Psychisch Hilfe brauchen aber

…keine in Anspruch nehmen wollen ?
Hallo,

meine Schwägerin und auch gute Freundin leidet unter schweren seelischen Schmerzen, will aber keine professeinelle Hilfe bzw erkennt nicht das sie welche braucht.
Sie war schon bei mehreren Psychologen von denen kam sie zurück und erzählte nur das er/sie ihr nicht helfen könne, weil es nicht zu seinen Fachgebieten (Borderlinerin) gehört und das sie sich wen anderes suchen müsse. Ich weiß nicht im einzelnen was sie denen immer so auf getischt hat (sie ist da sehr erfinderisch nur damit sie nichts an sich ändern muss, trotzdem gehts ihr psychisch schlecht, bzw keine Hilfe braucht).
Sie hat jeden Tag ein anderes Wehwehchen mit dem sie ihre Umwelt versucht dazu zubringen das man sie bemitleidet. Solange sie im Mittelpunkt steht und man alles so macht wie sie es will geht es ihr gut aber wehe etwas geht nicht nach ihrer Nase dann wird aus einem Mini-Problem oder Auseinadersetzung ein riesen Fass aufgemacht, sie droht dann damit sich selbst umzubringen oder ihren Mann (meistens geht es ja gegen ihn) zuvergiften.
Ich weiß was ich hier erzähle klingt bescheuert und jeder normale Mensch der erkennt das es ihm nicht gut geht sucht sich Hilfe, bei ihr geht das schon über Jahre so und sie hat es immer irgendwie geschafft nichts dagegen tun zu müssen, weil sie dann wieder Leute gefunden hat die ihr fürs erste geholfen haben aber sie hat nie das Problem an der Wurzel gepackt. Vieles schiebt sie auch auf ihre Kindheit sodass ihre Eltern mit Schuld sind (stimmt zum Teil bestimmt auch weil sie viel angeschrien wurde, aber auf der anderen Seite ist man auch irgendwann für sich selbst verantwortlich).

Meine Fragen an Euch:
Wie geht ihr mit so jemandem um ?
Was kann ich als Außenstehende tun ? (Bisher haben mein Freund und ich Schlichtungsgespräche geführt, aber ich kann nicht mehr das Rauf und Runter jede Woche geht mir dermaßen auf die Nerven das ich so gut es geht mich von ihr fernhalte um ja nichts Provozierendes zu sagen was sie dann später dazu bringt sich ihrem Mann darüber zustreiten).

Hallo Ernie,

kranksein ist eine Sache,sich helfen zu lassen eine andere.
Wer keine proffessionelle Hilfe annehmen will und dann auch noch seine Mitmenschen drangsaliert,braucht sich nicht zu wundern eines Tages in der „Geschlossenen“ zu landen.
Denn allein die Selbstmord- bzw. Mordabsichten verpflichten jeden Arzt dazu.
Also nochmal,wenn keine vernünftigen Gespräche möglich sind,keine ärztliche Hilfe in Anspruch genommen wird,ist auf gut Deutsch dem
Mann bzw. Frau nicht zu helfen.

