Prüfungsangst... Methoden!?!

Hallo zusammen,

ich habe leider ziemliche Prüfungsangst, die sich seit meinem Uni-Studium verschlimmert hat. Das ganze sieht so aus, dass ich mich extrem gut vorbereite und mir dann eigentlich ziemlich sicher bin, dass ich den Stoff beherrsche.
Bei meiner letzten Prüfung war es dann so, dass ich am Tag vorher Angst bekommen habe (innere Unruhe, wie so ne Art kribbeln im Bauch, aber im negativen Sinne). Dann konnte ich nachts fast nicht schlafen (bin ständig beim kleinsten Geräusch wachgeworden). Am Morgen der Prüfung dann Dünnpfiff :-/ und bei der Prüfung… Blackout, Panik… durchgefallen.

Nun ist jetzt wieder Prüfungszeit und ich habe an so einer Art Selbstsicherheitstraining mitgemacht, aber trotzdem habe ich bedenken, dass ich in der Prüfungssituation wieder so krass aufgeregt bin, dass ich nichts hinbekomme.

Gibt es Methoden, wie man dem entgegenwirken kann oder vorher antrainieren kann? Was kann ich tun, um meine Selbstzweifel (was nur die Prüfungssituation betrifft) auszuräumen?

Vielen Dank im voraus.
MfG
stupsi :o)

Hallo,

Nun ist jetzt wieder Prüfungszeit und ich habe an so einer Art
Selbstsicherheitstraining mitgemacht, aber trotzdem habe ich
bedenken, dass ich in der Prüfungssituation wieder so krass
aufgeregt bin, dass ich nichts hinbekomme.

Gibt es Methoden, wie man dem entgegenwirken kann oder vorher
antrainieren kann?

ja, Dir einen Plan machen, was Du im Fall der Fälle gegen die Angst tun kannst, dazu gehört z.B.:

a) frühzeitig erkennen, wann der Streß beginnt (z.B. an körperlichen Reaktionen; einsetzende Katastrophengedanken)
b) dann sofort versuchen, den auftauchenden Katastrophengedanken und körperlichen Angstreaktionen etwas entgegenzusetzen (z.B. Entspannungsmethoden),
c) selbstverstärkende Selbstinstruktionen einsetzen („ich schaff das schon“, „ich bin gut vorbereitet“, „ich kann das“, „das habe ich gut gemacht“)
d) problemlösende Selbstinstruktionen einsetzen („wenn das und das passiert, dann muß ich das und das machen, damit …“)

Halt all die Sachen, die Du in dem Training gelernt haben solltest.

Viel Erfolg!

Grüße

d) problemlösende Selbstinstruktionen einsetzen („wenn das und
das passiert, dann muß ich das und das machen, damit …“)

Hallo

letzter Punkt KANN helfen, muss aber nicht, sondern führt bei einigen Personen dann dazu, zu glauben, nicht alles vorplanen zu können und daraus entsteht dann erneut Angst.
Wenn man erstmal Angst hat, dann ist man sehr kreativ, was alles passieren KÖNNTE, auch wenn die Wahrscheinlichkeit dazu extrem gering ist.

Grüße

Laralinda

Hallo,

deshalb wird Streßmanagement personalisiert durchgeführt und nicht in Form einer Schablone auf den „Patienten“ angewendet. Es findet eine individualisierte und flexible Auswahl bzw. Kreation von Maßnahmen statt, die vor dem „Ernsteinsatz“ geübt werden.

Grüße

Hallo!

Ich selbst leide auch unter Prüfungsangst (früher mehr, heute weniger) und eine Methode, die mir persönlich sehr gut half, sah folgendermaßen aus:
Ich habe mir selbst eine oder mehrere Aufgabe/n gestellt (fachspezifisch), ein Zeitlimit gesetzt und mir „mit aller Gewalt“ im Geiste vorgestellt, dies sei jetzt die Prüfungssituation. Während ich die Aufgaben löste, durchlebte ich die Angst der Prüfungssituation, d.h., ich habe Unmengen Adrenalin ausgeschüttet und war dementsprechend „verspult“, habe sozusagen die Prüfungssituation im Vorfeld durchgespielt. Dies habe ich so oft wiederholt, bis ich recht relaxed war. Die Prüfung habe ich dann mit links gemacht…

Weiterhin -aiwendils Anregungen gehen ein wenig in die Richtung- , allerdings weiß ich das nur aus der Theorie, könnte dir „Verhaltenstherapeutische Arbeit mit der Angsthierarchie“ helfen. Während dieser begibst du dich in eine Tiefenentspannung. Im Vorfeld versetzt du dich mit all deinen Sinnen in eine für dich schöne Situation. Später dann versetzt du dich in die Prüfungssituation und überlagerst diese mit den schönen Erinnerungen. (So ganz grob.) Das kann allerdings nur jemand mit dir erarbeiten, dem diese Methode vertraut ist.

Auch von mir viel Glück
jeanne

Hallo Stupsi,

Prüfungsangst zu haben ist grundsätzlich OK, die meisten Menschen haben Angst vor irgendwelchen Situationen - bei Dir ist es anscheinend die Prüfung.

