Psychische Belastung,Belastungsfaktor oder Stress?

Hallo,
Ich habe noch einmal eine Frage zu meiner Examensarebit mit dem Thema „Belastungen im Studium“. Durch einen Fragebogen habe ich zum Einen ermittelt, wie die Studenten den Leistungsdruck, Zeitdruck, etc. generell in ihrem Studium einschätzen. (1=niedrig, 6=hoch) Nach einschlägiger Recherche würde ich sagen, dass das Belastungsfaktoren sind (oder Stressoren?, oder…). Zum Anderen sollten sie Aussagen mit trifft zu bis trifft nicht zu bewerten(Skala 1-6)Zum Beispiel Fragen wie: „Durch Zeitdruck gerate ich in meinem Studium häufig unter Stress“. Hier würde ich dagen, dass das psychische Beanspruchungen sind. Oder ist das eine psychische Belastung? Bitte um Hilfe, ich verstehe zwar irgendwie die generellen Definitionen, kann diese aber nicht wirklich auf meine erfassten Items übertragen.

Grüße,

Ibolt

hallo,

zu diesem thema kann ich dir leider keine direkte antwort geben, leider…

lg. marc

hallo
in der arbeitspsychologie werden die Begriffe Belastung - Beanspruchung nach der EN ISO 10075-1 Norm definiert, welche vom alltagssprachgebrauch abweicht.

Psychische Belastung:smiley:ie Gesamtheit aller erfassbaren Einflüsse, die von außen auf den Menschen zukommen und psychisch auf ihn einwirken.

Psychische Beanspruchung:smiley:ie unmittelbare (nicht die langfristige) Auswirkung der psychischen Belastung im Individuum in
Abhängigkeit von seinen jeweiligen überdauernden und augenblicklichen Voraussetzungen, einschließlich
der individuellen Bewältigungsstrategien.

Also liegen sie mit ihrer einteilung der items richtig. anfangs werden die Belastungen eingestuft (zb zeitdruck - hoch). u dann folgt eine Einschätzung, welche individuellen Folgen die psychische Beanspruchung durch die Belastungen hat (Stress, Monotonie, Ermüdung, Aktivierung, Sättigung etc).
mfg
a. fida-taumer
www.arbeitspsychologische-praxis.at

Hallo Ibolt,
ich hoffe ich habe deine Frage richtig verstanden und versuch’s mal:

Stressoren sind nicht gleich Belastungsfaktoren!

Stress* per se ist ersteinmal nichts Negatives. Das vergessen häufig die meisten Menschen.

Als Stressoren bezeichnet man alle inneren und äußeren Anforderungen in deren Folge es zu einer Stressreaktion kommt.

Das können völlig verschiedenene Situationen sein, wie etwa eine Naturkatstrophe oder eine ungerecht empfundene Beurteilung von einem Prof., Lachen oder dir begegnet Mr./Mrs. Right

Stress* bzw. eine Stressreaktion im Organismus selbst verläuft aber unabhängig von der Art des Stressors unspezifisch, unwillkürlich und automatisiert – stets nach dem gleichen Muster (Ergebnis der Evolution)

Stressoren

Äußere Stressoren sind z. B. ungünstiges Klima oder schwierige soziale Umwelt. Zu den inneren Stressoren zählen z. B. Behinderung, Depression, und Krankheit.

Eine weitere Unterteilung für häufige Stressoren sind:

-Physikaliche Stressoren (z. B. Lärm, Hitze, Kälte, Nässe)

  • Physischen Stressoren ( z. B. Schmerz, Verletzung, Behinderung, Hunger)
    -Psychische Stressoren wie Leistungsstressoren ( z.B. Zeitdruck, Überforderung, Unterforderung, Prüfungen, Klausuren)
    -Soziale Stressoren (z. B. Kokurrenz, Isolation, Trennung, zwischenmenschliche Konflikte)

Psychische Stressoren
Erst die Bewertung ( gemeint ist die subjekive Bedeutung die man diesem Ereignis gibt) als unangenehm bzw. die fehlende Fähigkeit, sich auf die Situation und die besonderen Bedingungen anzupassen, können dann eine Stressreaktion auslösen, die wir als beeinträchtigend erleben.

Also – ein Stressor muss keine Belastung sein (Positiver Stress)
Ein Stressor wird zu einer Belastung erst bei negativem Stress (Eustress)

Die auftretenden Stressoren bei Studenten wie z. B. Belastungen durch Leistungsdruck oder Zeitdruck sind recht häufig gegeben. Dann ist der Stressor ein Belastungsfktor.

Psychische Belastungen sind immer Individuelle Auswirkungen
Wie sich psychische Belastungen auf den einzelnen Menschen auswirken, ist unterschiedlich.
Diese Auswirkungen sind nicht ausschließlich auf die Stärke und Dauer der Belastung zurückzuführen, sondern hängen auch von individuellen Faktoren wie körperlicher un seelischer Verfasstheit ab.

Wie ein Mensch Belastungen bewältigt, darüber entscheiden die ihm zur Verfügung stehenden Ressourcen.
Buchtipp: Ute Sonntag, Gräser, Stock (Hrsg) „Gesundheitsfördernde Hochschule“

Viel Glück! Falls noch Fragen, bitte mailen.

Wellkom

Hallo Ibolt,

manch einer benötigt den Zeitdruck, um überhaupt zu einem Ende zu kommen. Es ist also eine Frage der Selbsteinschätzung und natürlich des Selbstbewusstseins. Zeitmanagement spielt hier auch eine Rolle, genauso wie die Vorerfahrungen durch Erziehung zum Beispiel. Es gilt also, die Hindernisse erst einmal aus dem Weg zu räumen, um ein konzentriertes Arbeiten überhaupt möglich zu machen.
Wenn Du davon ausgehst, dass Druck= Stress ist, ist also alles, was mich daran hindert, zu einem Ergebnis=Entscheidung zu kommen, ein Stressor (Besser Stressfaktor). Einfach auch deswegen, weil etwas, das mich nicht belastet, gleichwohl Dich belasten kann. Es ist also eine individuelle Einschätzung MEINES Zustands.
Deine zweite Frage fußt auf die Erste.Es ist sicherlich egal, wie Du das nennst.Wenn mich etwas lange und ungemein heftig belastet, sollte ich die Grundsatzfrage stellen: Welches Bild habe ich von meinem Beruf und ist der Weg dahin der Richtige? Daraus ergibt sich dann auch, dass mehrere Stressfaktoren (ein Mosaikstein und noch eins und noch eins) das ganze psychische System durcheinander bringen kann.(Druck-Stress-Burn-out)
Ich hoffe, ich konnte Dich ein wenig unterstützen.
Grüße
Hildegard