Wände im excellenten Zustand sind.

Das Messprinzip hat sich vom Grundsatz her bewährt und wird auch heute noch bei modernen Messgeräten (also mit Messwertanzeige) wie beispielsweise bei Holz-Feuchtemessungen eingesetzt (Stichwort: Einschlagelelektroden).

Wem glauben nun? Und welche ist die beste, bzw. die sicherste Methode, um Feuchteschäden nachzuweisen?

Wenn sich keine Schadensbilder optisch oder durch sonstige bemerkbare Auswirkungen zeigen, dann kann mit keinem Mess- oder Prüfgerät ein baulich neutraler Zustand als „geschädigt“ erkannt werden.
Ausnahme: solche, wo eine messtechnisch erfassbare und zahlenmäßig unterlegte Wertgröße mit einem Anforderungsprofil oder einem Toleranzbereich abgeglichen werden kann.

mfg - Klaus -

Danke, Klaus, anbei ein paar zusätzliche Erklärungen:

Ja was denn? Was war denn dort? Wieso wird die Aussage nicht
komplettiert?

Ja, hast Du Recht, X wollte nicht in die tiefsten Details gehen. Das Kind in der Familie erkrankte an spastische Bronchitis und auf Anweisung der Kinderärztin sollte der Feind zuhause gesucht werden, denn als das Kind in Urlaub für 1 Monat war, war der Husten weg.

Das ist nun garnicht möglich!! Bei elektrischen oder
elektronisch arbeitenden Geräten, welche als Ergebnis nur
einen Ausschlag in Farbrichtungen liefern, sprechen wir nur
von Prüfgeräten, nicht von Messgeräten.
Mit derartigen Prüfgeräten kann man zwar die Tendenz einer
momentanen Feuchtesituation erkennen bzw. feststellen, doch
keine Absolutgrößen, und schon gar nicht FeuchteSCHÄDEN !!

Kann sein, ich bin zum ersten Mal mit solchen Prüf-/bzw. Messgeräten konfrontiert. Jedoch, wenn die Lampe ständig Rot leuchtet, zeigt dies eine ziemlich deutliche Tendenz. Es stimmt, dass nur das Trotec Gerät Werte lieferte, ungefähr 140 bei normalen 40 (Digits, wenn ich mich nicht irre).

Schäden haben eine Auswirkung, meist ein (eindeutiges)
Schadensbild. Es gibt damit Abweichungen vom damaligen oder
„technisch üblichen Zustand“ zum IST-Zustand.

Wenn sich keine Schadensbilder optisch oder durch sonstige
bemerkbare Auswirkungen zeigen, dann kann mit keinem Mess-
oder Prüfgerät ein baulich neutraler Zustand als „geschädigt“
erkannt werden.

Überall im Haus gibt es Steinverkleidung (Granitplatten), drinnen sowie draußen, es gab keine offentsichtlichen Schadensbilder. Es wurde erklärt, dass der Stein i.d.R. nicht verschimmelt, nur an den kleinen Rissen auf dem Boden sind Salzablagerungen sichtbar.

mfg
Roman

Noch eimal meine Frage:
Was wurde überhaupt gesucht?
Welcher Zweck wurde mit dem Prüfgerät verfolgt?
Für welche Messungen war das Prüfgerät der Fa. TROTEC (Hersteller ist im Übrigen als seriös bekannt) ausgelegt? Meist sind dies Feuchtemess- oder Feuchteprüfgeräte.

Das Kind in der Familie erkrankte an spastischer Bronchitis … und… als das Kind in Urlaub für 1 Monat war, war der Husten weg.

Vermutet man nun eine Allergie? Auf was? Hausstaub, Pilze, Feuchtigkeit?

Jedoch, wenn die Lampe ständig Rot leuchtet, zeigt dies eine ziemlich deutliche Tendenz.

Das heißt wenig bis garnichts. Jedes Prüfgerät arbeitet in Bezug auf eine Wertgröße nur orientierend. Mit zudem einer nicht definierten Fehlertoleranz.

stimmt, dass nur das Trotec Gerät Werte lieferte, ungefähr 140
bei normalen 40 (Digits, wenn ich mich nicht irre).

Das spräche für eine Feuchtigkeitsprüfung (nicht Messung!!)
Auch eines meiner Prüfgeräte, die GANN-Hydromette RTU, liefert nur Digits, also dimensionslose Anzeigewerte.
Über eine mitgelieferte Tabelle soll man (so die Hersteller) auf den Feuchtegehalt als Masse-% schließen können. So zumindest die Theorie. Die Praxis sieht (auch aus eigener Erfahrung) anders aus. Da gab es immer und gibt es auch noch heute ziemlich große Abweichungen vom tatsächlichen Wert.

Überall im Haus gibt es Steinverkleidung (Granitplatten), drinnen sowie draußen, es gab keine offentsichtlichen Schadensbilder. Es wurde erklärt, dass der Stein i.d.R. nicht verschimmelt, nur an den kleinen Rissen auf dem Boden sind Salzablagerungen sichtbar.

