Hi!
Ergänzend zu Olivers Posting:
Sind die Leute da in weißen Zimmern ohne Gegenstände
eingesperrt
und dürfen sich nur unter Aufsicht bewegen?
Oliver schrieb schon, daß es völlig normale Zimmer sind. Auf einer offenen Station würdest du nicht erkennen können, daß du auf einer psychiatrischen Station dich befindest.
Auf einer geschlossenen sieht es zwar genauso aus, es gibt aber einige, wenn auch oft nicht gleich zu erkennbare Unterschiede: so wird beispielsweise darauf geachtet, daß die Patienten keine gefährlichen Gegenstände mitbringen (z.b. Taschenmesser, Tabletten o.ä.), nach dem Essen kontrolliert auch eine Schwester die Anzahl der Messer und Gabeln (nicht, daß jemand sowas ins Zimmer mitnimmt).
Auch fällt auf, daß einzelne Zimmer der Station, die z.b. Pflege-/Putzmittel enthalten (also keine Patientenzimmer) oft verschlossen sind. Häufig findet man auch eine Art Überwachungszimmer: hier werden Pat. untergebracht, die ununterbrochen beobachtet werden müssen und dafür gibt es ein kleines Fenster zum Schwesternzimmer hin (z.b.). Meist gibt es aber nur ein solches Zimmer pro Station.
Und auch auf der geschlossenen sind die Patienten nicht immer völlig weggesperrt. Viele erhalten stundenweise freien Ausgang oder dürfen gar für eine Übernachtung nach Hause. Diejenigen, die nicht dürfen, können aber mit einer Schwester oder Pfleger in Begleitung auch oft mal „raus“, z.b. zum Spazierengehen. Und es gehört in einzelnen Fällen auch zur Therapie, daß man bestimmte Alltagssituationen üben muß, dann geht der Therapeut mit dem Patienten auch raus.
Und was Oliver schrieb mit der Zwangseinweisung könnte auch ein falsches Bild hinterlassen. Er hat völlig recht, daß da Patienten auch gegen ihren Willen hinkommen, aber es gibt auch welche, die freiwillig auf eine geschlossene gehen oder es gar wünschen, z.b. Patienten mit gravierenden Angststörungen etc.
Ist da tatsächlich der einzige Ansatz Medikamente,bis sie
irgendwann ruhiggestellt sind und rumlaufen wie Zombies?
Nein. Die Medikamente mindern meist die Symptome, sodaß viele Patienten danach fast völlig normal wirken. Oder halt umgekehrt, wie Oliver zur Lethargie schrieb.
Wird da aus Personalmangel so gehandelt oder weil es keine
besseren Ansätze gibt?
Ich habe zwar bisher nur sehr wenige psychiatr. Stationen gesehen, aber zumindest auf der geschlossenen ist das Personal eigentlich recht gut besetzt.
Beispielsweise „reichen“ (*hüstel*) auf einer internistischen/chirurgischen Station im Frühdienst 3-4 Schwestern, im Spätdienst 2-3 und nachts 1 für ca 35 Patienten. Auf der geschlossenen waren vormittags 6-7, nachmittags weiß ich nicht mehr *g* und nachts 2-3 für ca 20 Patienten.
Außerdem wird bei besonders schwierigen Fällen manchmal einer zur Sitzwache am Patienten abgestellt - naja, nachts jedenfalls 
Gruß,
Sharon