Hallo zusammen,
ich habe eine Frage, bei der mir bisher noch niemand wirklich weiterhelfen konnte.
Ich bin in den nächsten Wochen mit meinem Psychologiestudium fertig und möchte dann eine Ausbildung zum psychoanalytischen Psychotherapeuten beginnen.
Für die praktische Tätigkeit haben die einzelnen Ausbilungsinstitute Kooperationsverträge mit verschiedenen Kliniken.
Leider sind fast ausschließlich alle der Kooperationskliniken des Instituts, an dem ich mich bewerben möchte, verhaltenstherapeutisch ausgerichtet.
Mir wurde gesagt, dass es nicht sehr sinnvoll sei dort die praktische Tätigkeit zu absolvieren, da man nur verhaltenstherapeutisch supervidiert werden kann und keinen Bezug zur PA hat. Das erscheint mir plausibel und deshalb verstehe ich auch nicht, warum es dann an diesem Institut üblich ist, die praktische Tätigkeit an einer Klinik mit einer anderen als der gewählten Spezialisierung zu machen.
Wie ist das an anderen Ausbildungsinstituten? Was habt ihr für Erfahrungen gemacht und was könnt ihr mir dazu berichten?
Ich freue mich sehr über jede Antwort und jeden Beitrag zu meiner Frage.
Hallo, zunächst einmal ist wichtig, wo du wohnst.Du wirst mit Sicherheit in jeder größeren Stadt (Hamburg, Düsseldorf, Köln, Frankfurt, München u.s.w. ein psychoanalytisches Institut finden, das dich nach den entsprechenden Richtlinien ausbildet.(meistens 5 J. berufbegleitend)Wenn ich weiß, wo du wohnst, kann ich dir ggf. ein Institut nennen.Bin selbst Analytiker. Gruß
Vielen herzlichen Dank für die rasche Antwort.
Ich wohne in Frankfurt am Main und würde gerne am FPI meine Ausbildung absolvieren.
Ich habe mit einigen Kooperationskliniken Kontakt aufgenommen und die meisten dieser Kliniken sind verhaltenstherapeutisch orientiert.
Ich wurde darauf hingewiesen, dass ich die praktische Tätigkeit gerne trotzdem dort absolvieren kann, es jedoch schon oft passiert ist, dass PIAs die Tätigkeit abgebrochen haben, da es nicht ihrem Schwerpunkt entsprach.
Es wundert mich, dass ein Institut mit PA-Ausbildung vornehmlich Kooperationen mit VT-spezialisierten Kliniken hat.
Alternativ gäbe es noch das Institut für Psychoanalyse (DGP) in FFM, wo ich noch nicht rausfinden konnte, welche Schwerpunkte die meisten Kooperationskliniken haben.
Ich würde mit beiden Instituten abklären, ob sie nicht Plätze an Kooperationskliniken bzw. Uniklinik (ich glaube Direktor ist/war Prof.Overbeck)vermitteln, wichtig wäre auch mit dem Landesprüfungsamt abzuklären, wie weit überhaupt Studieninhalte von Instituten,die verhaltenstherapeutisch arbeiten,auf die psychoanalytische Weiterbildung angerechnet werden.
Gruß
Hallo,
bei dieser Frage kann ich Dir leider nicht weiterhelfen. Viel Erfolg.
Hallo!
Leider kann ich da nicht helfen, da ich niedergelassen bin und keinen Kontakt habe mit Ausbildungseinrichtungen. Ich finde es nur schade, dass die VT zunehmend so vorherrschend ist. Da geht viel verloren!
Mit freundlichen Grüßen Ihr W. Pollak
Hallo Alice, kann deine Bedenken gut verstehen und ist sicher keine günstige Situation. Nun kann ich dir aber leider auch nicht sagen, wie das andere Analytische Institute handhaben. Evtl. lässt sich das direkt an selbigen erfragen? Kommt ja auch darauf an in welchem Gebiet dein Institut liegt und ob es im näheren Umfeld evtl. Alternativen dazu gibt.
Stell mir vor, dass es in der Tat schwierig ist Kliniken zu finden, die analytisch arbeiten. Zumindest tiefenpsychologische Behandlungskonzepte werden aber meines Wissens in vielen z.B. psychosomatischen Kliniken angewendet, wenn auch freilich nicht in der „Reinform“ wie es für einen PA in der Ausbildung wünschenswert wäre. Soweit ich weiß liegt jedoch das Hauptaugenmerk auf der psychoanalytischen Behandlung (unter Supervision eines ausgebildeten PAs)eigener Patienten, sodass der Bereich Klinik lediglich einen Bereich der Ausbildung betrifft.
Vermutlich hilft dir meine Antwort nicht wirklich weiter, aber ich wünsche dir trotzdem viel Erfolg auf deinem Weg und verbleibe
mit besten Grüßen
Jutta
Vielen Dank für Deine ausführliche Antwort, Jutta.
Das größte Problem an der Sache ist, dass die Personen, die für diese Fragen an den einzelnen Instituten zuständig sind, meist selbst nicht wissen wie sich das genau verhält. Mir wurde von genau diesen bisher immer nur die Auskunft gegeben, dass es kein Problem wäre, wenn die Klinik eine VT-Vertiefung habe.
