Psychologen+Journalisten = Arghhh! (?)

http://onnachrichten.t-online.de/c/10/05/21/04/10052…

Zitat: „Psychologen vertraten in der Sendung die Ansicht, dass Kampusch ihren Entführer vermutlich zeitlebens nicht vergessen werde.“

Wie doof muss mein sein, um eine solche Offensichtlichkeit in die Welt zu posaunen? Da wird ein Mädchen acht Jahre lang von einem Mann eingesperrt, sie sieht ihn fast jeden Tag, sonst keinen Menschen, und die Psychologen „vermuten“ haarscharf, dass sie sich bis an ihr Lebensende an ihn erinnern wird.

Oder bin ich doof, und habe die Botschaft nicht verstanden?

Oder hat die heilige Journallie wieder zugeschlagen und irgend etwas total aus dem Zusammenhang gerissen dargestellt?

Nick

Zitat: „Psychologen vertraten in der Sendung die Ansicht, dass
Kampusch ihren Entführer vermutlich zeitlebens nicht vergessen
werde.“

Selbst wenn sie später an Alzheimer erkranken würde, würde sie -wegen des weitgehend erhaltenen Altzeitgedächtnisses- den vermutlich nicht vergessen.
:wink:

Wie doof muss mein sein, um eine solche Offensichtlichkeit in
die Welt zu posaunen?

Die Boulevard-Presse lebt doch von aktiver und passiver Doofheit, oder?
Gruß,
Branden

Hi,

Die Boulevard-Presse lebt doch von aktiver und passiver
Doofheit, oder?

Auch hier hat die Boulevard-Presse die Psychologen lediglich zitiert.

Auch :wink:

Gruß,
Judith

Huhu!

Auch hier hat die Boulevard-Presse die Psychologen lediglich
zitiert.

Klar, völlig richtig und wörtlich zitiert, wie bei der Marsgeschichte
(siehe hier: http://www.bildblog.de/?p=1566)
Das einzige, was da an den Zitaten stimmte, waren die Namen (die armen Experten …)

Ich fürchte, Boulevard-Pressezitate muss man interpretieren wie den Ausblick aus einer stark verzerrenden Scheibe oder so … nix wörtlich nehmen, und sich überlegen, was der Experte gemeint haben könnte, wenn man ihn mit der Frage konfrontriert.

Da wäre im hier diskutierten Fall aber eher Psychologen gefragt …

Viele Grüße!
Scrabz aka aka.

Hi Judith,

Auch hier hat die Boulevard-Presse die Psychologen lediglich
zitiert.

hatten wir das nicht schon mal? Zitieren von Leutchen, die einigermaßen wissen, wovon sie sprechen?
Ich hab da schon so meine eigenen (bizarren) Erfahrungen machen dürfen.

Gandalf

Hallo Judith

Auch hier hat die Boulevard-Presse die Psychologen lediglich
zitiert.

Ja, das ist ein komplexeres Phänomen, als es auf den ersten Blick ausschaut.
Ich habe absichtlich nichts zu den Psychologen gesagt, weil ich sonst (weider mal) in Verdacht komme, den alten Streit zwscen Ärzten und Psychologen (insbesondere innerhalb des Bereiches Psychotherapie) anzuheizen.
Da ich aber in letzter Zeit die Vorteile der friedlichen Koexistenz und sogar der fruchtbaren Kooperation zwischen Ärzten und Psychologen mmer häufiger genießen kann, habe ich mich a mal fein rausgehalten.
Natürlich könnte man die Frage aufwerfen, warum es zumeist Psychologen sind, die zu derartigen kriminalistischen Fragen in den Medien Stellung nehmen und seltener Ärzte für Psychotherapie, aber die Antwort dürfte hier ebenfalls vielschichtig sein.
Lass es mich mal negativ in Bezug auf meinen Berufsstand formulieren (hohe Schule der Diplomatie):
Wir Ärzte sind zwar keine Ignoranten, haben aber ein denkbar schlechtes (aktives) Verhältnis zur Presse und zur Politik.
Gruß,
Branden

Hallo,

Wie doof muss mein sein, um eine solche Offensichtlichkeit in
die Welt zu posaunen?

