mich würde interessieren was Psychologen machen, wenn sie selber hilfe brauchen. Ihr werdet vielleicht sagen er wird sich schon selber zu helfen wissen, ich denke aber nicht, dass er das selber machen kann.
Geht er zu einem anderen Psychologen, oder wie?
Genauso ist es auch mit Ärzten: Gehen die auch normalerweise zu einem anderen Arzt, wenn sie selber aber spezialisiert darauf sind?
Manche Psychologen studieren, weil sie glauben, sich dann selber besser helfen zu können. Das ist bei verschiedenen anderen Disziplinen ähnlich. Es ist letztlich doch schwierig, sich selbst zu reflektieren. Er wird, wie er eben Mensch ist, sicher auch andere um Rat fragen. Das kommt ja mit Sicherheit auf die Schwere des Falles an und auf das Fachgebiet. Ob man darauf eine einfache Antwort findet oder ob es komplexer geartet ist und den Knoten alleine nicht lösen kann oder will. In der Medizin wird sicher z.B. ein Allgemeinmediziner nicht bei einer Erkältung einen anderen Arzt konsultieren, schon aber, wenn es in ein Gebiet fällt, wo er nicht weiter weiß.
Ich habe jedenfalls im Studium einen Psychologen kennengelernt (Prof), der war sehr gut als Prof. aber als Mensch katastrophal.Der steckte voller Komplexe. Ich hatte mich damals auch gefragt, wie sowas sein kann. Aber vergiss nicht: Dahinter steckt ein Mensch und er kann zwar viel lernen, muss dies aber nicht gleichzeitig verinnerlichen und in seinen Alltag einbauen.
Liebe Grüße
Fabi
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Hallo MiND,
na ich weiß nicht wie es andere machen. Ich für meinen Teil (bin weder Psychologe noch Therapeut - sondern habe eine Ausbildung in personzentrierter Beratung mit dem Schwerpunkt „FOCUSING“)habe mich zu regelmäßiger Supervision verpflichtet. Wobei das Wort verpflichtet nicht der richtige Ausdruck ist, da es mir gut tut und notwendig ist. Sprich ich treffe mich in regelmäßigen Abständen mit Kollegen zu einer sogenannten „Focusing-Partnerschaft“. In dieser Zeit begleiten wir uns gegenseitig (je ca.50min) zu persönlichen Dingen oder aber auch bei Unklarheiten in der Arbeit mit Klienten. Daneben laufen ebenfalls regelmößige Treffen (in größeren Abständen) mit Gruppensupervision.
Sich selbst helfen ist gut und schön, aber effektiv und hilfreich ist es meiner Meinung nach in Begleitung mit einer anderen Person. Wir sind doch alle nur Menschen. Obendrein sichern regelmäßige Supervisionen die Proffesionalität der jeweiligen Angebote.
Frage beantwortet?
Liebe Grüße Andreas
manche sachen, die man im studium lernt, kann man als psychologe schon gebrauchen. ich zum beispiel konnte nach einer vorlesung über schlafstörungen fast schlagartig besser schlafen. auch ein kurs zu autogenem training hat mir geholfen, um durchblutungsstörungen zu bessern. es gab noch ein paar andere sachen zb. zu streitverhalten, wovon ich profitieren konnte.
allerdings sollte man psychologie tatsächlich nicht studieren, um seine psychischen probleme zu lösen.
um beim beispiel arzt zu bleiben: man kann sich vielleicht mal selbst mit einem stich die augenbraue nähen, aber man kann sich nicht selbst den blinddarm rausnehmen.
als psychologe hast du auch nicht von jedem psychischen problem ahnung. nach dem studium bist du ja auch nicht therapeut, sondern nur psychologe: dein betätigungsfeld mußt du dann erst festlegen und dies ist breit gefächert. sogar als therapeut wird man sich spezialisieren zb. auf sucht oder eßstörungen, auf erwachsene oder kinder usw.
an einem bestimmten punkt bleibt einem als psychologe auch nichts anderes übrig, als einen profi aufzusuchen.
Hallo,
ist das zentrale Argument gegen „psychische Selbstmedikation“ nicht, daß der Therapeut einen halbwegs neutralen Standpunkt resp. eine objektive Sicht auf das Problem braucht ? Und das dürfte ja im Fall ernsterer eigener Probleme per se ausgeschlossen sein (selbst bei gutem Reflektionsvermögen).