Psychische Veränderung durch Vollnarkose

Hallo Miteinander,

vielleicht kann mir jemand sagen, ob eine psychische Veränderung auch
die Folge einer (oder mehrerer) Vollnarkose(n) sein kann?

Danke
Esther

Hallo,

vielleicht kann mir jemand sagen, ob eine psychische
Veränderung auch
die Folge einer (oder mehrerer) Vollnarkose(n) sein kann?

Veränderungen in welcher Form? Bekannt ist z.B. das so genannte Durchgangssyndrom, welches schon ganz schön erschreckend für Angehörige sein kann, aber je nach Umständen (Art der OP, Länge der Narkose, Vorliegen bestimmter Parameter beim Patienten) bei bis zu 50% der Patienten auftritt und einige Tage oder auch länger dauern kann.

Die Betroffenen sehen dann u.U. Dinge, die gar nicht da sind, reden elaboriert dummes Zeug, haben Gedächtnislücken, …

Gruß vom Wiz

Hallo,

leider wird daran wenig geforscht. Einige Narkosemittel können durchaus noch nach Jahren psychische Reaktionen hervorrufen. Ich kenne einen Fall von Panikatacken „aus heiterem Himmel“ drei Jahre nach einer OP und auch ein Anästhesist hat mir bestätigt, dass so etwas möglich ist.
Narkose bedeutet Vergiftung des Körpers bis er nichts mehr merkt! Wir wissen nicht was in diesem Nahtodstadium im Gehirn vor sich geht.

Gruß Kerstin

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

:Narkose bedeutet Vergiftung des Körpers bis er nichts mehr

merkt! Wir wissen nicht was in diesem Nahtodstadium im Gehirn
vor sich geht.

…„wenn wir nicht wissen was in diesem Nahtodstadium im Gehirn vor
sich geht“…dann kann der Anästhesist auch keine Aussage über
Nachwirkungen ein paar Jahre später machen.
sonst könnte man alle möglichen Veränderungen im Leben auf eine
abgelaufene Anästhesie zurückführen.
viele grüße nashorn

4 „Gefällt mir“

Hallo,

ich selbst kenne nur einen Pferde-Fall. Warum sollte es das beim physiologisch ähnlichen Menschen nicht geben können?

Narkosemittel sind Medikamente.
Medikamente können Nebenwirkungen haben.
Nebenwirkungen sind nicht auf den Körper allein beschränkt.

Warum also sollte eine psychische Nebenwirkung der Narkosemittel nicht möglich sein? Und daß solche Nebenwirkung (zumindest in dem Maß) seltenst vorkommt, heißt doch nicht, daß es sie nicht gibt.

Gruß Steffi

Hallo Esther,
bei PatientInnen, die irgendwann ihrem Leben ein schweres psychisches und/oder körperliches Trauma erlitten haben, können die Begleiterscheinungen einer Vollnarkose

  • Ausgeliefertsein der Situation oder fremden Menschen
  • Angst vor dem Tod
  • langsamer Verlust der Kontrolle über den Körper
  • Körperempfindungen, die denen in der Traumasituation ähneln, wie
    z.B. Taubheitsgefühle oder „Heraustreten aus dem Körper“ etc.
    (dissoziative Zustände)
  • Zeitverluste, bzw. Aufwachen in einem schmerzhaften Zustand mit
    vorherigem Zeitverlust
    usw.

das Trauma reaktivieren. Das heißt, der betroffene Mensch kann schon von einem Tag auf den anderen nicht mehr „er selber sein“. Es können unterschiedliche Symptome auftreten: Schlafstörungen, depressive Zustände, Panikanfälle, etc. In so einem Fall gibt es aber vermutlich schon vorher Anhaltspunkte für irgendeine Störung auch wenn sich nicht direkt an ein Trauma erinnert wird.

Es könnte aber auch etwas ganz Gesundes und Positives dahinterstecken. Menschen werden sich oft erst durch Ausnahmezustände bewusst, dass das Leben doch sehr kostbar und vor allem sehr endlich ist und ändern nicht nur sich, sondern auch ihr Leben und die Einstellung dazu. Das kann für Außenstehende natürlich merkwürdig oder sogar negativ rüberkommen, weil auch alte Kontakte neu bewertet werden.

Gruß
Anna

Hallo also wirkliche Erfahrungen mit Psychischen Störungen nach Narkose hab ich nicht, aber meine Letzte ist noch nicht solange her und ich hab in den ersten Nächten danach gemerkt, dass ich komisch träumte. Ich hab nichts von den eigentlich vorhandenen Bauchschmerzen gemerkt, aber hab quasi das was nach dem aufdrücken der Atemmaske irgendwie nochmal durchgemacht. Also das Schlucken des Schlauchs indem ich an irgendwas im Traum würgte (hab was gegessen oder so), das gespreizte Lagern der Beine (fühlte mich wie ein Käfer auf’m Rücken, also kein direkter Bezg zum Gyn, wo es auch so ist, und wo ich letztlich war, aber da ich auch nur auf dem rücken schlafen konnte ist das natürlich durchaus was was ich auch verarbeite), dann hab ich eine Situation geträumt wo ich ganz klein bin und über mir eine Handvoll Menschen Redeten etc.
Also allessamt Situationen, die zumindest für mich einen Bezug zur Op hatten, aber eben auch nur da ich ein bisschen Ahnung von dem hab, was da mit mir gemacht wurde, wie so ein OpTeam um den Tisch drappiert ist, wie meine Sinne funktionieren (insbesondere das Hören geht auch zB. in der Aufwachphase bei einer Synkope gut, bevor man eigentlich ganz da ist), etc.
Jemand der nicht wie ich Medizingeschichte und Psychologie studiert hat, kriegt diese Träume vielleicht nicht so gut unter oder bezieht sie auf andere Bereiche, träumt länger (noch monate nach der OP) u. intensiver und schon kann durch langdauernde „Übung“ ein Gefühl aufkommen ganz klein zu sein und von oben reden welche auf mich ein.
Das grenzt dann schon an eine Schiziphrenie.
Gruß Susanne

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Kerstin,

Narkose bedeutet Vergiftung des Körpers bis er nichts mehr
merkt! Wir wissen nicht was in diesem Nahtodstadium im Gehirn
vor sich geht.

Genau das hat mir ein Anästhesist auch gesagt.
Wir wissen eigentlich gar nichts.
Und da bei diesem Menschen eine starke Veränderung der Persönlichkeit
stattgefunden hat, habe ich auch Spekulationen in diese Richtung angestellt…

Danke
Esther

Hallo Esther,

meines Wissens nach ist das möglich, wenn der Patient/die Patientin unter einer Arzneimittelunverträglichkeit leidet, welche Folge eines Enzymdefektes (z.B. GST M1) ist.

Gruß
Uli

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

owt.