Psyche - Magen/Darm

Hallo,

ich kenne mich gar nicht mehr aus … ich war letzthin zur Magen- und Darmspiegelung, weil ich seit Wochen schon heftige Bauchschmerzen habe, incl. Nüchternschmerz, incl. Übelkeit, von der ich nachts aufwache, mal Durchfall, mal Verstopfung …

„Leider“ fand man absolut nichts bei der Spiegelung - keine Gastritis, kein Geschwür, rein gar nix. Mein Blut ist top, ich bin quasi kerngesund.

Ich soll froh sein, sagt ihr?

Klar, bin ich auch. Aber ich wundere mich doch, wie es sein kann, dass die Psyche den Körper so beeinflussen kann, dass Magen und Darm so weh tun können, obwohl organisch nichts zu finden ist.

Woher „kommt“ der Schmerz?
Wie kommt es zu solchen Schmerzen - rein psychisch?

Ich verstehe das nicht.

Klar hab ich viele psych. Probleme in dem Jahr: Job verloren, Panikattacken, Therapie angefangen - alles ziemlich harter Tobak für mich …

Aber wie kann es da körperlich zu solchen Schmerzen kommen, wo organisch gar nichts da ist.

„Was“ tut denn da so weh? Was macht, dass es so weh tut?

Warum gerade Magen und Darm?

Wie kann ich da je wissen, ob nicht wirklich da „was“ ist?

Christina

Hi Christina,

Deine medizinisch fachlichen Fragen kann ich nicht beantworten - möchte allerdings auf Volkes Mund verweisen: der ist was auf den Magen geschlagen, die drückt was, der ist was über die Leber gelaufen, der liegt was schwer im Magen, die hat Schiss usw. usf.

Es scheint einen altbekannten und unbestrittenen Zusammenhang zwischen Psyche und Magen/Darm zu geben, die nach meiner Vermutung allerdings von Mensch zu Mensch und selbst von Fall zu Fall unterschiedlich ausfallen kann: trotz scheinbar gleicher Bedingungen in einem Fall Verstopfung - im anderen Durchfall.

hi,

magen/darm haben die aufgabe, von außen eingeführte „materie“ dem körper einzuverleiben und zu verdauen. oben rein, das gute rausziehen, das schlechte/nicht brauchbare ausscheiden. bei dieser betrachtung gibt es entspechungen, die sowohl auf der stofflichen ebene als auch auf der psychischen ebene einen zusammenhang verdeutlichen: muss man in seinem erleben etwas verdauen und sich in einer lebenssituation dinge einverleiben oder sich anpassen oder sich verändern, dann merkt man das auch in den entsprechenden organen. daher magen/darm. soweit die philosophie.

in der psychosomatik, und nach der solltest du mal deinen therapeuten fragen, wird dieser zusammenhang, sowie auch andere, medizinisch und wissenschaftlich erklärbar, ohne zu philosophisch zu werden.

was du tun kannst? erkenne deine lebenssituation als auslöser für körperliche schmerzen und beschwerden an und rede in der therapie drüber, verändere deine einstellung dort.

tue viel für deinen körper und für die schwachstellen, die du merkst: ernährung reizarm gestalten, tees trinken, pausen machen, viel bewegung, entspannung (!),
dann geht´s bald besser. du bist ganz normal, nicht normal ist dagegen die rein somatisch orientierte auffassung von krankheit.

