Psychische Vergewaltigung- wie abschließen?

Hallo liebe WWW Gemeinde!
Ich habe hier ein Thema was mich sehr schwer bedrückt und was mir sehr auf dem Herzen liegt: Ich habe mich am 27 Dezember mit meiner wunderbaren Freundin Olga (wird 21) verlobt. (Ich selbst bin 19 is aber unwichtig^^). Nun ist es so, dass sie sehr lange von ihrer Mutter naja „psychisch vergewaltigt“ wurde. Schon als Säugling wurde sie ab und zu geschlagen bzw der Mund zugedrückt wenn sie z.B. geschrieen hat. Sie hat sich als kleines Kind oft bei ihrer Oma versteckt weil ihre Mutter mit ihr absolut keine Geduld hatte z.B. bei Hausaufgaben. Es ist so, dass ihre Mutter sie sehr lange unterdrückt hat und auch psychisch immer gelenkt hat. Ich meine ist es normal wenn man ein 20 jähriges Mädchen zwingen will um 13 Uhr heim zu kommen und unter der woche nicht wegzugehen bzw sogar das Internet auf 3 stunden begrenzt? Mittlerweile ist es so, dass sie seit dem ca 22 februar ausgezogen ist und bei mir und meiner Familie wohnt. Ich habe vieles mit ihr aufarbeiten können. Die alten Denkmuster, die sie eingebläut bekommen hat sind beinahe fast komplett verschwunden. Sie bekam als Kind schon eingehämmert, dass es schlecht ist, dass wenn man au die Eltern sauer ist etc. Am Tag unserer Verlobung beziechnete sie Olga’s Ring als „scheißdreck“. Ihre mutter ist bei weitem keine asoziale Frau sondern eigentlich ganz normal. Nur im Bereich der Erziehung nicht… Sie hat ihrer eigenen Tochter hintergeschnüffelt, ICQ (Chatprogramm^^) Gespräche zwischen uns gelesen, Geschenke die im Schrank lagen (die Olga Freundinnen zum Geburtstag schenken wollte)aufgerissen etc. Ihren echten Vater hat sie mit 1 Jahr verloren und hat seitdem einen Stiefvater, der alles nur noch schlimmer machte, denn dieser schob immer ihr die Schuld zu, wenn vieles falsch lief. Es ist so, dass Olga’s Mutter ihr drohte uns auseinander zu bekommen, wenn sie nicht weiterhin auf sie höre. Ihr müsst wissen, dass Olga aufgrund ihrer Erziehung sehr eingeschüchtert und ruhig ist. Ich habe ihr schon viel Selbstbewusstsein gegeben. Sie erzählte mir, dass immer wenn es ihr gut ging oder sie stolz war, ihre Mutter ihr das zerstörte und ihren Willen brach. Am Tag des Auszuges traf ich ihren Stiefvater, der wohlgemerkt mit mir streitanfing und, dass „ich dahergelaufener seine Tochter nicht mitnehme und, dass ich sie manipuliere“. (Es war ihr Wunsch und ihre Entscheidung zu gehen sie hatte nur keinen Platz zum Hingehen ich half ihr dabei nur). Ich entgegnete ihm, dass ich sie nicht psychisch vergewaltigt habe. Sonntags darauf hatte Olga ein Gespräch mit ihrer Mutter, die mich seitdem dämonisiert. Ich bin der Schlechte, der die Tochter wegnimmt, sie hat keine Wünsche von daheim wegzugehen etc. Eine andere Situation war als wir bei ihr fürs Abi lernen wollten ^^Wir wollten uns zuerst 2 stunden hinlegen weil wir sehr müde waren. Olga wollte in die Küche und was zu trinken holen. Ihre Mutter fragte in normalem Ton was wir machen. Sie erzählte es ihr. Und ihre Mutter ist ausgerastet (ihr hättet sie mal schreien hören). Am ende hat sie mich des Hauses verwiesen aber ich nahm olga mit ^^aber im ernst : Bei s o einer Art hätte ich als Kind auch Angst empfunden.
Nach dieser langen Vorgeschichte nun endlich die Frage (Es tut einfach sehr gut, sich all das von der Seele zu schreiben.-verzeiht mir wenn es solange gedauert hat^^):
Ich habe sie schon seelisch sehr gut aufgebaut obwohl ich kein Psychologe bin (aber es liegt mir).
Sie is gerade dabei die Distanz zu ihrer Mutter aufzubauen, dass sie sagen kann „das war sehr schlimm von ihr“ etc.
Ich möchte sie nun auch in den letzten Phasen unterstützen und wollte ich fragen was ihr mir ratet? Immerhin ist sie fast 20 Jahre unterdrückt und manipuliert worden und war sehr oft verängstigt. Der Wille wurde oftmals gebrochen und sie wurde kleingehalten. Mir ist durchaus bewusst, dass „so ein Mensch“ diesen weg nicht alleine gehen kann. Deshalb will ich wissen wie ich ihr in Zukunft helfen kann.
Wisst ihr meine Vergangenheit war schulisch sehr schwer und ich habe endlich den Menschen gefunden, der Treue und Ehrlichkeit so groß schreibt wie ich. Ich möchte sie nicht verlieren. Es tut mir weh sie mit dem Schmerz alleinlassen zu müssen und es tut mir weh von ihr zu hören, dass nur ich sie am Leben halte und, dass sie ansonsten nichts hat. So sehr mich ihre Liebe schmeichelt tut es mir auch weh.
Ich bin euch von ganzem Herzen dankbar.
Mein aufrichtigster Dank
Andreas

