sind gelernte psychologen die besseren psychatrie-patienten?
auf eure antwort freut sich
Erwin
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Mod: Titel verändert, damit der Artikel im Archiv gefunden werden kann.
sind gelernte psychologen die besseren psychatrie-patienten?
auf eure antwort freut sich
Erwin
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Hallo Erwin
Antwort: Nee, die sind genauso gut oder schlecht wie alle anderen.
Gegenfrage: Was bedeutet es, wenn Du alle Hauptwörter klein schreibst, aber Deinen Namen „Erwin“ groß?
Gruss, Branden
Hallo Erwin
Antwort: Nee, die sind genauso gut oder schlecht wie alle
anderen.Gegenfrage: Was bedeutet es, wenn Du alle Hauptwörter klein
schreibst, aber Deinen Namen „Erwin“ groß?
Lol 
Aber mal ne Frage: aufgrund der verschiedenen Ideologien lassen sich deutlich unterscheidbare Denkarten erkennen. Wird das in der Psychologie eigentlich berücksichtigt (von der ich keinerlei Ahnung habe) bzw. wie stellt sich eigentlich der Otto-Normale dar? Was sind seine grundlegenden Eigenschaften? link?
Gruß
Frank
Hallo Erwin,
sind gelernte psychologen die besseren psychatrie-patienten?
ich kann mir vorstellen, dass sich Psychologen, als Psychiatrie-Patienten, anders verhalten als andere Psychiatrie-Patienten, da sie durch ihr Hintergrundwissen, über die verschiedenen Therapieansätze informiert sein müssten.
Gruß
karin
verschiedene Ideologien
Lieber Frank,
verschiedene Ideologien sind „normal“ oder „okay“, solange nicht die Identität eines Menschen gleichsam auf Ideologie(n) aufgebaut ist. Wir kennen in der Psychoanalyse verschiedene Abwehrmechanismen; einer davon ist das „Ideologisieren“. Nicht weit ab davon ist ein anderer Abwehrmechanismus, das „Rationalisieren“. Diese Abwehrmechnismen versperren oft den Weg zum direkten emotionalen Kontakt.
Ein weites Feld; darüber ließe sich lange reden.
Kommst Du eigentlich am 12.März nach Berlin zum Treffen? Ich habe gerade wieder eine Anfrage erhalten, wieviele wir jetzt seien usw.
Gruss, Branden
Hallo Branden,
Gegenfrage: Was bedeutet es, wenn Du alle Hauptwörter klein
schreibst, aber Deinen Namen „Erwin“ groß?
ich würde mal auf eine allgemeine Rechtschreibunsicherheit tippen.
Ich suche auch erst mal im Duden und im Internet nach entsprechenden Bezeichnungen, wenn ich mir unsicher bin.
Der Schreiber wollte wohl den Aufwand vermeiden und hat halt gleich nur „Kleingeschrieben“ 
Der Name wird in der Regel grossgeschrieben, da kann man nicht viel falsch machen.
Ich bin ein Kommafetischist und kommae alles zu, was nur im Entferntesten nach Kommazeichensetzung verlangt - sieht für manche vielleicht komisch aus - aber für mich ist es dann erst komplett.
Gruß
karin
diesichkleinschreibtweilesschongrossekarinsgibt
Hallo Branden,
verschiedene Ideologien sind „normal“ oder „okay“, solange
nicht die Identität eines Menschen gleichsam auf Ideologie(n)
aufgebaut ist.
Das wäre jetzt die Frage, ob das pathologisch oder eine Frage der geistigen Entwicklung ist oder gar antropologisch.
Kann beispielsweise ein Psychologe sich überhaupt ein Urteil erlauben, wenn er nur mit klassischer Logik denkt? Noch lange ist nicht jeder Dialektiker. Vermutlich könnte ich mit dem „Jojo spielen“, wenn er mich zu analysieren versucht. Mit Sicherheit würde er zu falschen Schlüssen kommen.
fragt sich:
Frank, der in diesem Land den „gesunden Menschenverstand“ wahrscheinlich eh vergebens sucht 
Hallo Branden,
auch wenn meine Frage ein wenig in eine andere Richtung geht, so brennt sie mir doch unter den Nägeln 
Was ist dran an dem Spruch „Jeder gute Psychiater braucht seinen eigenen Psychiater“ ?
Könnte man das „gute“ weglassen ?
Ist überhaupt etwas Wahres dran ?
Neugierige Grüße,
Vanessa
P.S. Hintergrund der Frage ist u.a. meine Ma, die Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie (Oberärztin in der Geronto) ist und generell meint, sie bräuchte keinen eigenen Psychiater/Therapeuten.
Ich hingegen sehe das ein wenig anders … denn der Job ist bekanntlich hart !