Bollfried

Bezüglich der Therapiemotivation kannst du nicht viel machen! Die Betroffenen müssen von sich aus eine Änderungsmotivation haben, ansonsten kann auch der beste Therapeut nichts ausrichten.
Das Einzige, was du machen kannst, ist auf ihre „Spielchen“ nicht mehr einzugehen. Was ich genau damit meine, erkläre ich weiter unten. Sollte das Verhältnis trotzdem weiterhin schwierig sein (wovon leider auszugehen ist, weil das ganze Umfeld an einem Strang ziehen müßte), mußt du dich irgendwann selbst entscheiden, ob du diese „Spielchen“ weiter mitspielen willst, oder ob du dich lieber von ihr distanzierst.
Jetzt zu meinem Rat (ich muß leider etwas ausholen, um das Ganze zu erklären):
Was du da beschriebst, wird in der Fachsprache als „sekundärer Krankheitsgewinn“ bezeichnet: das bedeutet, der Patient hat einen Nutzen von der Symptomatik. In diesem Fall die Aufmerksamkeit und Zuwendung, die deine Freundin jedes mal bekommt, wenn es ihr schlecht geht. Und wie du selbst ja auch schon richtig beschreibst, scheint es so zu sein, dass sie die Therapien auch genau deshalb abbricht oder gar nicht erst beginnt. Man bekommt da als Außenstehender den Eindruck, derjenige möchte igrendwie gar nicht, dass es ihm besser geht. Das ist zum Teil richtig, andererseit aber auch wieder nicht: natürlich wünschen sich die Betroffenen, dass sie sich besser fühlen. Gleichzeitig erfahren sie aber auch, dass sie genau dann besonders viel Aufmerksamkeit bekommen, wenn es ihnen schlecht geht. Sie werden also für das Äußern und Ausleben ihrer Symptome quasi noch „belohnt“.
Gesunde Menschen kennen verschiedene Möglickeiten, ihre Wünsche nach Nähe und Bindung zu befriedigen, sie sind nicht darauf angewiesen, zu derartigen „Strategien“ zu greifen. Borderlinepatienten haben dagegen ein beschränkteres Fähigkeitsrepertoire, was ihre sozialen Beziehungen angeht. Wenn deine Freundin nun erlebt, dass andere sich ihr immer zuwenden, wenn es ihr schlecht geht, wird sie auf diese „Strategie“ immer wieder zurückgreifen, einfach, weil es ihr an Alternativstrategien fehlt.
Und jetzt dazu, was du tun kannst: du könntest versuchen, diesen Kreislauf zu unterbrechen, indem du eben NICHT mehr mit besonderer Aufmerksamkeit und Zuwendung auf ihre Symptome reagierst. Das Problem ist aber, dass es alle anderen wahrscheinlich weiterhin tun werden> ihr Verhalten wird also weiterhin „belohnt“ und deine Freundin wird dein Verhalten als Fehler deinerseits werten. Sie wird nicht verstehen, warum du dich plötzlich anders verhältst und wir mit Verärgerung reagieren.
Es ist eigentlich auch ganz wichtig, dass sie selbst erkennt, aus welchem Grund es ihr schwer fällt, sich auf eine Therapie einzulassen. Sie muß die Dynamik ihres eigenen Verhaltens und der Reaktionen ihrer Mitmenschen verstehen, und das geht eigentlich nur, indem sie das, was sie mit ihren Mitmenschen erlebt, mit einem Therapeuten bespricht. Mit ihm kann sie auch ihre sozialen Kpmetenzen trainiren, so dass sie irgendwann auf ihre „alte“ Strategie nicht mehr angewiesen ist.
Ich kann dir also kein wirkliches Erfolgsrezept mitgeben, aber vielleicht hilft mein Beitrag dir ja zumindest, besser zu verstehen, was da eigentlich bei ihr passiert, wenn sie sich so verhält.
Alles Gute!

Hallo!

(sie ist da
sehr erfinderisch nur damit sie nichts an sich ändern muss

Damit ist doch alles gesagt - sie will (noch) nicht, also kann ihr auch niemand helfen.

sie droht dann
damit sich selbst umzubringen oder ihren Mann (meistens geht
es ja gegen ihn) zuvergiften.

Mal angenommen, sie wäre nicht deine Schwägerin und Freundin - was würdest Du tun, wenn Du hörst, daß jmand wiederholt damit droht, sich selbst oder einen anderen umzubringen? Also, warum machst Du’s hier nicht genauso?

Wie geht ihr mit so jemandem um ?

Sich abgrenzen und sich nicht länger erpressen lassen. Denjenigen spüren lassen, daß man aus seinem Verhalten Konsequenzen zieht, egal wie heftig er auch dagegen anwütet. Konsequent sein.

Gruß,
Max