Prviatkonto / Firmenkonto

Hallo,

wollte gerade einen anderen Artikel bzgl. Kontovollmachten beantworten und da stellt sich mir jetzt eine ganz einfache Frage, angenommen man würde für sein Kind ein Girokonto eröffnen und das ist ja dann normalerweise kostenlos oder etwa ein privat Girokonto bei der ++Bank das ab 1250 € Geldeingang ebenfalls kostenlos ist, und selbiges privates Girokonto würde man dann für den Zahlungesverkehr seiner Einzelfima nutzen. Steht dann irgendwo in den AGBs von Banken, dass das verboten ist und man ein meist teureres Geschäftskonto eröffnen muss bzw. nach welchen Kriterien wird das von der Bank beurteilt? Oder sind die so genannten Geschäftskonten sowieso nur für Kapitalgesellschaften, wo die Konten ja dann nicht auf den Inhaber sondern auf die Gesellschaft selber laufen sollten. Meiner Überlegung nach kann die Bank einem ja nicht verbieten über ein bestimmtes Konto seinen Zahlungsverkehr abzuwickeln und die Konten laufen ja bei Einzelfirmen eh auf den Namen des Inhabers, und es ist ja auch nicht verboten z.B. von seinem Geschäftskonto private Ausgaben zu zahlen, muss halt nur alles richtig verbucht werden.

Hallo Jogibär,

zunächst einmal sind Banken natürlich frei darin, Bedingungen zu formulieren, unter denen sie kostenlose Girokonten anbieten. Wenn die Bank also formuliert: „kostenloses Privatkonto“ so ist klar, dass sich dieses Angebot nur auf Privatpersonen (und eben nicht Einzelkaufleute bezieht.

Rechtlich steht dies typischerweise nicht in den AGB. Vielmehr erfolgt typischerweise im Kontovertrag ein Hinweis auf das Preisverzeichnis. Im Preisverzeichnis stehen dann die Produkte, Preise und auch Bedingungen (z.B. für Studenten, Privatkunden, ab 1250 € Eingang etc.). Dieses Verfahren hat aus Sicht der Bank den Vorteil ohne Zustimmung des Kunden Produkteigenschaften zu ändern.

Daher ist die Bank im Regelfall berechtigt, ein Privatkonto, dass als Geschäftskonto genutzt wird, einseitig als Geschäftskonto umzuschlüsseln und zu bepreisen. Wenn sie es merkt…

Welche Möglichkeiten hat die Bank nun, festzustellen, ob das Konto als Geschäftskonto oder Privat genutzt wird?

Zunächst sprechen einige Banken nicht von „Geldeingang“ als Voraussetzung zu einem kostenlosen Konto, sondern von „Gehaltseingang“. Gehälter und Renten sind mit besonderen Buchungsschlüsseln versehen und technisch leicht zu identifizieren. Ein Privatkonto mit positiven Geldeingängen, die aber nicht Gehaltseingänge sind, ist kein Gehaltskonto (kann aber dennoch ein Privatkonto sein (z.B. Mieteingänge)).

Richtig auffällig wird es für die Bank natürlich, wenn die Nutzung des Kontos von dem eines echten Privatkontos signifikant abweicht. Wenn z.B. im Monat 50 verschiedene Geldeingänge erfolgen, kann es sich nicht um ein Privatkonto handeln. Typischerweise setzen Banken Software ein, die Kontoumsätze auf derartige Anomalien untersuchen. Dies ist eine Anforderung an Banken zur Geldwäschebekämpfung, kann aber auch prima zur Identifizierung von Pseudo-Privatkunden genutzt werden.

Die sicherste Methode für Banken, zu verhindern, dass Privatkonten als Geschäftskonten genutzt werden ist jedoch, dass typischerweise keine Leistungen angeboten werden, die Geschäftsleute brauchen, z.B.:

  • Zusatzbezeichnung des Kontos (Kontoinhaber: Hans Mustermann, Zusatzbezeichnung: Gaststätte Lindenkrug).
  • Möglichkeit Lastschriften den eigenen Kunden zu belasten
  • KK-Linien
  • Garantien und Akkreditive

Langer Rede kurzer Sinn: Erlaubt ist es nicht, gehen tut es mit Einschränkungen. Als ehrliche Bürger belügen wir aber unsere Bank nicht…

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Hallo,

war mir eigentlich klar, dass es irgendwelche Hacken geben muss, sonst würde ja jeder Einzelkaufmann seine Privatkonten nutzen …

Aber danke für die Ausführungen

Die Bank wird, wenn Sie eine nicht private Nutzung des Kontos feststellt, den Kontoinhaber anschreiben, und ihn bitten, das Konto in ein Geschäftskonto umzuwandeln. Wenn dies nicht geschieht (innerhalb 2 Wochen) hat die Bank ein Sonderkündigungsrecht (in den AGB verankert), und wird dies im Einzelfall auch ausüben.

Zwei Fälle dieser Art hatte ich bereits, in einem Fall war der Kunde ebay-Verkäufer im größeren Stil ( >150 Buchungsposten im Monat ), hat es aber nicht eingesehen, sein Kontomodell zu wechseln, und so wurde kurzerhand das Konto von seiten der Bank gekündigt.

Gruß, Kristian

Hallo,

bei mir hat die Bank (Sparkasse) das Konto einfach heimlich, still und leise in ein Geschäftskonto umgewandelt. Ich habe davon erst erfahren, als ich wegen der nun deutlich höheren Gebühren bei der Bank nachfragte.

Gruß Ebi