Hallo,
meine Frage ist nicht rein medizinisch, sondern hat auch einen rechtlichen Aspekt, aber ich stelle sie mal hier.
Und zwar möchte ich wissen, ob psychisch Kranke gegen ihren Willen dauerhaft geschlossen untergebracht werden können.
Folgender Fall ist der Anlass für meine Frage:
25-jähriger Mann, drogensüchtig, psychisch krank. Hat bisher bei seiner Familie gewohnt. Steht unter gesetzlicher Betreuung. Ist seit einiger Zeit in der Psychiatrie. Da alle Medikamente nicht geholfen haben, wird er jetzt mit Leponex behandelt. Das ist ein Mittel, das nur angewendet wird, wenn alles andere nicht geholfen hat. Die Krankenkasse hat nun erklärt, dass sie zu einem bestimmten Termin in diesem Monat die Kosten für diesen KH-Aufenthalt nicht mehr übernehmen will, da dem Mann medizinisch nicht zu helfen ist. Das KH will ihn nun zum Pflegefall erklären. Das bedeutet, er müsste die KH-Kosten selbst tragen, was er natürlich nicht kann. Körperliche Pflegebedürftigkeit liegt nicht vor. Wenn er die Kosten nicht tragen kann und auch kein anderer Kostenträger gefunden wird, z.B. Sozialamt, wird das KH (Krankenhaus) den jungen Mann auf die Straße setzen, da er bereits Schulden aus einem früheren KH-Aufenthalt, wo er nicht krankenversichert war, dort hat. Die Familie will den Mann nicht mehr aufnehmen. Der Betreuer hält ihn für gefährlich aufgrund seiner starken psychischen Krankheit und weil er ziemlich kräftig ist. Das beste wäre eine weitere stationäre Behandlung oder zumindest eine anderweitige Unterbringung, wo die weitere Medikamenteneinnahme und medizinische Betreuung gewährleistet ist. Das Problem ist aber, dass der Mann weder krankheitseinsichtig noch behandlungswillig ist. Er würde freiwillig in keiner Einrichtung bleiben. Das heißt, dass er bald „auf der Straße“ sitzt.
Ist es richtig, dass es keine Möglichkeit gibt, ihn weiterhin irgendwo unterzubringen, auch gegen seinen Willen? Gibt es geschlossene psychiatrische Abteilungen wirklich nur als Forensik oder auf freiwilliger Basis, aber nicht gegen den Willen des Betroffenen?
Welche Möglichkeiten gibt es, diesem Mann zu helfen?
Gruß
Nelly