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Hi,
ist nicht jeder Dialektiker. Vermutlich könnte ich mit dem
„Jojo spielen“, wenn er mich zu analysieren versucht. Mit
Sicherheit würde er zu falschen Schlüssen kommen.
wenn du beim Therapeuten bist, hast du die Chance etwas für dich zu gewinnen, egal ob du ein Anhänger der Dialektik bist oder nicht. Wenn du den Therapeuten täuschst, verbaust du dir die Chance. Der Therapeut wird sicher bald erkennen, daß es keinen Therapiefortschritt gibt und, wenn er ein seriöser Therapeut ist, die Therapie dann abbrechen.
So einfach ist Therapie.
Gruß
Yoyi (der den Verdacht hat, daß du sophistisch mit halbverstandenen Begriffen um dich wirfst, ohne ein Erkenntnisinteresse zu haben)
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Jeder gute Psych…
Hallo Vanessa
Was ist dran an dem Spruch „Jeder gute Psychiater braucht
seinen eigenen Psychiater“ ?Könnte man das „gute“ weglassen ?
Wenn überhaupt, dann sollte man das „gute“ stehen lassen, damit es folgenden Sinn ergibt: Leute, die psychotherapeutisch arbeiten, sollten eine Art von Supervision, Intervision, Lehranalyse oder Lehrtherapie machen. Bei uns analytisch ausgebildeten Therapeuten gehört die Lehranalyse dazu. Wir legen uns also selber lange auf die Couch, bevor wir Patienten auf unserer Couch Platz nehmen lassen. Wir „lernen“ ja nicht nur kognitiv, sondern auch emotional, und die Lehranalyse ist sozusagen „die halbe Miete“ für so eine Ausbildung.
Gruss, Branden
Hi Yogi,
daß ich nicht die spur einer Ahnung von Psychologie haabe, erwähnte ich. Daß die Frage evtl. völlig falsch formuliert ist, ist daher gut möglich. Aber:
Yoyi (der den Verdacht hat, daß du sophistisch mit
halbverstandenen Begriffen um dich wirfst, ohne ein
Erkenntnisinteresse zu haben)
genau das meinte ich!!! 
Gruß
Frank
Kann beispielsweise ein Psychologe sich überhaupt ein Urteil
erlauben, wenn er nur mit klassischer Logik denkt?
Ja, denn es geht vorwiegend bei Therapien nicht ums Denken-können (außer vielleicht bei den sogenannten Geiteskrankheiten, Psychosen), sondern um Fühlen (spüren), Kontakt, Beziehungen usw.
Noch lange
ist nicht jeder Dialektiker. Vermutlich könnte ich mit dem
„Jojo spielen“, wenn er mich zu analysieren versucht. Mit
Sicherheit würde er zu falschen Schlüssen kommen.
Es geht dem Therapeuten nicht so sehr darum, vorschnelle Schlüsse zu ziehen, oder gar dieselben nicht jederzeit revidieren zu können. Therapie ist ein -und das müßte Dir jetzt gefallen- gleichsam dialektischer Prozeß.
Aber einmal mehr stimme ich Yoyi auch wieder zu, zu dem was er hier gleich in meiner Nähe schon gesagt hat.
Gruss, Branden
fragt sich:
Frank, der in diesem Land den „gesunden Menschenverstand“
wahrscheinlich eh vergebens sucht
Guten Morgen Branden,
Wenn überhaupt, dann sollte man das „gute“ stehen lassen,
damit es folgenden Sinn ergibt: Leute, die psychotherapeutisch
arbeiten, sollten eine Art von Supervision, Intervision,
Lehranalyse oder Lehrtherapie machen. Bei uns analytisch
ausgebildeten Therapeuten gehört die Lehranalyse dazu.
Klar, nur wie lange ist das her ?
Die letzte Supervision meiner Ma war, wenn ich micht recht erinnere, bereits vor gut 8 Jahren …
Wir
legen uns also selber lange auf die Couch, bevor wir Patienten
auf unserer Couch Platz nehmen lassen. Wir „lernen“ ja nicht
nur kognitiv, sondern auch emotional, und die Lehranalyse ist
sozusagen „die halbe Miete“ für so eine Ausbildung.
Aber muss es danach nicht auch irgendwie weitergehen ?
Ich meine, Psychiatrie ist ja doch etwas anderes als zB die Ausbildung des Konditors. Klar muss das „Handwerk“ grundlegend gelernt werden und je nach Interesse bildet man sich im Alltag weiter.
Nur wohin mit dem ganzen Wust der eigenen Emotionen ?
Nach dem Tod meines Großvaters hatte meine Ma in der Klinik schon heftig zu kämpfen.
Sie hat sich viele Vorwürfe gemacht, dass er nicht zu Hause eingeschlafen ist … dass sie evtl. nicht ausreichend da war für ihn etc.
Sie hatte eine sehr schwierige Beziehung zu Ihrem Vater, die eben nie abgeklärt wurde.
