Hallo Leute!
Seit ich mitte 20 war, habe ich immer mal wieder Rückenbeschwerden gehabt. Hexenschüsse die so schmerzhaft waren, dass ich die Beine nicht mehr spürte. Nach einiger Zeit hab ich begriffen, dass ich mir zuviel zumutete und nicht „nein“ sagen konnte. So allmählich wurde das dann besser, weil ich immer „in mich“ gegangen bin und versucht habe, die gefährlichen Situationen früh zu erkennen.
Dann kam mein Sohn und die Schwangerschaft bescherte mir lose Beckenfugen. Auch sehr schmerzhaft, aber nicht so unvorhersehbar. Leider, dass ist jetzt 8 Jahre her, sind die Biester noch nicht fest geworden und schmirgeln ständig aneinander, sodass sich eine chronische Entzündung im Lendenwirbelbereich eingestellt hat. Die wurde mit Entzündungshemmern erfolglos terapiert, später dann mit etwas mehr Erfolg durch Homöopatie gelindert. Doch auch das schaffte nur Linderung. Vor nicht langer Zeit nahm ich eine 4-Wochen-Kur Anti-Depressiva, weil eine befreundete Ärztin gehört hatte, dass solche Beschwerden auch vom Hirn gesteuert werden und man gute Ergebnisse damit erzielt hatte. Wurde auch viel besser, ich war fast Beschwerdefrei - dafür haben jetzt die Hexenschüsse wieder angefangen…! Nicht mehr so stark tun sie nur noch einen Tag weh, aber kommen immer dann, wenn ich einer neuen Situation gegenüber stehe oder in irgendeiner Form überlastet bin.
Jetzt endlich meine Frage: Wie kriege ich meinen Rücken aus dem Kopf? An irgendeiner Stelle ist da doch die Kopplung falsch! Kann man das selbst schaffen oder hilft nur der Gang zum Psychologen? Ich weiss nämlich nicht, ob ich das in einer Fremdsprache geregelt bekäme, da wir schon eine Weile in SE wohnen.
Vielen Dank für eure Tipps.
Kerstin
Hallo Kerstin,
versuch mal die Feldenkrais-Methode. Das ist nichts esoterisches, sondern du lernst dabei deinen Körper neu zu organisieren. Klingt etwas blöd, aber es ist so. Kleines Beispiel: Wenn du deine Finger in Bethaltung ineinander verschränkst, dann ist entweder die rechte ober die linke Hand oben. Und zwar immer. Der Versuch, das zu ändern, fühlt sich „komisch“ an. Das ist damit gemeint. Dasselbe gilt auch für deine Rückenmuskulatur. Dafür gibt es auch Übungen, die mir übrigens besser als jahrelangen Massagen geholfen haben. Der Trick bei diesen Übungen ist, möglichst kleine Bewegungen zu machen.
Näheres gibt es z.B. hier: http://www.feldenkrais.de/ oder hier:http://www.feldenkrais.de/FK-Methode.htm oder hier:http://www.feldenkrais.nu/
Gruß
Michael
Hallo Michael,
vielen Dank für deinen Tipp, bisher hatte ich nur dem Namen nach von Feldenkrais gehört. Jedenfalls hört es sich sehr interessant an und ich habe in dem schwedischen Link sogar einen Terapeuten gefunden, der nur 50 km entfernt wohnt.
Ciao Kerstin.
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Hallo!
Ich kann dir nur aus meiner physiotherapeutischen Sicht was anbieten-
und da ist meine Definition für Psyche die Gesamtheit von
Informationsaufnahme, Verarbeitung und Reaktion.
Bei vielen Rückenpatienten finden sich „psychische“ Probleme; was
aber nie erwähnt wird ist dass diese Probleme vorher nicht da waren
und erst durch die lange Leidensgeschichte entstanden sind. Wie
sollte es auch anders sein wenn man jahrelang von einem Arzt zum
andern rennt-tausend Therapien hinter sich hat und der Schmerz
fröhlich das macht was er schon immer gemacht hat.
Wieso hat dir noch niemand in den 8 Jahren einen Beckengurt verpasst?
Das ist die absolute Standardbehandlung bei Frauen nach Entbindung.
Dadurch wird genügend Druck auf die Beckenhälften ausgeübt damit die
umliegenden Bänder überhaupt die Möglichkeit haben das Gelenk wieder
zu stabilisieren. Das wäre so aus der Ferne mal die erste Massnahme
die man einleiten sollte.
Zu deiner Frage wegen der Koppelung: ja-die läuft bei allen
chronischen Schmerzpatienten falsch. Auf der Gehirnrinde wird jedem
Körperteil ein bestimmtes Areal „zugewiesen“; wenn aus einem Gebiet
Schmerz gemeldet wird dann vergrössert sich dieses Gebiet. Prof. Flor
hat mit ihrer Gruppe herausgefunden dass die Schmerzstärke mit der
Grösse dieser Veränderung einhergeht.
Behandelt man nun diesen Prozess, d.h. macht man diesen Abschnitt
kleiner dann verschwinden auch die Probleme.
Wie das geht? Durch ein „sensory discrimination training“, d.h. man
verbessert die Wahrnehmung in dem betroffenen Bereich.
Das ist eine Sache die Feldenkrais schon vor 50 Jahren vertreten hat-
allerdings mussten wir all diese Jahre warten um die Beweise vorlegen
zu können.
)
Ob dadurch allerdings das Becken wieder richtig stabil wird wage ich
zu bezweifeln. Da empfehle ich den Gurt.
Warum die Hexenschüsse bei Überlastung, … auftreten ist auch ganz
einfach: jede Stressituation wird vom Körper automatisch und
stereotyp behandelt-nämlich mit der Anspannung bestimmter
Muskelgruppen (Vorbereitung auf Flucht oder Kampf); dazu gehören v.a.
die Rückenmuskeln. Und da die eh schon die ganze Zeit damit
beschäftigt sind dein Becken und deine Wirbelsäule zusammenzuhalten
(da das nicht mehr stabil ist) werden sie in so einer Situation
völlig überlastet.
Tschüss
Matthias
Hallo Matthias,
das war eine super Antwort, vielen Dank! Von einem Gurt ist hier wirklich nie die Rede gewesen und ich werde meinen Doc anhauen, ob man hier sowas kennt, sonst muss ich mir den in DE besorgen. Den Feldenkrais-Tipp habe ich ja auch schon bekommen. Man gut, dass man nie zu hoffen aufhört. Jetzt habe ich jedenfalls wieder einen richtigen Kick bekommen und werde versuchen, aus dem Dilemma herauszukommen.
Tschüss Kerstin.
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Hallo!
Wir nehmen in der Praxis den hier: http://www.backbracesupportposturecorrector.com/prod…
kann man sich auch online bestellen wenn`s sein muss. Und beim derzeitigen Dollar wirklich ein Schnäppchen.
Ich möchte aber noch betonen dass der Gurt nur eine Unterstützung ist-wichtig ist es die Wahrnehmung wieder zu trainieren.
Tschüss
Matthias
Hallo Kerstin,
ich hoffe der MOD sieht es mir nach, daß ich nochmal Schleichwerbung mache. Aber ich halte gerade das aktuelle GEO in der Hand, Hautthema: Der Rücken. Empfehlenswert!
Gruß, AndyM
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