weiß ich nicht. Abgesehen davon finde ich den immer noch anhaltenden Trubel um Frau Kampusch ziemlich befremdlich. „Natascha - die ganze Wahrheit“. Der Titel läßt schon das Niveau erahnen. Ich wundere mich, daß manche Kollegen sich dazu hergeben, bei so etwas mitzumachen …

Denn wenn man bedenkt, was Journalisten von Psychologen wissen wollen („Warum sich Frauen den Pullover anders ausziehen als Männer“) und wie sie auf fachgerechte Erklärungen reagieren (z.B. neurofunktionelle Zusammenhänge beim Thema „Zwang“ - „Ja. Äh. Hä? Aber das ist doch nicht so.“ :wink:, tja, dann lehnt man dankend die „Zusammenarbeit“ ab.

Beste Grüße,

Oliver Walter

Journalisten in Schutz nehmen.

Hallo,

Wie doof muss mein sein, um eine solche Offensichtlichkeit in
die Welt zu posaunen?

weiß ich nicht. Abgesehen davon finde ich den immer noch
anhaltenden Trubel um Frau Kampusch ziemlich befremdlich.
„Natascha - die ganze Wahrheit“. Der Titel läßt schon das
Niveau erahnen. Ich wundere mich, daß manche Kollegen sich
dazu hergeben, bei so etwas mitzumachen …

Da muss ich auch mal die Journallie in Schutz nehmen.
Journalisten schreiben nur, was die Menschen lesen wollen, worüber sie sich empören, seltener was sie lieben, etc…
Wenn wirklich keiner an der Entführerstory interessiert wäre, würde kein Journalist auch nur einen Gedanken daran verschwenden.

Denn wenn man bedenkt, was Journalisten von Psychologen wissen
wollen („Warum sich Frauen den Pullover anders ausziehen als
Männer“) und wie sie auf fachgerechte Erklärungen reagieren
(z.B. neurofunktionelle Zusammenhänge beim Thema „Zwang“ -
„Ja. Äh. Hä? Aber das ist doch nicht so.“ :wink:, tja, dann lehnt
man dankend die „Zusammenarbeit“ ab.

Auch da Schutz:
Wenn ein (studierter) Psychologe weiss, dass die Journalisten in der Regel mit Dingen wie „neurofunktional“ nix anfangen können, dann muss man, wenn man wirklich daran interessiert ist, Wissen durch das Nadelöhr Journalist zu verbreiten, eben eine andere Sprache wählen.

Meine ursprüngliche Frage wollte keinem, weder Journalisten noch Psychologen einen Schwarzen Peter zuschieben. Nur das Ergebnis des Aufeinandertreffens von so verschiedenen Menschen fand ich lustig.

Nick

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Hallo,

Da muss ich auch mal die Journallie in Schutz nehmen.
Journalisten schreiben nur, was die Menschen lesen wollen,

nein, sondern sie schreiben, was bestimmte Menschen lesen wollen, nämlich ihre Kunden. Und bestimmte Menschen sind wegen Nataschas Schicksal „geschockt“ und fragen sich: „Herrgott, wird sie es je vergessen können?“

So fragt denn der Journalist in Antizipation dieser menschlichen Frage seiner Leserschaft den Psychologen. Was soll der dann antworten, wenn er doch weiß, daß diese Frage auf der einen Seite menschlich verständlich, aber nicht wirklich zu beantworten ist? Die Antwort wird dann von Journalisten eingedampft zur Banalität: „Vermutlich nicht“.

„Vermutlich“ deshalb, weil freilich Eventualitäten im Leben sich ereignen können, die keiner mit Sicherheit vorhersagen kann wie z.B. eine Gehirnverletzung bei Frau Kampusch, die dazu führt, daß sie eine retrograde Amnesie „erleidet“ und sich an nichts mehr aus ihrem Leben bei Herrn P. erinnern kann. Würden „wir“ in einem solchen Fall nicht „alle“ sagen: „Ach, die Gute, ihr Schicksal ist schrecklich, aber jetzt ist sie von ihrem Leiden erlöst. Sie muß sich nicht mehr an diese schreckliche Zeit erinnern.“?

Wenn ein (studierter) Psychologe weiss, dass die Journalisten
in der Regel mit Dingen wie „neurofunktional“ nix anfangen
können, dann muss man, wenn man wirklich daran interessiert
ist, Wissen durch das Nadelöhr Journalist zu verbreiten, eben
eine andere Sprache wählen.