Hallo Andreas!
als ich deinen Artikel gelesen habe ,musste ich kräftig schlucken…
Am besten gehst du mit deiner Freundin zum Weißen Ring (oä). Dort sind Psychologen, die dir und deiner Freundin helfen können. Zusätzlich würde ich den Kontakt zur Familie abbrechen oder zumindest auf das absolute Minimum begrenzen. Außerdem würde ich über eine Anzeige nachdenken.

Gutes Gelingen und viel Glück!

Ich befürchte, dass eine Anzeige nichts bringt. Solange keine körperliche Gewalt angewandt wurde, greift das Strafgesetzbuch ins Leere… (leider im Bekanntenkreis so erlebt)

Lasst euch psychologisch beraten und brecht den Kontakt ab, wie mein Vorredener geraten hat.

LG Daniel.

Geht zusammen zu pro familia. Deine Freundin braucht professionelle Hilfe.
Du kannst Deiner Freundin „nur“ den Rücken stärken, denn so eine Therapie ist ein hartes Stück arbeit. Ich wünsche Euch viel Glück und Geduld auf diesem Weg.

Hallo!

Danke für die Empfehlungen ich wusste nichts davon.
Ja als ich alles mit ihr aufgearbeitet habe und alles rauskam war ich auch sehr schockiert. Aber ich liebe sie und werde es mit ihr durchstehen. Vielen lieben Dank für die Hilfe! Großes danke an euch alle!

Ganz liebe Grüße Andreas

Hallo Andreas,

ich muß dir hier mal die Illusionen nehmen. Dein Partner hat mit Dir darüber geredet! Aber deswegen ist noch nichts aufgearbeitet!! Ich empfehle eine professionelle Hilfe.

Ich wünsche Dir viel Kraft und Verständnis für Deinen Partner.

Gruß Kai

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Hallo

Sie is gerade dabei die Distanz zu ihrer Mutter aufzubauen,
dass sie sagen kann „das war sehr schlimm von ihr“ etc.
Ich möchte sie nun auch in den letzten Phasen unterstützen und
wollte ich fragen was ihr mir ratet? Immerhin ist sie fast 20
Jahre unterdrückt und manipuliert worden und war sehr oft
verängstigt. Der Wille wurde oftmals gebrochen und sie wurde
kleingehalten. Mir ist durchaus bewusst, dass „so ein Mensch“
diesen weg nicht alleine gehen kann. Deshalb will ich wissen
wie ich ihr in Zukunft helfen kann.

Was tut Olga denn beruflich? Und warum blieb sie
denn 20 Jahre in dieser Umgebung, wenn diese so
ungeheuerlich vernichtend war. Bist Du der erste
Mensch, mit dem sie außehalb von Mutter und Stief-
vater in ihrem Leben gesprochen hat?