Und somit fiel es ihr dann lange schwer, mit seinem Tod umzugehen.
Zumal sie mit dem Tod ja in de Geronto auch immer wieder konfrontiert ist.
Die Schuldgefühle, die sie geplagt haben, machten mir beinahe Angst.
Schlicht, weil ich das Gefühl hatte, sie steigert sich da derartig in etwas hinein und ist gar nicht offen für das, was ich im Gespräch immer wieder versuchte, ihr zu vermitteln.
An diesem Punkt wurde mir seit langem mal wieder deutlich, dass meine Ma eben auch nur ein Mensch mit ureigenen Empfindungen ist und ich hätte ihr gewünscht, die Beziehung zu ihrem Vater endlich einmal abzuklären.
Denn das sind ja unglaubliche Lasten, die sie mit sich herumschleppt.
Sie aber argumentiert mit ihrer Ausbildung und meint quasi, damit sei alles abgegolten.
In ihrem speziellen Fall weiß ich aber, dass dem nicht so ist !
Wie bringt man also einen guten Psychiater dazu, sich selbst Hilfe zu holen ?
Herzliche Grüße,
Vanessa
Hallo Vanessa,
Wie bringt man also einen guten Psychiater dazu, sich selbst
Hilfe zu holen ?
das ist ein Problem, dass du als Tochter nicht lösen kannst. Es ist wie immer: Der Leidensdruck muss hoch genug sein, um die Notwendigkeit einzusehen - es reicht also nicht, dass er „hoch“ ist, er muss hoch genug sein (und man sagt nicht unsonst, dass Ärzte die schwierigsten Patienten sind). Du könntest mehr betonen, dass auch du unter ihrem Problem leidest, aber ich habe wenig Hoffnung, dass das funktioniert, denn das wirst du eh schon versucht haben.
Wenn du möchtest, kannst du mir per Mail einmal näher beschreiben, wie sie argumentiert (für das Forum scheint mir das ein wenig zu intim, vor allem weil es sich um eine hier nicht vertretene Person handelt). Wir könnten dann die Argumentation analysieren und rationalisieren. Das scheint mir hier ein noch möglicher Weg, weil du über Emotionen nicht an ihre Argumente herankommst, sondern nur umgekehrt, weil sie die Argumente ja schützend vor sich herumträgt.
Herzliche Grüße
Thomas Miller
Hi,
den Beruf des Psychiaters oder des Psychologen ergreifen sehr häufig Menschen, die aufgrund eines eigenen psychischen Problems das Interesse für das Fach gewonnen haben. Wir Kliniker fragen da scherzhaft, was den Arzt vom Patienten unterscheidet? Der Schlüssel.
Generell aber gilt, nach der Ausbildung muß ein seriöser Arzt natürlich regelmäßig Weiterbildung erhalten. Die medizinische Wissenschaft ist sehr schnelllebig, Wissen veraltet in so einem Fach schnell. Einen Teil kann man natürlich mit Lektüre abdecken, aber auch der Besuch von Fortbildungsveranstaltungen ist m.E. unerlässlich. Heutzutage brauchst du zudem für viele Behandlungsmethoden einen Sachkundenachweis, den du nur über Besuch von Fortbildungen erhälst.
Supervision bei Ärzten (von den Psychologen weiß ich es nicht so genau) mit abgeschlossener Facharztausbildung ist leider eher selten. Manche Ärzte gehen in Balint-Gruppen, manche lassen sich auch supervidieren. Der abgeschlossene Facharzt muß es aber nicht in Anspruch nehmen, es gibt keine Verpflichtung, es ist natürlich auch nicht immer notwendig.
Ich persönlich nehme Supervision auch nur sehr selten in Anspruch, obwohl ich den Supervisor nicht einmal selbst bezahlen muß, der wird über die Klinik bezahlt. Kriterium für mich, ob ich eventuell Supervision bei der Behandlung eines Patienten brauche, ist, ob ich eine heftige emotionale Reaktion (Wut, Impuls der Fürsorge, Ärger etc.) verspüre oder ob ich ein Störungsbild erstmalig behandel.
Gruß
Yoyi
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]
Ein komplexes Problem,Vanessa, denn es geht ja nicht nur um die Frage der weitergeführten Supervision (dazu hat sich Yoyi ja schon richtig geäußert), sondern auch um Dein Verhältnis zu Deiner Mutter. Will sagen: Wir können hier das eine nicht losgelöst von dem anderen betrachten, wie es jetzt ausschaut. Denn Du bist ja nicht ganz zufrieden mit unseren „sachliche, objektiven“ Antworten, sondern WILLST an Muttern was ändern. Es handelt sich also nicht nur um ein Problem Deiner Mutter, sondern um eines zwischen Euch beiden, und das solltet ihr gemeinsam angehen.
Gruss, Branden