Als wenn (studierte) Psychologen (gibt´s auch unstudierte? :wink:) das nicht wüßten … Allerdings wenn man sich immer darauf einließe, würden „platte“ Fragen immer mit „platten“ Aussagen beantwortet werden, so daß dann in einem Forum meistens zu lesen wäre: „Wie doof sind die denn …“

Meine ursprüngliche Frage wollte keinem, weder Journalisten
noch Psychologen einen Schwarzen Peter zuschieben. Nur das
Ergebnis des Aufeinandertreffens von so verschiedenen Menschen
fand ich lustig.

Ich würd eher sagen: Wenn man es so viel besser weiß, sollte man sich nicht lustig machen, sondern die Sache besser.

Beste Grüße,

Oliver Walter

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Hi Gandalf,

hatten wir das nicht schon mal? Zitieren von Leutchen, die
einigermaßen wissen, wovon sie sprechen?

Ja, ich erinnere mich, wir hatten das schon mal :smile:
Nun kann ich natürlich nicht mit Sicherheit behaupten, ob die
besagten Ärzte wirklich genau das gesagt haben oder nicht. Ich hab
den Artikel nicht geschrieben.
Diese Formulierung:
„Psychologen vertraten in der Sendung die Ansicht, dass Kampusch
ihren Entführer vermutlich zeitlebens nicht vergessen werde.“
ist aber eine typische Zitat-Formulierung, die grundsätzlich so
verwendet wird (werden sollte): erster Teilsatz: wer sagt es; zweiter
Teilsatz: was wird gesagt (möglichst wortgetreu, aber nicht 100%,
sonst müsste es mit Gänsefüßchen gekennzeichnet werden).

Allerdings, wie auch schonmal gesagt, würde ich von Boulevardmedien
niemals hundertprozentige Richtigkeit erwarten. Warum wird sich nur
immer wieder aufgreregt über Sachen, die doch weithin bekannt sind?

Ich hab da schon so meine eigenen (bizarren) Erfahrungen
machen dürfen.

Ich glaub dir ja… :wink:
Aber wo macht man die nicht?

Viele Grüße
Judith

Hallo!
Hab mich schon öfter über Aussagen in Zeitungen geärgert. Was die nicht alles schreiben, was Psychologen angeblich gesagt haben *seufz*
Ich denke, die haben das nur auf „allseits verständliches“ Deutsch übersetzt und in wirklichkeit haben Psychologen gemeint sie würde möglicherweise ihr Leben lang an Ängsten usw. leiden, wenn sie keine Therapie machen würde oder ähnliches… Kurzform für dumme: Sie wirds nicht vergessen *smile*

Hab heute in der Kleinen Zeitung einen netten Leserbrief gelesen. Ging um die Studiengebühren und die Verhandlungen rund um dieses Thema. Da meinte ein Student der Montanuni es ist so gemein, dass er nach 14 Semestern Studium eines technischen Studiums (was ja sooooo schwer ist und er muss sich ja sooooo mit den englischsprachigen Vorlesungen ärgern) als „Langzeitstudent“ beschimpfen lassen müsste. Weil im Vergleich dazu sagt zu einem Orchideenstudium (diesen Begriff hatte ich bisweilen nicht in meinem Vokabular) wie zum Beispiel Philosophie oder Psychologie, kein Mensch was, wenn die Studenten 14 Semster brauchen.
Naja… Stimmt nicht einfach nicht. Wenn man weit länger als die Mindeststudienzeit braucht ist man nicht nur auf der Montanuni ein Langzeitstudent. Mindestsudienzeit ist ja auch 10 Semester für Psychologie und wenn der Gute mal an die Grazer Uni schauen würde mit was für Prüfungen, Professoren und Zuständen allgemein (für 200 Studenten gibt es 25 Seminarplätze) wir da zu kämpfen haben, im Vergleich zur Monatnuni wo eh fast jeder Student einen privaten Betreuer hat, würde er es nachvollziehen können.

lg infi

die wörtlichen Zitate

Hi Nick,

In der originalen Sendung fragte der ORF-Redakteur Christoph Feurstein (der das erste TV-Interview geführt hatte) Ernst Berger (einen der Jugendpsychiater, die Frau Kampusch „betreuen“):