Wisst ihr meine Vergangenheit war schulisch sehr schwer und
ich habe endlich den Menschen gefunden, der Treue und
Ehrlichkeit so groß schreibt wie ich. Ich möchte sie nicht
verlieren. Es tut mir weh sie mit dem Schmerz alleinlassen zu
müssen und es tut mir weh von ihr zu hören, dass nur ich sie
am Leben halte und, dass sie ansonsten nichts hat. So sehr
mich ihre Liebe schmeichelt tut es mir auch weh.

Warum solltest Du sie denn alleinelassen müssen?
Wie wurde sie denn in den letzten 20 Jahren „am
Leben erhalten“?

Vielleicht sollst Du ihr einfach nur helfen, den
kleinen Schritt aus dem elterlichen Dunstkreis
zu schaffen. Also etwas ganz normales. Wie die
Erfahrung zeigt, ist nach einer solchen „Befreiung“
(sofern sie gelang), der „Befreier“ der nächste,
von dem sich „befreit“ wird.

Was Du hier schilderst ist das Grundthema
zahlloser Märchen, die sich um die Abnabelung
junger Mädchen von der Mutter drehen. Du bist
jetzt eben der „Prinz“, der den Sarg gefunden
hat - mit dem Mädchen, dem der Apfel der Mutter
im Halse steckt.

Grüße

CMБ

Hallo Kai!

Nun das wirkt vielleicht so, aber Fakt ist, dass wir die letzten Woche nicht nur geredet haben, sondern, dass wir Schritt für Schritt neue Ziele formuliert haben. Z.B., dass sie es endlich fertig bringt zu formulieren, dass ihre Mutter an vielem Schuld ist. Das war ein schwerer Brocken, den sie zu verdauen hatte. Mittlerweile kann sie es sogar ohne mich formulieren.

Gruß Andreas

Sie ist Abiturientin und arbeitet folglich noch nicht.
Warum bleibt man 20 Jahre in so einer Umgebung?
Weil sie nach ihrem umzug nach deutschland niemanden hatte zu dem sie gehen konnte. Zudem wurde es ihr so eingehämmert, dass man auf die Eltern nicht böse/sauer sein darf.
Ich meinte mit dem „alleinlassen“, dass es mir schwer fällt sie in solchen Situationen in gewisser weise alleine zu lassen, weil sie es ja verarbeiten muss und ich nur bedingt helfen kann.
Es ist nicht so als hätte sie noch keinen Selbstmordversuch unternommen, ihr Glaube Liebe zu finden/erfahren hat ihr sehr geholfen am Leben zu bleiben.
Das sie sich von mir abwendet darum mache ich mir keine Sorgen. So ein Mensch ist sie nicht. Ich weiß nicht ob dieses unterwürfige Verhalten typisch russisch ist weil das Volk von den Mongolen unterdrückt wurde oder ob es individuell ist, aber davor habe ich keine Angst.
Aber danke dir, dass du mich dennoch drauf hingewiesen hast^^
Nun haben Märchen denn nicht immer einen Funken Wahrheit?

Grüße Andreas

Hallo Andreas,

erstmal vorweg, das „russische“ habe ich daran
beinahe gerochen, daher auch mein Beitrag.

weiß nicht ob dieses unterwürfige Verhalten typisch
russisch ist weil das Volk von den Mongolen unterdrückt
wurde oder ob es individuell ist,

Das ist die „traditionelle russische Lebensart“, nach
zulesen in den Domostroi (http://en.wikipedia.org/wiki/Domostroy)

 ...
 Dieses Buch, das Domostroi genannt wird, enthält 
 sehr nützliche Dinge und ist für jeden Christen — Mann, 
 Frau, Kinder, Knechte und Mägde — eine Belehrung und An-
 leitung
 ...

