Psychoanalyse bei liebeskummer?

hallo,

hat jemand hier erfahrungen mit psychoanalyse?
wäre das eine sinnvolle methode gegen liebeskummer?
(schließlich hat man es da ja nicht mit einem unbewußten willenskonflikt zu tun, dessen motive man aufdecken könnte…)

gruß
wega

Hallo,

wenn du z.B. das Gefühl hast immer an die falschen Männer zu geraten,dann ist da wohl schon Klärungsbedarf.Aber sonst meine ich,es ist wohl ein ziemlicher Schmerz,ich kann da nicht wirklich mitreden,aber ich denke,es vergeht auch wieder.Aber am Anfang will man wohl auch nicht wirklich loslassen,es kommt wohl auch darauf an,wie man sich getrennt hat,ob es in gegenseitigem Einvernehmen geschah.
Wieviel du in ihn hineinprojiziert hast,was sich jetzt vielleicht als falsch heraustellte?
Ich würde sagen,das kriegst du selbst geregelt.Es gibt da sicher Rezepte für den Hausgebrauch zu,man braucht da nicht gleich alles freilegen wollen.Je nachdem was für ein Mensch du bist,verstrickst du dich da dann noch in irgendwelche Annahmen und Herumgesuche.
Aber mal hören,was die anderen,unter ihnen auch Experten(weil professionell,aber natürlich auch die anderen,die das schon real erlebt haben),dazu sagen.

Gruß
Matthias

Hi Wega,

es kann durchaus hilfreich sein; vieles kann man auch im Gespräch mit guten Freunden klären. Auf jeden Fall reden, und wenn man im näheren Umfeld niemanden hat bzw. das Gefühl hat, dass Freunde und Familie nicht weiterhelfen können, ist eine Therapie sicher nicht schlecht.

Grüße
Natascha

Therapie von was?

psychoanalyse? wäre das eine sinnvolle methode gegen liebeskummer?

das hängt sehr davon ab, von welchem Problem genau du therapiert werden möchtest:

Daß das Liebesobjekt zurückkehrt?

Dabei kann dir Psychoanalyse nicht helfen.

Daß es bleibt, wie es ist, nur daß es nicht mehr weh tut?

Möchtest du das denn wirklich?

Gruß

Metapher

hallo,

hat jemand hier erfahrungen mit psychoanalyse?
wäre das eine sinnvolle methode gegen liebeskummer?

Also mit Psychoanalyse direkt nicht. Ich hatte eben aus diesem Grund vor vielen Jahren eine Psychotherapie in Form einer Gesprächstherapie angefangen. Grund dafür war für mich, weil ich nicht normalen Liebeskummer hatte, sondern wusste, wenn ich mir jetzt keine Hilfe hole, dann tue ich mir was an. Ich habe einfach jemanden gebraucht, der mir wieder auf den rechten Weg hilft, weil ich durch den Liebeskummer in eine Depression verfallen bin und einfach keinen Ausweg daraus für mich sah. Dass das wie mir es ging eine Depression ist, wusste ich allerdings damals nicht. Das sehe ich erst im nachhinein.
Also sogesehen kann es eine Hilfe sein, aber über den Kummer muss man dann schon selber weg kommen.
Ich bin wirklich froh, dass ich das gemacht habe, denn irgendwie bin ich ein ganz anderer Mensch geworden, habe wieder Lebensfreude gefunden.

Gruß
Sarah

Liebeskummer ist keine Krankheit
hallo,

hat jemand hier erfahrungen mit psychoanalyse?
wäre das eine sinnvolle methode gegen liebeskummer?

Bist Du sicher, daß Du weisst, was eine Psychoanalyse ist?
Vor allem im Unterschied zu einer Psychotherapie?

Ich würde meinen, daß diese Methode eher nicht geeignet ist, um kurzfristig oder auch nur mittelfristig erheblichen Erfolg zu bringen.

Generell ist Liebeskummer nicht unbedingt therapiebedürftig - Liebeskummer ist ja erstmal nichts krankhaftes, sondern im Gegenteil ganz normal und sogar notwendig, um gesund zu sein.

Insofern wär’s da schon nötig, mehr Informationen zu haben, was eigentlich das Problem ist, um da einen Rat geben zu können.

Gruß,

Malte.

Hallo Wega,

Erfahrungen mit Psychoanalyse habe ich eher nicht. Aber nüchtern betrachtet: Psychoanalyse dauert Jahre, Liebeskummer vergeht auch ohne Therapie fast immer schneller. So gesehen nicht sehr sinnvoll.

Wenn dieser Liebeskummer eher ein Einzelfall ist, kann ich Dir nur raten, keinen Kontakt zur betreffenden Person zu suchen, mit Menschen Deines Vertrauens darüber zu reden, zu akzeptieren, daß dieser Schmerz Dich für eine Weile begleitet. Und im Übrigen darauf zu vertrauen, daß das Leben ein Prozeß ist (lat. procedere = fortschreiten, weiter gehen), somit diese Person für Dein Empfinden nach und nach unter die historischen Schatten gehen wird, und andere Menschen ihren Platz einnehmen werden.

Ist es jedoch in Deinem Leben eine wiederkehrende Struktur, daß Du Dich verliebst und diese Liebe nicht erwidert wird, so halte ich das für absolut therapiebedürftig und -würdig.

Liebe Grüße,

I.

shit happens
Hallo wega,

beim Durchlesen der Antwortposting ist mir folgendes eingefallen:

hat jemand hier erfahrungen mit psychoanalyse?
wäre das eine sinnvolle methode gegen liebeskummer?
(schließlich hat man es da ja nicht mit einem unbewußten
willenskonflikt zu tun, dessen motive man aufdecken könnte…)

es kommt schon mal vor, dass man beim Laufen über etwas stolpert und dann schmerzhaft der Länge nach auf dem Boden landet. Aber deswegen geht man nicht zum Orthopäden um zu fragen, wie man solche Erfahrungen bewältigt oder verhindert.
Allerdings, wenn Hinfallen zur Regel wird, dann wird professionelle Hilfe (lebens)notwendig.

viele Grüße
claren

Hallo,
ich finde schon, daß „Liebeskummer“ durchaus Ähnlichkeiten mit psychischen „Irritationen“ hat. Objektiv erkennt man, daß dieses Gefühl unzweckmäßig ist, teilweise auch das es keinen Sinn mehr macht auf einen „Restart“ oder ähnliches zu hoffen. Gefühlsmäßig mißt man aber der schlichten Tatsache, daß die angenehme Zeit zu Ende ist und dies unabänderbar ist, enorme Bedeutung zu. Man blockiert sein handeln, obwohl man sich bewußt ist, daß dieses Verhalten an sich unsinnig ist. Und man verdrängt diesen Umstand der Unsinnigkeit, indem man sich einredet man würde daraus „lernen“, sein Ich erweitern, . M.M. handelt es sich also bei Liebeskummer um nichts anderes als eine Ambivalenz zwischen Verstand und Gefühl. Nun ersetze man das 99.999…% Wahrscheinlichkeit, daß es echt aus ist mit der selbst empfundenen Realität und die 0.000…001% Wahrscheinlichkeit das es wieder so wie früher wird, durch irgendeine obskure Wahnvorstellung (die aber im groben noch die Naturgesetze berücksichtigt *g*). Und voila - wir haben ein echtes Problem.
Modulo meiner gänzlichen Unkenntnis psychologischer Fachbegriffe würde ich einfach sagen, daß Liebeskummer eine allgemeinhin akzeptierte Form des Wahns ist :wink:.

Gruss
Enno