Das sind nun einmal Aussagen!
Aber ich (als Fachmann) frage mich immer noch: was sollte -bitte schön- mit diesen Prüfgeräten erreicht werden???
Was wollte man mit den Feuchteprüfungen (die ich nun mittlerweile dahinter vermute) bezwecken, „beweisen“?

mfg - Klaus -

Noch eimal meine Frage:
Was wurde überhaupt gesucht?

Es wurden die Feuchtigkeitswerte gemessen

Welcher Zweck wurde mit dem Prüfgerät verfolgt?

Um zu sehen, ob die Werte von den normalen/üblichen abweichen. Die ersten Prüfer antworteten eindeutig mit JA, die schlimmsten Werte wurden gemessen an der Fußleiste (150), auf 30cm Höhe - 110 und über 60 cm - 50. Man erklärte, dass das Haus durch eine fehlende Feuchtesperre wie ein Schwamm die Feuchte aus dem Boden hochzieht, und ich gib nur grob die Erklärungen weiter

Vermutet man nun eine Allergie? Auf was? Hausstaub, Pilze,
Feuchtigkeit?

Keine Allergie, alle Tests waren negativ. Also blieb das Microklima zuhause. Genau das sollte geprüft werden

Aber ich (als Fachmann) frage mich immer noch: was sollte
-bitte schön- mit diesen Prüfgeräten erreicht werden???
Was wollte man mit den Feuchteprüfungen (die ich nun
mittlerweile dahinter vermute) bezwecken, „beweisen“?

Das war nicht die ursprüngliche Frage, die große Frage ist - welches Verfahren (Thermobild, Infrarot,usw.), bzw. welches Gerät liefert mit glaubwürdiger Genauigkeit, ob die Wand tatsächlich trocken, nass oder gar feucht ist.

mfg Roman

Nun ist zumindest die Ausgangssituation klar beschrieben!
Orientierende Prüfungen sind zur Beantwortung der Frage, ob grundsätzlich ein von unten nach oben abnehmender und ggf. ein signifikanter Feuchtigkeitsgehalt im unteren Wandteil gegeben ist, geeignet. Hier würde ich dem von Ihnen benannten Messgerät von TROTEC einen entsprechenden Vertrauensvorschuss entgegen bringen!

Nach den Werteangaben (von unten nach oben)

  • 150 Digits ( 0 bis 10cm)
  • 110 Digits (10 bis 30cm)
  • 50 Digits (30 bis 60cm)
    ist zunächst einmal die Frage nach vorhandener und aufsteigender Feuchtigkeit über die Fußbodenebene in die Wand offenbar zu bejahen!

Des weiteren ist zu vermuten, dass die streifenförmige Horizontalabdichtung im Mauerwerk (2 Lagen: auf der Bodenplatte und auf der ersten Mauersteinebene) nicht funktionstüchtig ist oder gar fehlen wird.
Das sind zwei Aussagen. Die erste Aussage (nach unten zunehmender Feuchtegehalt) ist mit großer Sicherheit versehen, die zweite (Abdichtungsebene) ist mit ebenfalls recht hoher Wahrscheinlichkeit anzunehmen. Das kann man aber recht einfach durch schmales, streifenförmiges Entfernen des Innenputzes bis auf ca. 60cm Höhe selber prüfen.

Nun stehen weitere Kernfragen an:

  1. Welchen absoluten Feuchtigkeitswert kann man in den Wandschichten annehmen,
  2. seit wann und unter ggf. welchen Bedingungen (meist nach Regenfällen?) ist die Feuchtigkeit festgestellt worden,
  3. woher resultiert die Feuchtigkeit und
  4. welche Auswirkungen hat in diesem speziellen Fall das Fehlen der Horizontalabdichtung (Schimmelbildung, Auffeuchtung des Raumklimas).

Ohne genaue Kenntnis der Ursachen und der IST-Situation (möglicherweise Versalzung des Mauerwerkes, wenn der Zustand schon viele Jahre besteht) keine Sanierung! Ein allgemein gültiger Grundsatz, wenn man den Erfolg einer Maßnahme erstreben will.
Der von Ihnen beschriebene Fall ist kaum aus der Distanz heraus zu lösen. Es bestehen zu viele Unbekannte in der Ausgangssituation. Die Wahrscheinlichkeit, in dieser Unkenntnis mit einem falschen Sanierungskonzept einen richtigen Bauschaden zu bewirken, ist einfach zu groß. Nur durch zielgerichtete Prüfungen am Objekt selber kann eine Aussagesicherheit erreicht werden. Und dazu gehört nun einmal mehr, als sich nur auf eine orientierende Feuchtigkeitsprüfung zu stützen…

mfg - Klaus -

Hallo R.,

Nachdem ich alles durchgelesen hab, finde ich das ganze Vorgehen etwas seltsam.

Fact:
Der Kleine hat husten, welcher besser wird, wenn er sich nicht in diesen Räumen aufhält.

Schluss:
Irgendetwas zu Hause behagt den Bronchien nicht.

Die erste Suche müsste dann aber der Luft gelten und nicht den Wänden. Neben Schimmelgiften, kommen auch Ausdünstungen von Farben, Lacken, Spanplatten usw. in Frage, welche die selben Symptome hervorrufen können. Da müsste man aber in Möbeln, Bodenbelägen, Spielzeug usw. suchen…

MfG Peter(TOO)