Hallo!
Ich fühle mich genötigt eine kurze Begriffsdefinition ein zu werfen:
Psychologe := Person mit abgeschlossenem Diplom/Bachelor/Master-Studium im Fach Psychologie
Klinischer Psychologe := Psychologe, der im Studium eine Prüfung im Fach „Klinische Psychologie“ abgelegt hat, und deshalb das Recht besitzt sich zum Therapeuten weiterbilden zu lassen.
Klinisch tätiger Psychologe := In der Regel ein klinischer Psychologe, der in einem Krankenhaus arbeitet. Er darf Behandlungen im Krankenhaus durchführen!
Psychotherapeut in Ausbildung (PiA) := Klinisch tätiger Psychologe, der sich zur Zeit in einer Weiterbildung zum Psychotherapeuten befindet. Manchmal mit anderem Titel, wenn Zwischenprüfung bestanden.
Psychologischer Psychotherapeut := Psychologe mit abgeschlossener Approbation, „höchster Rang“.
Assistenzarzt in einer Psychiatrie := Absolvent eines Medizinstudiengangs mit dem Schwerpunkt Psychiatrie, ohne Facharztweiterbildung, in etwa mit dem PiA vergleichbar. Darf Medikamente verschreiben, das darf ein Psychologe, egal welchen „Ranges“ nicht und nie.
Facharzt für Psychiatrie := Psychiater mit Facharztausbildung.
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Zu deiner konkreten Frage:
Nur der Psychiater darf überhaupt Medikamente verabreichen und er wird das in der Regel auch tun. Es ist also mit einer entsprechenden Anwendung zu rechnen. Der Psychologe hat die Möglichkeit nicht, kann aber natürlich einen Arzt/Psychiater zwecks Medikierung hinzuziehen.
Zielt die Frage auf die „Therapeutische Schule“, also Psychoanalyse nach Freud, Kognitive Therapie nach Beck/Ellis, Hypnose, Schematherapie, Tiefenpsychologie etc… dann muss ich dich mit dem Satz „Unbeantwortbar“ enttäuschen. Das kann sich nämlich der individuelle Therapeut selbst heraussuchen und das ist abhängig davon bei welchem Institut er seine Weiterbildung macht. Bad Dürkheimer beispielsweise haben von allen Richtungen ein bisschen intus, Angestellte der Felsenlandklinik bei Dahn verwenden erahrungsgemäß Hypnoseverfahren, und so weiter…
Es gibt einen gewissen Konsenz: Manche Krankheiten sind ohne Medikamente unbehandelbar: Schizophrenie zum Beispiel. Andere sollten mit Medikamenten behandelt werden, etwa Bipolare Störungen, und wieder andere sollten nicht mit Medikamenten behandelt werden, wie zum Beispiel spezifische Ängste.
Womit man ganz kurz zusammenfassen kann:
Ich wollte den fundamentalen Unterschied zwischen der Therapie bei einem Psychiater und die bei einem Psychologen wissen
Der eine (Psychiater) darf Medikamente verschreiben, der andere (Psychologe) nicht.