Hallo Chris

Die Psyche kann allerlei Schmerzen bewirken, die organisch nicht
erklaerbar zu sein scheinen, z.B. Phantomschmerzen bei amputierten
Gliedmassen. In Wahrheit gibt es aber immer eine organische
Erklaerung, auch wenn sie manchmal nicht leicht zu finden ist, denn
die Psyche hat eine materielle Grundlage: die Nerven. Nerven sind
Zellen, so wie Hautzellen oder Leberzellen auch. Und die Nerven
koppeln an unser Bewusstsein. Wenn du dir den Finger in der Tuer
einklemmst, dann werden Nervenzellen gequetscht, dadurch entstehen
elektrische Spannungen, die zu einem Stromstoss Richtung
Zentralnervensystem fuehren und dieses macht die Quetschung als
Schmerz bewusst.
Das Erstaunliche ist nun aber, dass Schmerz auch ohne Quetschung
auftreten kann. Dann gibt es einen anderen Grund fuer die
Nervenzellen, Schmerzsignale zu senden. Sie fangen an, Stoerungen
aufzuweisen, wenn sie z.B. immerzu unter dem Einfluss von
Stresshormonen stehen (Adrenalin, Cortisol). Dann funktionieren sie
einfach nicht mehr normal.
Im Bauchraum gibt es fast so viele Nervenzellen wie im Kopf
(vielleicht sogar mehr), deshalb spricht man auch von einem
„Bauchhirn“. Diese Nervenzellen sind nicht nur fuer
Schmerzweiterleitung zustaendig, sondern auch fuer die Bewegung von
Magen und Darm. Wenn dieses System nun staendig die Gegenwart von
Stresshormonen ertragen muss, kann es auch Stoerungen entwickeln,
d.h. Schmerzen und unregelmaessige Bewegungen der Verdauungsorgane
(mal ist die Perestaltik zu schnell, mal zu langsam, d.h. Durchfall
oder Verstopfung.)
Manche Menschen muessen jahrelang damit leben, und manche trifft es
auch ohne Stress. Wenn der Arzt alle „echten“ Erkrankungen
(Magengeschwuere, Entzuendungen, Enzymmangel etc.) ausschliessen
kann, du aber trotzdem krank bist, dann faellt das unter die Diagnose
Reizdarmsyndrom. Der Reizdarm ist nicht besonders gut behandelbar,
jeder Patient muss seinen eigenen Weg finden, damit umzugehen.
Gefaehrlich ist der Reizdarm nicht, er nervt nur.
Ob du einen Reizdarm hast oder nicht, kann ich nicht sagen, aber
informiere dich doch mal unter diesem Stichwort.

Was ich hier geschrieben habe, ist eine Mischung aus Wissenschaft und
Fantasie. Ich selbst bin Laie auf dem Gebiet der Medizin, aber die
hier dargelegten Vorstellungen sollten im Grossen und Ganzen stimmen
und koennen dir helfen, die Reaktionen deines Koerpers zu verstehen.

Alles Gute, Tychi

hi chris,

auch ein reizcolon lässt sich sehr gut in den griff bekommen. da es aber keine krankheit ist, sondern nur eine art disposition, ist da auch nichts zu heilen.
du wärest dennoch kerngesund!
suche dir über deine krankenkasse einen psychotherapeuten, falls du nicht schon in behandlung bist.
die chancen stehen sehr gut, daß du es in den griff bekommst. und zwar zu 100%.

strubbel
r:open_mouth:)

Hi,

ich weiss nicht ob du es überhaupt noch liest da ich wohl ein bisschen spät dran bin. Das liegt daran, dass ich gerade sechs Wochen ausgefallen bin und zwar wegen Reizdarm Reizmagen. Angefangen mich zu informieren habe ich hier:

http://home.t-online.de/home/w.haeuser/page11.htm

Wenn du noch ein paar mehr Tips haben willst melde dich doch noch mal.

Viele Grüße
Me
PS: Nehme es nicht auf die leichte Schulter und schon gar nicht an den Tagen wo es dir besser geht!

hallo chris,

bitte schildere deine symptome doch mal etwas genauer:

wo etwa befindet sich der schmerz? und ganz wichtig: welche farbe hat dein stuhl? und welche konsistenz?

ich bin mir ( aus eigener erfahrung! ) ziemlich sicher das der weisheit letzter schluß kein reizmagen ist! laß keine zeit vergehen und suche weiter nach der ursache ( evt. arzt wechseln oder gleich zum internisten ). es können sonst schäden entstehen, die nicht mehr einfach so zu reparieren sind! ich betone nochmal: ich spreche aus eigener erfahrung!!! mir wollte man nach einer negativen magenspiegelung auch einen reizmagen andrehen. dabei sind meine symptome ( und meine anamnese! ) doch geradezu klassisch, der arzt hatte es nur versäumt, mich danach zu fragen. es hat sich also doch noch alles geklärt, leider hat es nur etwas lang gedauert, nämlich fast vier monate. in dieser zeit habe ich dinge getan, die ich nicht hätte tun dürfen und auch nicht getan hätte wenn ich auch nur eine ahnung gehabt hätte. aber mein artz hätte eine ahnung haben können, hätte er mich nur etwas genauer befragt. jetzt rege ich mich gerade wieder auf…aber das darf ich auch nicht mehr, darum höre ich jetzt auf.

du kannst mir auch per e-mail antworten zwecks stuhl etc…

grüße, susanne