„Wird Frau Kampusch es schaffen können, den Herrn Prikopil jemals aus ihrem Kopf zu bekommen?“

Antwort von Berger:
„Einen Menschen, der einen acht Jahre begleitet hat, den kann man aus seiner Erinnerung nicht streichen. Das, was Frau Kampusch wahrscheinlich in ihrer Therapie lernen wird, ist, mit den Erinnerungen so um zugehen, daß sie nicht permanent belastende, störende, verletzende Erinnerungen sein werden. Aber löschen kann man diese Erinnerungen nicht.“

Antwort von Frau Kampusch (auf vermutlich dieselbe Frage):
„Die Leute die sich kurzfristig damit befassen, Polizisten, Untersuchungsrichter, die Öffentlichkeit, denen wird das wahrscheinlich schneller vorbeigehen. Für die ist es nur ein Fall. Für die ist es nur eine anonyme Geschichte. Aber ich habe damit - und auch seine Mutter haben damit zu kämpfen und zu leben. Und vielleicht wird das nie aufhören.“

Gruß

Metapher

Hi Judith

Nun kann ich natürlich nicht mit Sicherheit behaupten, ob die
besagten Ärzte wirklich genau das gesagt haben oder nicht.

„Psychologen vertraten in der Sendung die Ansicht, dass
Kampusch
ihren Entführer vermutlich zeitlebens nicht vergessen werde.“

Jetzt muss ich aber nochmal nachfragen: Gehts jetzt um Ärzte oder Psychologen? (siehe oben dazu mein etwas längeres Posting unter deinem.)
Gruß,
Branden

okay okay
…es geht um Psychologen.
*im Eifer des Gefechts…*

Kein Problem der Psychologen alleine
Hi Nick,

ich gehe davon aus, dass Journalisten es da auch nicht leicht haben, da Mediennutzer within fordern, dass irgendeine Quelle zu Rate gezogen werden muss, die etwas Wissenschaft reinbringen soll.
Man verbindet mit speziefischen Berufen eben etwas besonders schlaues in einem bestimmten Kontext. Würde man einen Psychologen zur Wirschaft Stellung nehmen lassen, wäre es möglich, dass er genau das sagt, was ein Ökonom auch sagen würde. Ein Ökonom könnte womöglich auch zu psychologischen Gesichtspunkten Stellung beziehen.
Mediennutzer sind aber eben so gepolt, dass sie Wert darauf legen eine amtliche Quelle zu etwas zu hören, auch wenn die Antworten trivial sind und manchmal auch gar nicht anders sein können. Was hätte er sonst sagen sollen ohne Leser vollkommen mit überflüssigem Fachkauderwelsch zu überfordern.
Der Journalist hätte es auch selbst sagen können, nur würde er das, sägte man ihm sofort am Stuhl.

Das ist irgendwie blöd, aber ein Journalist hat kaum eine andere Wahl, als es Mediennutzer Recht zu machen.

Viele Grüße,

Hilmar

Hoppala …
… Obacht :

Als wenn (studierte) Psychologen (gibt´s auch unstudierte?
:wink:) das nicht wüßten …

Es gibt „studierte“ Psychologen ohne Abschluss,
Es gibt „studierte“ Psychologen mit Abschluss, Dipl.Psych. oder Dr.,
Es gibt ziemlich viele „Psychologen“ ohne Irgendwas,
die Berufsbezeichnung ist m.W. immer noch nicht geschützt.

mfg:stuck_out_tongue:it
[Stud.psych.Bäckerblume]

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Hallo pit,

die Berufsbezeichnung ist m.W. immer noch nicht geschützt.

Unter dieser Adresse:

http://www.bdp-verband.org/psychologie/faq_titelaner…

findest du, als erste Frage in einer FAQ Folgendes:

  1. Ist die Berufsbezeichnung „Psychologin“ bzw. „Psychologe“ in Deutschland gesetzlich geschützt?

  2. Ja. Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofes darf sich nur Psychologe nennen, wer ein Diplom in Psychologie hat. Der Verbraucher geht bei dieser Bezeichnung von einer Person mit abgeschlossenen Hochschulstudium. Er wird getäuscht, wenn Personen diese Bezeichnung führen, ohne diese Qualifikation zu besitzen.
    Dem unberechtigten Führen dieser Berufsbezeichnung steht das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb entgegen.

