Hallo Blumenkind,
Und da habe ich sie gefragt warum sie
das gemacht hat obwohl es ihr doch wieder so gut ging, und sie
meinte „weil ich ein dreckiger Borderliner bin…so nennen wir
uns“.
Dieses Selbstverletzen soll spannungslösend sein: der Borderliner steht unter Spannung, ritzt sich und dann ist ziemlich augenblicklich die Spannung weg (hörte ich einmal). Warum das so sein soll, weiß ich nicht. Allerdings glaube ich, daß es schwer ist, eine „vernünftige“ Antwort auf die Frage zu bekommen, warum jemand das tut.
In dem Moment habe ich gedacht dass es nicht gut ist,
wenn man dem ganzen einen Namen gibt
Ich denke mir das so: bevor man solchen Störungen Namen gegeben hat wie z. B. Borderline-PS, waren diese Menschen in ihrem Umfeld vielleicht nur Außenseiter, Sonderlinge, und ausgegrenzt. Einen Namen zu finden ist für die betroffenen Personen selber eine Wohltat, weil sie sich nicht mehr alleine mit ihrem So-sein fühlen müssen, und auch für die Menschen in ihrem Umfeld, weil sie für das ihnen im Grunde Rätselhafte wenigstens eine Schublade haben. Das erklärt vielleicht zum Teil die „Modediagnosen“. In dem Zitat, das Du gebracht hast, ist deshalb wahrscheinlich das wichtigste Wort dasjenige, das ich jetzt fett hervorhebe:
„weil ich ein dreckiger Borderliner bin…so nennen wir uns“.
Dann gibt es ja noch die Soziopathen. Heute nennt man sie ja
nicht mehr Psychopathen. Aber eigentlich sind sie es ja.
Die laufen jetzt eher unter der Bezeichnung: antisoziale Persönlichkeitsstörung.
Faszinierend finde ich jene mit hohem Funktionsniveau, die es schaffen, Karriere zu machen, die es also weit bringen, zu Macht und Einfluß kommen und dann großen Schaden anrichten können (die mit niedrigem Funktionsniveau sind die, die kriminell werden, mit Gesetzen in Konflikt kommen und im Gefängnis landen).
Vielleicht sind wir da gesamtgesellschaftlich etwas betriebsblind. Es wäre aber mehr als lohnend, gerade diese Störungen so genau als möglich zu untersuchen.
Grüße,
I.