Psycholog. Berater oder kleiner Heilpraktiker?

Hallo!

Ich überlege schon seit geraumer Zeit, eine Ausbildung zum psychologischen Berater oder „kleinem Heilpraktiker“ zu machen.

Beruflich komme ich nicht aus diesem Bereich, habe mich aber von jeher für Psychologie interessiert.

Da ich selber von vielen Jahren (ich bin inzwischen 40 Jahre alt) unter extremen Panikanfällen gelitten und diesbezüglich eine zweijährige Therapie gemacht habe, möchte ich mein Wissen gern weitergeben.
Gerade als ehemalige Patientin sind mir die Abläufe, das Verhalten, das Fühlen und das Gesund-Werden im Kreislauf der Panikattacken mehr als bekannt.

Da die Wartezeit auf einen Therapieplatz bei einem Psychotherapeuten extrem lang sein können (bei meiner ehmaligen Therapeutin sind es heute schon 3 Jahre!) würde ich gern Menschen in der Wartezeit helfend zur Seite stehen.
Zu sehr ist mir noch bewusst, wie schlimm es für mich war, die Panikanfälle zu überstehen, niemanden an meiner Seite gehabt zu haben, bis ich endlich mit meiner Therapie beginnen konnte.

Dies möchte ich gern beruflich machen.

Weiß jemand, wo ich mich erkundigen könnte, welche Ausbildung ich dafür benötige?
Ich möchte nicht heilend eingreifen, auch nicht mit Medikamenten arbeiten (diese habe ich Gott sei Dank niemals nehmen müssen, dennoch war die Arbeit in der Therapie hart - aber erfolgreich!).

Bei meiner Tätigkeit soll es sich tatsächlich um eine beratende Funktion handeln, mit den Panikattacken umzugehen und bis zum Beginn einer Therapie (oder auch dem Patienten nahelegen, sich einer Therapie bei einem Psychologen zu unterziehen) zu begleiten.

Welche Ausbildung brauche ich zwingend, um zum Beispiel mit der Krankenkasse abzurechnen?

Für Antworten wäre ich sehr dankbar!

Viele Grüße
Milaz

hi,

mit den kassen abrechnen zu können erfordert eine ausbildung zum arzt oder psychologischen psychotherapeuten (auf basis des psychologiestudiums aufbauend) oder kinder- und jugendlichenpsychotherapeuten (aufbauend auf ein psychologie oder pädagogikstudium) UND eine kassenzulassung, die längst nicht jeder approbierte profi bekommt (approbation ist die abschlussprüfung nach der ca. 4-5jährigen weiterbildung NACH dem grundstudium).

heilpraktiker können gegen barzahlung arbeiten und müssen eine prüfung ablegen, die zeigt, dass sie niemandem schaden und die gesetze kennen und die krankheiten kennen, die ärztlich behandelt werden müssen.

der „psychologische berater“ ist eine ähnliche auf psychische symptome konzentrierte prüfung, die zeigt, dass man psychische erkrankungen auf dem papier erkennen kann, um nachzuweisen, dass man weiss, wann man zum psychotherapeuten oder arzt überstellen muss.

die o.g. langjährigen berufe sind echte heilberufe, bei denen man die pathologie und die behandlungen in theorie und praxis lernt, die heilpraktiker-schiene ist in der tat eine möglichkeit, heilpraktisch zu arbeiten, die qualität der ausbildung ist überhaupt nicht vergleichbar.

mache ihn doch einfach, den kleinen hp, viele tun das einfach aus interesse am thema. um zu helfen kannst du dich auch einer selbsthilfegruppe anschliessen, und dort als mitglied, das anderen aus betroffenen-sicht gute hilfe ist, mitmachen.

Hallo Milaz,

der psychologische Berater und der kleine Heilpraktiker sind in ihrer Ausbildung identisch, sprich, du machst die Ausbildung zum „psychologischen Berater“ und wenn du beim Gesundheitsamt die Prüfung ablegst, hast du den „kleinen Heilpraktiker“.

Es gibt zwei grobe Unterscheidungen: Als Berater darfst du ausschließlich beraten, als HP auch „Heilmethoden“ anwenden.
Mit dem „kleinen HP“ musst du keine Umsatzsteuer bezahlen.

Weiterhin: „Psychologischer Berater“ ist kein geschützter Begriff, somit brauchst du eigentlich die Ausbildung nicht, um als dieser zu arbeiten.

Wie alpha bereits schrieb, kannst du mit beiden Ausbildungen nicht mit der Kasse abrechnen.

Ich finde die Ausbildung sehr unspezifisch. D.h., du gewinnst einen Einblick in alle Therapiemethoden, lernst allerdings nichts richtig. Könnte für dich interessant sein, um Grundkenntnisse der Beratung zu erwerben.
Für einen umfassenden Einblick in die Psychologie m.E. durchaus tauglich, Frage ist nur, ob das wirklich 6000,-€ wert ist…?!

Da ein Studium, was dir ermöglichen würde, mit der Kasse abzurechnen, wahrscheinlich aufgrund deines Alters nicht mehr infrage kommt, könntest du dir überlegen, welche Form der Beratung dich interessiert/ dir liegt, und dich dann mit speziellen Fortbildungen in diesem Bereich spezialisieren. Wie gesagt, „psycholog. Berater“ ist kein geschützter Begriff…

Wo du dich erkundigen kannst, was das Richtige für dich ist, weiß ich auch nicht. Schau doch mal in der Linkliste von w-w-w Psychologie nach, da könntest du eventl. entsprechendes finden?!

Viele Grüße,
jeanne
mitausbildungpsychologischerberater