Dass die Behandlung eigener Patienten das Wesentliche in der Ausbildung ist, setzt ja gerade voraus, dass ich an den Kliniken von PA-Therapeuten lernen kann, um dies dann umzusetzen. Und ich stelle es mir äußerst schwierig und nicht sehr hilfreich vor, die PA nur aus Büchern und in der Theorie vermittelt zu bekommen (wie auch schon im ganzen Psychologiestudium) und dann ohne praktische Erfahrung genau in diesem Bereich eigene Patienten zu behandeln.
Herzlichen Dank für deine Wünsche und alles Gute.
Liebe Grüße
Alice
Hallo Alice, folgender Teil deiner Antwort irritiert mich etwas:
Dass die Behandlung eigener Patienten das Wesentliche in der
Ausbildung ist, setzt ja gerade voraus, dass ich an den
Kliniken von PA-Therapeuten lernen kann, um dies dann
umzusetzen. Und ich stelle es mir äußerst schwierig und nicht
sehr hilfreich vor, die PA nur aus Büchern und in der Theorie
vermittelt zu bekommen (wie auch schon im ganzen
Psychologiestudium) und dann ohne praktische Erfahrung genau
in diesem Bereich eigene Patienten zu behandeln.
Wenn du den klassischen Weg der Ausbildung zur Psychoanalytikerin gehst, dann wird dir vom Institut ein PA gestellt, unter dessen „Obhut“ du deine eigenen Patienten therapierst. Die Variante mit einem „Klinikpraktikum“ ist mir nicht geläufig und sollte, wenn, dann nur einen Teil deiner Ausbildung ausmachen - der Hauptteil liegt in deiner eigenen Psychoanalyse (i.d. Regel gut 600 Stunden, die du selbst finanzieren musst; aber das weißt du sicherlich) und der fachkundigen Begleitung/Supervision eigener therapeutischer Arbeit. Dass es sich bei deinem Institut so verhält geht für mich aus deinem Schreiben nicht hervor.
Frage doch mal in Instituten aus anderen Regionen nach. Selbige gibt es z.B. sogar hier im Raum Nürnberg und renommierte in München (u.a. das C.G.Jung-Institut).
Falls mir noch darüber zur Kenntnis kommt melde ich mich nochmal.
Viele Grüße
Jutta
Dieser Ablauf ist beim FPI der gleiche. Ich hatte jedoch gedacht, dass den 1800 Stunden praktischer Tätigkeit mehr Bedeutung zukommt. Aber das beruhigt mich nun etwas.
Ich habe schon viel über die einzelnen Institute in Deutschland recherchiert und nach „Rankings“ gesucht, konnte aber leider nichts in dieser Richtung finden.
Kennst Du oder jemand anderes hier eine Seite bzw. eine Quelle, wo ich solche Informationen beziehen kann und herausfinde, welches die renommiertesten und besten Institute in Deutschland sind?
Liebe Grüße und Danke für deine Unterstützung.
Alice
Hallo Alice, habe heute mit meiner Analytikerin gesprochen, die in leitender Funktion am C.G.Jung-Institut in München ist:
Sie meinte, dass es evtl. eine Alternative für dich wäre, selbst nach einer Klinik Ausschau zu halten in der so gearbeitet wird wie es für deine Ausbildung Sinn macht. Wenn du dort mit dem zuständigen Arzt ein Einverständnis erreichen könntest, dass sie dich für ein entsprechendes Praktikum nehmen würden, dann müsste es sich einrichten lassen, dass diese Klinik mit deinem Ausbildungsinstitut einen Kooperationsvertrag abschließt.
Also tu dich am besten genau um, wo tiefenpsychologisch oder analytisch gearbeitet wird und
versuche dann zu einer Einigung zu kommen.
Hier am städtischen Klinikum in Nürnberg gibt es z.B. entsprechende Abteilungen, was man
auf den ersten Blick vielleicht gar nicht vermuten würde; könnte also durchaus Sinn machen, wenn du an allen möglichen und unmöglichen Stellen mal anklopfst und nachfragst.
Ansonsten, wie gesagt, nochmal recherchieren welche alternativen Institute es in deinem Raum noch gibt; wird ja vermutlich wohnortnah sein müssen, es sei denn du spielst mit dem Gedanken notfalls auch deinen Lebensmittelpunkt für längere Zeit entsprechend zu verlagern.
Hoffe du kommst damit ein bisschen weiter
VG
Jutta
Ein Ranking über Ausbildungsinstitute kenne ich nicht, aber ich finde du bist schon auf dem richtigen Weg wenn du versuchst diese unvermeidlichen 1800 Stunden im Sinne deiner angestrebten Ausbildung zu nutzen!
Hallo,
deine Frage ist berechtigt und sinnvoll. Leider bin ich Pädagogin und kenne mich in spychologischen Ausbildungsinstituten nicht aus. Dir bleibt wohl nichts anderes übrig als dich bei anderen psychoanalytischen Ausbildungsinstituten zu informieren. Versuchs mal bei der Psychoalalytischen Gesellschaft.
Viele Grüße
Tatjana
Liebe Jutta,
vielen herzlichen Dank, dass Du Dich nochmal erkundigt hast! Das hört sich sehr sinnvoll an und ist sicher auch machbar.
Alles Gute und liebe Grüße
Alice