Psychodelische Mittel gegen Depressionen

Hi,

kennt sich jmd mit psychodelischen Drogen aus und hat dies mal ausprobiert, um Depressionen zu mildern. Bzw kann jmd über die Wirkungsweise berichten.

Wäre schön zu wissen, ich ziehe das in Betracht und möchte ggf an einer Studie teilnehmen.

Vielen Dank

Servus,

da verwechselst Du was - psychedelische Drogen (mit e) können zwar bei entsprechender Disposition Paranoide Schizophrenie auslösen, aber es sind keine Antidepressiva. Und mit Depressionen spielt man nicht, sonst können sie recht leicht tödlich verlaufen.

Die Wirkung der verfügbaren Antidepressiva ist nicht bei allen gleich und häufig unbefriedigend. Man kann aber keinesfalls alle depressiven Zustände über einen Kamm scheren. Was hat Dir denn der behandelnde Arzt zu dem Thema gesagt, was hat er Dir verschrieben? Reagierst Du auf Belichtung der Haut (wie sehr viele Depressiven)? Gibt es jahreszeitliche Schwankungen, hast Du eine geeignete Tageslichlampe? Und was für eine Studie soll das denn sein, von der Du da schreibst?

Schöne Grüße

MM

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Es gibt da schon entsprechende Überlegungen und Versuche:

Sieh dir dieses Video an:

wobei in dem Artikel, der das Abstract von Olsons Studie noch ein weiteres und gröberes Mal verkürzt und zusammenfasst, allerdings steht:

Olson hofft, dass die Erkenntnisse zur Entwicklung neuer Antidepressiva genutzt werden können.

und

Dies könnte die langfristigen Effekte der Medikamente erklären, die die Patientinnen und Patienten möglicherweise empfänglich machen für die Botschaften der Psychotherapie und für eine weniger von Ängsten und Depressionen geprägte Sicht auf die Welt.

also nochmal:

PSYCHEDELISCHE DROGEN SIND KEINE - ICH WIEDERHOLE: KEINE - ANTIDEPRESSIVA

Zu einer schulbuchmäßigen Depression gehört, dass dem Depressiven jeder einzelne eigene Schritt zur Linderung seines Leidens als unmöglich zu tragende Last erscheint und alles, wofür er nicht selbst aktiv werden muss, dementsprechend als rettender Strohhalm, nach dem er vielleicht noch greifen könnte.

Deswegen gibt es bei der vorliegenden Fragestellung nur eine einzige mögliche Antwort:

FINGER WEG!

und natürlich auch

  • Natürlich schaffst Du das, Du bist doch bisher auch noch selber aus jeder Soße rausgekommen. Aber lass Dir dabei helfen - es gibt Leute, die Dir helfen können.

Schöne Grüße

MM

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Es gibt auch schon kommerzielle Unternehmen, die an der Entwicklung von Medikamenten z.B. auf Basis psychedelischer Pilze arbeiten, wie z.B. Compass Pathway. Aber wenn man sich die Entwicklung des Aktienkurses so ansieht, sind die noch nicht wirklich vor einem Durchbruch. D.h. hier braucht es noch einen langen Atem.

Hi,

ich hätte ja echt nicht gedacht, dass man sowas wirklich in Betracht zieht, aber:

Psilocybin mit Psychotherapie zeigt bedeutsame Wirkung bei behandlungsresistenten Depressionen: ZI Mannheim

EPIsoDE – Psilocybin-Depressionsstudie: ZI Mannheim

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Servus,

da ist allerdings wie auch bei Olson in erster Linie davon die Rede, dass das Psilocybin als „therapieresistent“ eingeschätzte Depressive empfänglich für Psychotherapie macht, d.h. selbst nicht als Antidepressivum im eigentlichen Sinn wirkt. Im Sinn der Fragestellung von @anon21803794 also unbrauchbar - der will damit ja unmittelbar und ohne therapeutische Begleitung (nicht weiter diagnostizierte) „Depressionen mildern“. Und das geht halt nicht.

Schöne Grüße

MM

Huhu,

Wie weit er in der Diagnostik ist steht da nicht. Ich lese das so, dass er wissen will, ob hier jemand Erfahrungen gemacht hat, weil er ggfs. an einer entsprechenden Studie teilnehmen will. Aber ja, das ist nichts für einen Selbstversuch und eignet sich nicht für jeden. Vorher müssen andere Therapieansätze verfolgt werden. Ich dachte das würde mit meinen beiden Links deutlich werden. Ich war aber einigermaßen überrascht, dass es solche Ansätze wirklich gibt.

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Salü,

Nun ja - ein mehr oder weniger unbedeutendes Motiv für solche Ansätze ist, dass sich die Psychiatrie im Vergleich zu allen anderen Disziplinen in der Medizin mit mindestens sechs Jahrhunderten Verspätung auf den Weg in das wissenschaftliche Arbeiten gemacht hat, d.h. sich aktuell immer noch in einer Art Kräuterweiblein-Phase befindet.

Man denke daran, wie lange Lithium schon mit Erfolg in der Therapie von Bipolaren Störungen eingesetzt wird, ohne dass man wirklich wüßte, warum und wie es denn eigentlich wirkt…

Umso wichtiger das, was in den von Dir verlinkten Artikeln bereits in der Überschrift des ersten viel deutlicher formuliert ist als in dem von @Paul_6a77cf:

Wichtig ist die Einbettung in eine psychotherapeutische Vor- und Nachbereitung.

D.h. Psilocybin für sich alleine kann kein Therapeutikum für depressive Zustände (von denen @anon21803794 trotz Rückfragen bisher nichts Konkretes bekannt gegeben hat) sein.

Schöne Grüße

MM

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Ich glaube das Thema ist doch keine Gute idee. Da ich vor ca 15 Jahren eine Schizophrene Psychose hatte. Seit dem hab ich immer wieder mit starken Depressionen zu kämpfen. Das heißt ich kämpfe schon etwas länger mit dem Thema. Ich glaube, dass das Gehirn sich bei länger anhaltenden Depressionen dementsprechend anpasst. Ich denke der Ansatz geht über reine Wirkungsweise von Antidepressiva hinaus. Ich hab einen Reportage gesehen , wo gezeigt wird das sich das Gehirn komplett anders vernetzt und Einfluss von psychdelischen Drogen und ggf neue Verbindungen herstellen kann . Ein weiterer aspekt der interessant sein könnte, das eben unter Drogen ein anderer Zugang zum Unterbewusstsein ggf möglich ist.

Servus,

neugierhalber: Was ist

?

Und vor allem: Wie kommt es, dass der behandelnde Arzt die Medikation nicht eingestellt kriegt? Beiläufig: Depressionen vor dem Hintergrund, den Du jetzt beschreibst, reagieren nicht selten recht gut auf Licht. Hat der behandelnde Arzt mal dieses Thema mit Dir besprochen?

Die Geschichten von der „Vernetzung“ des Gehirns und seiner „Anpassung“ an Depressionen würde ich an Deiner Stelle niemals irgendwelchen Reportagen entnehmen, sondern ausschließlich mit fachlich beschlagenen Leuten diskutieren. Auch wenn es den klassischen „gemischten“ Facharzt für Neurologie und Psychiatrie schon länger nicht mehr gibt, findest Du ohne große Mühe Ärzte mit beiden Facharztqualifikationen. Im Unterschied zu irgendwelchen Journalisten wissen die bei diesem Thema, wovon sie reden.

Schöne Grüße

MM