Ich weiß nicht, ob meine Frage hier richtig aufgehoben ist, da ich nicht weiß, ob es wirklich psychisch erklärbar ist, aber schaun 'mer mal *g*
Ich bin mit 5 Jahren nach Deutschland gekommen und spreche seitdem nur noch Deutsch und nicht mehr meine Muttersprache. Andere Leute bestätigen stets, daß ich völlig akzentfrei Deutsch spreche und wenn ich sage, daß es eigentlich nicht meine Muttersprache ist, schauen mich alle verdutzt an. Soweit normal also.
But:
Sobald ich mich mit jemandem aus meiner Familie unterhalte - von Angesicht oder per Telefon und andere (deutschsprachige) hören das mit, dann habe ich angeblich einen recht deutlichen polnischen Akzent - ich rolle z.B. das „r“ usw.
Ist mir selbst noch nie aufgefallen, aber Außenstehende bestätigen das.
Meine Eltern sprechen mehr schlecht als recht deutsch, meine Schwester genausogut wie ich, allerdings hat sie einen „ständigen“ bzw. dauerhaften Akzent. Ich spreche überhaupt kein Polnisch mehr seit ich 5 Jahre alt bin (ich scheitere schon an der zungenbrechenden Aussprache *g*) und verstehe es auch nur noch bruchstückhaft.
Wie kann man solch einen „temporären“ oder „personenbezogenen“ Akzent erklären?
Hallo Ivo,
ich kann’s auch bestaetigen. Und es klappt nicht
nur mit Sprachen, die man mal ver-lernt hat.
Ich kugel mich immer ,wenn mein Mann mit slawischen
Kollegen spricht (nur am Telefon, in ihrer GEgenwart
bin ich zu hoeflich). Er klingt dann wie Iwan Lotharewitsch!
Mir wird auch bestaetigt, dass sich mein Englisch aendert,
je nachdem ob ich mit Englaendern oder Suedafrikanern rede
(US Amerikaner scheinen weniger Eindruck bei mir zu hinter-
lassen )
unbewusst gehen wir offensichtlich immer ein bischen auf das
Niveau, bzw. die Sprachweise des Gesprächspartner ein.
Ja, das klingt einleuchtend.
Interessant wäre auch hier die Frage, ob das tatsächlich immer bzw. für jeden zutrifft, oder ob man dazu gewisse Fähigkeiten braucht wie z.b. Empathie/Einfühlungsvermögen oder ähnliches.
wenn ich mich mit Kollegen aus anderen Provinzen diesen unseren Landes unterhalte, red ich recht ordentliches Hochdeutsch, spreche ich aber mit Kollegen aus meiner Gegend, rutsche ich stets in den Dialekt ab.
Es passiert sogar bei Besprechungen, das ich mit Kollegen A Hochdeutsch rede, mich zu Kollegen B wende, ihn im Dialekt anspreche und dann wieder zu A in Hochdeutsch.
Das hat bei einem Kollegen aus Bayern anfangs zu witzigen Situationen geführt, weil er Teile des Gesprächs nicht so recht mitkriegte, bzw. als er sich langsam an den Dialekt gewöhnte und meinte, er würde alles verstehen zu drolligen Mißverständnissen.
unbewusst gehen wir offensichtlich immer ein bischen auf das
Niveau, bzw. die Sprachweise des Gesprächspartner ein.
Ich selbst verfalle ohne es zu merken in ein tiefes
Schwäbisch, wenn ich mich mit meinen Großeltern unterhalte.
Geht mir genau so, wenn ich mit einem urkölschen Freund von mir rede - direkt fange ich an, „jet kölsch ze verzälle“, obwohl ich normalerweise ungebrochenes Hochdeutsch spreche.
Geht mir genau so, wenn ich mit einem urkölschen Freund von
mir rede - direkt fange ich an, „jet kölsch ze verzälle“,
obwohl ich normalerweise ungebrochenes Hochdeutsch spreche.
Bei mir ist es noch schlimmer - studiere in Österreich und verstehe sogar jeden Dialekt(sei es Tirolerisch oder sogar Vorarlbergerisch). Wenn ich aber Heimweh kriege, fang ich automatisch an „op Kölsch ze schwaade“ oder Karnevaslieder zu singen *gg*.
Schöne Grüße nach Köln von Anna
für mich ist das ein Zeichen von Empathie - nur wer sich in sein Gegenüber hineinversetzt, kann mit ihm auf der gleichen Wellenlänge schwätzen. Wenn Du mal genau hinhörst, ist es sicher nicht nur der Akzent, sondern auch der Tonfall, der sich mit dem Gesprächspartner ändert.
ja, ja, die Schwaben…
Meiner ist auch so einer - wenn er mit jemanden aus Pforzheim telefoniert, erkenne ich das auch schon an der Dialektfärbung, mit der er „Hallo“ sagt…
Also scheinbar total normal…
ich kenne Menschen, die können ihren Dialekt nicht ablegen, aber ich kenne keinen Hochdeutschsprechenden, der nicht auch einen oder mehrere Dialekte sprechen kann. Ich denke man signalisiert mit dem Dialekt eine gewisse Verbundenheit zum „Stamm“.