Psychische Krankheit -wie am besten damit umgehen?

Hallo,

ich bin am verzweifeln.

Ich bin vor etwa 7 Jahren über ein Jahr lang gemobbt geworden - also mit 12 - 13 Jahren. Ab diesem Zeitpunkt hatte ich Angst in die Schule zu gehen.
Hab immer gesagt, dass ich Bauchschmerzen hätte und es mir schlecht ist.

In dieser Zeit hab ich diese Symptome (Bauchschmerzen) wirklich bekommen.
Wir sind von Arzt zu Arzt gerannt und keiner fand etwas organisches.
Bis einer mal auf die Idee kam, dass alles psychisch ist.

Damit ihr es euch mal besser vorstellen könnt, werd ich noch etwas über diese Krankheit schreiben.

Symptome:

  • Bauchschmerzen
  • Übelkeit
  • Durchfall
  • Panikattacken wenn ich keine Toilette in der Nähe hab…

usw.

Es ist so, immer wenn ich irgendwo hin gehen will, wo es keine Toilette gibt, dann bekomm ich Panik ‚‚Was ist wenn ich mir in die Hose mache… usw.‘‘
Ich weiß nicht warum ich solche Angst habe, es ist mir noch nie passiert.

Oder wenn eine neue Situation auf mich zukommt, dann sind genau diese Symptome da.

Es ist so ein Teufelskreis:

Neue Situation oder auch eine gewohnte --> Angst/Panik --> Körperliche Symtome --> noch mehr Panik usw.

Sobald ich in einer Situation drin bin, verschwindet die Angst dann meistens nach ein paar Minuten,
aber die Überwindung etwas überhaupt zu machen kostet mich sehr viele Nerven, vorallem wenn dann wieder der Gedanke kommt: Was ist wenn ich auf die Toilette muss…

Ich war schon 7 Wochen in einer Psychosomatischen Klinik, dort hat man mir echt viel geholfen,
aber jetzt wo ich wieder alleine durch muss, fällt es mir wieder viel schwerer.

Ich unternehme immer weniger und es ist mir unangenehm vor anderen Leuten, wenn ich z.B. in der Schule öfters rausgeh, weil ich Bauchschmerzen/Krämpfe habe.

Viele haben mir gesagt, dass ich im JETZT leben soll und nicht in der Vergangenheit, doch es ist nicht einfach für mich.

Ich hab nun folgende Fragen an euch:

  1. Wie kann man Gedanken verdrängen - kann man so etwas üben?

  2. Wie kann man Rückschläge wegstecken ohne, dass man gleich wieder aufgeben möchte?

  3. Wie kann ich es lernen zu aktzeptieren, dass mein Leben jetzt toll ist und die Vergangenheit meine Leben jetzt nicht mehr bestimmen soll?

  4. Einfach allgemeine Tipps die mir helfen könnten, meine Angst zu überwinden.

Ich würde mich über Antworten freuen und möchte mich schon mal im voraus dafür bedanken.

MfG

Sommerregen.

hi,

erstmal vorab: dein name „sommerregen“ könnte auch ein hinweis auf vorrangig depressive gefühle sein, aber ich will das nicht übertreiben hier…

angst, sich in die hose zu machen, ist psychisch gesehen eine angst vor kontrollverlust. liegt keine körperliche einschränkung vor, die die schliessmuskelfunktionen einschränken, und das ist bei dir und in deinem alter der fall, dann handelt es sich nicht um die problematik, sich in die hose zu machen, sondern um die problematik der angst davor.

angst vor kontrollverlust ist teil oder ausdruck einer angststörung, panikgefühle gehen ja schon damit einher. die angst, kontrolle über die schliessmuskulatur zu verlieren (mit einer sozial sehr peinlichen komponente) oder die angst vor dem verlust anderer (vielleicht sogar lebenswichtiger) körperfunktionen ist immer eine angststörung.

würde ich ambulant tiefenpsychologisch oder auch verhaltenstherapeutisch behandeln lassen. du bist jung, je eher du da dran gehst und dir helfen lässt, desto besser sind die aussichten auf heilung.

Hallo Alpha,

aufgrund deiner Antwort in dem ADHS-Thread weiter unten, habe ich dir eine PM geschrieben. Ich hoffe, sie ist angekommen.

Sind dir Texte zum Thema ADHS-Symptome und die Ursache in der Erziehung (Bindung, allg. Verhaltensweisen der Eltern) bekannt?
Falls ja, könntest du mir etwas empfehlen?

Gruß
Jenna

Hallo Sommerregen,

erst mal möchte ich dir ein Mut zusprechen, dass du mit diesem Gefühl sicher nicht alleine bist. Und den wichtigsten Schritt hast du ja schon bereits getan. Du hast erkannt, dass du wahrscheinlich an einer Krankheit leidest.
Wie du schon geschildert warst du schon in einer Klinik. Leider kenne ich das Gefühl, dass ganz schnell wieder die alte Angst da ist, sobald einen der Alltag wieder eingeholt hat.
Nun zu deiner ersten Frage. Ich finde es wichtig, dass man nicht übt die Gedanken zu verdrängen, sondern sich mit der Ursache auseinander setzt und dann genau hier bei der Behandlung ansetzt. Auch die anderen Fragen deuten darauf hin, dass es sinnvoll sein kann einen sogenannten Coach heranzieht. Dieser Begleitet dich dann, damit du selbst Lösungen überwinden kannst, sozusagen Selbsthilfe. Damit es ein wenig deutlich wird, füge ich mal folgenden Link ein: http://www.ichselbstag.de/selbsthilfe.77.html
Nun noch zu deiner 4. Frage. Ich denke, es gibt sicher keine allgemeinen Tipps, wie du deine Angst überwinden kannst. Dafür müsste man genau analysieren, warum deine Symptome vorhanden sind und dich dann auf dem Weg der Angtsbewältigung begeben.
Ich wünsche dir für diesen Weg viel Kraft und denk daran, du bist nicht alleine. Es gibt Menschen, die können dir helfen, dich selbst zu helfen.

Liebe Grüße Elefantine