**Wie man Kinder unterweisen und durch Furcht vor dem   
 Bösen bewahren soll**.

 Züchtige deinen Sohn von Jugend an, dann wird er dir im 
 Alter Ruhe gewähren und wird deiner Seele Zierde sein. 
 Werde nicht müde, den Knaben zu schlagen. Er wird nicht 
 sterben, wenn du ihn mit dem Stock schlägst, sondern 
 gesunden. Denn indem du seinen Körper züchtigst, errettest 
 du seine Seele vor dem Tode. Wenn du eine Tochter hast, 
<u>erziehe sie mit Strenge</u>. Bewahre sie vor fleischlichen 
 Begierden, damit du dich nicht mit Schimpf bedeckst und 
 sie gehorsam bleibt, damit sie nicht tut, was ihr beliebt, 
<u>und in ihrem Unverstand ihre Jungfräulichkeit preisgibt</u>, 
 dich dem Gespött deiner Bekannten ausliefert und vor allen 
 Leuten in Schande bringt. Wenn du deine Tochter aber ohne 
 Makel in die Ehe gibst, <u>hast du ein großes Werk vollbracht</u>; 
 man wird dich öffentlich loben, und du wirst eines Tages 
 nicht über sie klagen müssen.
 Wenn du deinen Sohn liebst, belehre ihn durch Prügel, 
 damit du später deine Freude an ihm hast. Strafe deinen 
 Sohn von Kindheit an, dann wirst du dich, wenn er ein 
 Mann geworden ist, über ihn freuen können, und inmitten 
 vieler schlechter Menschen wird dir Lob zuteil, und 
 deine Feinde werden von Neid erfüllt sein. <u>Erziehe dein</u> 
<u>Kind durch Strenge</u>, dann wirst du Frieden und Segen in 
 ihm finden. Lache nicht mit ihm beim Spiel, denn bist du 
 im Kleinen nachgiebig, wirst du im Großen Leid und Kummer 
 haben <u>und deiner Seele dadurch später Qualen bereiten</u>. 
<u>Erlaube deinem Kinde in der Jugend keine Eigenmächtigkeiten</u>, 
 sondern brich ihm den Eigensinn, solange es noch nicht 
 erwachsen ist. Denn ist es erst einmal verstockt, wird es 
 dir nicht mehr gehorchen und deiner Seele Ärger und 
 Kummer bereiten. Dein Haus wird leer, dein Hab und Gut 
 wird dahin sein. Deine Nachbarn werden dich tadeln, 
 deine Feinde dich verhöhnen, die Behörde wird dir 
 den Zahlungsbefehl schicken, und du wirst großen 
 Ärger haben.
 ...

Was die Eltern (insb. die Mutter) machen ist also die
„Befolgung altrussischer Gebote als ob es Dekrete wären“.

Grüße

CMБ

Hi Semjon^^

also vielen dank für deinen Beitrag.
Du hast mir damit sehr geholfen bzw ich wusste nicht dass es sogar
eine Abhandlung/Buch/Erziehungsart gibt, die sich danach richtet.
Vielen Dank nun weiß ich auch im Konkreten wie bei der Erziehung angegangen worden ist.

Grüße Andreas

Hallo

Vielen Dank nun weiß ich auch im Konkreten wie bei der
Erziehung angegangen worden ist.

Auch interessant: => http://www.philso.uni-augsburg.de/lehrstuehle/paedag…

 ...
 Für Aussiedlerinnen bedeutet diese Konfrontation auf der 
 symbolischen Ebene ein Infragestellen ihrer Vorstellungen 
 über Mütterlichkeit und die Notwendigkeit einer Neukonzeption - 
 denn die Aussiedlerin beansprucht aus der Erfahrung ihres 
 Herkunftskontextes heraus im Erziehungsbereich eine sehr 
 dominante und machtvolle Position. <u>Sie dominiert den</u>
<u>Erziehungsbereich aufgrund ihrer Überzeugung</u>, das 
 dies ein genuin weiblicher Wirkungsbereich ist - 
 was sich wiederum aus der <u>Struktur</u> der geschlechts-
 spezifischen Arbeitsteilung <u>in der ehemaligen</u> 
<u>Sowjetunion</u> und ihrer dortigen Lebenspraxis erklärt.
 ...

Grüße

CMБ

Hallo^^

trotz all der relativ schlüssigen wissenschaftlichen Erklärungen kann ich trotzdem nicht nachvollziehen, dass Eltern ihre Kinder immer noch so erziehen. Ich kann es einfach nicht nachvollziehen. Nicht weil ich nicht russisch bin oder weder Emi- noch Immigrant bin, sondern einfach aus menschlicher Sicht. Danke, dass du mir die wissenschaftliche Sicht ermöglicht hast.
Grüße Dennis