Probier folgendes VOR einer Prüfung aus:

  • Nimm Dir einen Bekannten bzw. du kannst auch eine Person nehmen die Du kennst, aber mit der Du nicht so gut bekannt ist.

  • Stelle die Prüfungssituation in einem Raum (besser ist nicht Deine eigene Wohnung so gut wie möglich nach).

  • Bitte Deinen Bekannten in die Rolle des Prüfers zu schlüpfen und gib ihn eine Auswahl von Fragen die er/sie dir stellen kann. Diese Fragen sollten Fragen sein, die Dir auch dein Prüfer stellen würde.

  • Wie reagierst Du in dieser Situation? Ist die Prüfungsangst in dieser Situation auch vorhanden? Wann beginnt sie? Wann ist sie vorbei? Was löst sie genau aus?

  • Es könnte sein, dass es Dir in dieser Situation besser geht als bei der echten Prüfung. Wenn dies so ist, dann versuche in der echten Prüfung, das Bild deines Bekannten geistig über das Bild des Prüfers zu schieben. (Wenn das zu schwer ist, dann versuche Dich bei der echten Prüfung einfach an die gestellte Prüfungssituation stark zu erinnern).

Ich hoffe das hilft…
-schoenf

Hallo,
autogenes Training hat einer Bekannten von mir super geholfen. Einen Kurs machen und dann vor der Prüfung etwas Zeit nehmen und die gelernten Übungen in Ruhe durchführen.
Grüße, Jana

Hallo Stupsi (:o) Schöner Name :o))

Ich kenn das !!! Ich hab im meinem Vordiplom von acht Prüfungen fünf wiederholen müssen, weil mich in der Erstprüfung immer wieder Blackouts überrascht haben. Ich war damals aber auch so einer, der sich immer 130%ig auf ne Prüfung vorbereitet hatte. Drei Tage vorher konnt ich dann nichts mehr essen, bin am Abend vor der Prüfung rumgetigert wie was (Buch auf, Buch zu, Fernsehr an, Fernsehr aus, Aktenordner auf, Aktenordner …). Als die Prüfung dann meist begann, kein Thema … alles lief supi … aber wehe es kam eine Frage, die mich aus meinem Gedanken herausriss … dann wars damals vorbei :o( (mit der Prüfung … nicht mit dem Studium :o)

Die Anmerkungen und Hilfestellungen aller vorherigen Antwortenden sind allesamt gut. Ich ergänze nur, wie es bei mir funktioniert hat.

  1. Autogenes Training ist zur Vorbereitung gut (wahlweise könnte man auch auf Progressive Muskelrelaxation ausweichen).
  2. ich habe eine Hypnotherapie gemacht, und bin es damit losgeworden

Datt klingt jetzt sicher n bischen doof :o) ist aber ernsthaft gemeint. Ich bin mittlerweile Dipl.-Psychologe und approbierter Verhaltenstherapeut … kenn mich also 'n bischen aus :o) Man kann natürlich auch verhaltenstherapeutisch an die ganze Sache herangehen, aber bei solch klassischen Blackoutproblemen rate auch ich immer wieder zu der klinischen Hypnotherapie.
Ich brauchte drei Sitzungen und die Sache war gegessen. Anschließend war ich nur noch mäßig aufgeregt, hatte keine Blackouts mehr und war so ruhig, dass ich einmal fast vor der Prüfungstür eingeschlafen wäre :o)

Therapeuten findest Du am besten unter der Adresse
http://www.meg-hypnose.de

Aber Achtung: Klinische Hypnosesitzungen werden im Regelfall nicht von der Krankenkasse übernommen.

Sonst kann ich Dir aber auch noch folgendes raten:

  • die meisten Professoren kennen sich mit dem Prüfungsangstthema besser aus als man denkt … Du bist nicht die erste … ich empfehle, informiere den Prüfer vorher über Dein Problem … geh am besten schon einige Tage vorher hin und lass Dich beraten … sprich den Ablauf der Prüfung mit dem Prüfer durch
  • lerne nicht bis auf den letzten Drücker - spätestens einen Tag vorher komplett damit aufhören … geh an dem tag mit freunden schimmen, ins kino oder mach sonstwas … aber versuch dir nicht noch am letzten Tag irgendwas reinzupauken … das macht dich nur noch nervöser
  • sorge dafür, dass vielleicht schon einen Tag vorher jemand begleitet (O.K. ich oute mich :o) bei mir ist einen tag vor der Prüfung immer meine Mutter angereist :o) Dann haben wir gemeinsam die Bude aufgeräumt, anschließend sind wir spazieren gegangen und sie hat mich zum essen eingeladen … mit anderen Worten, sie hat mich abgelenkt, mich kontrolliert und war insgesamt für mich eine absolute Beruhigung … so jetzt ist es raus

WICHTIG ist nur, dass Du frühzeitig für Dich sorgst … auch wenn es manchmal vor anderen vielleicht etwas peinlich ist :o) HAUPTSACHE DIR GEHT ES VOR DEINER PRÜFUNG GUT UND DU KANNST RUHIG BLEIBEN.

Das schaffst Du schon Stupsi :o)
Viel Glück und viel Ruhe

smile
Matthias