Herzlichen Gruß
Renate
die bis vor einigen Monaten auch diesem Irrtum erlag

2 „Gefällt mir“

http://onnachrichten.t-online.de/c/10/05/21/04/10052…

Zitat: „Psychologen vertraten in der Sendung die Ansicht, dass
Kampusch ihren Entführer vermutlich zeitlebens nicht vergessen
werde.“

Wie doof muss mein sein, um eine solche Offensichtlichkeit in
die Welt zu posaunen? Da wird ein Mädchen acht Jahre lang von
einem Mann eingesperrt, sie sieht ihn fast jeden Tag, sonst
keinen Menschen, und die Psychologen „vermuten“ haarscharf,
dass sie sich bis an ihr Lebensende an ihn erinnern wird.

Oder bin ich doof, und habe die Botschaft nicht verstanden?

Oder hat die heilige Journallie wieder zugeschlagen und irgend
etwas total aus dem Zusammenhang gerissen dargestellt?

hallo nick,

zum einen wurde auch in deutschland mehr dazu gesagt als nur dieser seine satz - nämlich genau der wortlaut, den metapher zitiert hat.
zum anderen muss man solche aussagen mal im zusammenhang betrachten -
wie z.b der tatsache, dass es anscheinend einen grossen teil von menschen gibt, die „diesem fall so keinen glauben schenken wollen“.

in der berichterstattung wurde vielfach er unglaube erwähnt - z.b -
warum sie nicht geflohen sei vorher oder auch daran, dass es ihr doch
viel schlechter gehen müsse…
die sog. öffnetlichkeit war ja auxh der grund für die berichterstattung . das opfer selbst nebst ihre berater sahen und sehen keine andere möglichkeit als an die öffentlichkeit zu gehen, damit sie irgendwann in ruhe ohne öffentlichkeit einmal ein stück ihre leben leben kann.

für die trottelige unsensible sensationsgeile masse ist diese formulierung gewählt worden - wobei du sie ja aus den zusammenhang gerissen hast und der ist meiner ansicht nach nicht gerade unerheblich.

ich kann die aufregung um so eine massenverständliche formulierung nicht nachvollziehen - schliesslich darfst du nicht von dir oder deinem umfeld ausgehen. die meisten menschen haben nunmal keinen blassen schimmer und noch dazu muss in so einer berichterstattung auch dazu das opfer selbst geschützt werden so gut es eben geht unter diesen umständen - also an die öffentlichkeit zu gehen. das ist so oder so eine gradwanderung.

mich haben mehr andere aussagen entsetzt - die eben die von bürgern die nicht verstehen konnten, wieso ein opfer in dem alter nicht bei jeder gelegenheit flüchtet - menschen also, die wohl nur von 12 bis mittag denken…
so wird das opfer automatisch wieder eines, diesmal jedoch von seiten jener die meinen zu wissen wann ein opfer was zu tun hat - als hätte jeder sich schon mal in der lage befunden…

gruss
nina

Hallo Renate,

vielen Dank für die Aufklärung; gut, dass ich mit „m.W.“ vorsichtig war :wink:
Schon seltsam, daß sich die Fama so lange hält, zumal das Wettbewerbsurteil des BGH aus 1985 stammt.

Da hat aber ein (recht guter) Story-Schreiber ganz schön daneben gelegen, Zitat:

„Und er gab mir dazu einige pragmatische Ratschläge, allerdings innerhalb seiner Tätigkeit als Psychologe, diese nichtgeschützte Berufsbezeichnung, die auf einem riesigen Messingschild hinter seinem Lederbürostuhl prangte, unter dem noch riesigeren Spruch auf Silberplatte: Think Big! Daneben etwas reichlich klein der Tarif: 45 Minuten Beratung 90 Euro, das DM war ausgestrichen und durch Euro ersetzt, na, wenigstens hat er nicht an der Preisschraube gedreht. Preisstabilität ist schließlich das Gebot der Stunde.“

Schludriger Autor, dieser … Aus: http://love-junkie.blog.de/2005/06/16/hurra_ich_werd…

mfg&schönesWE:stuck_out_tongue:it
[heute:dipl.parapsych.]

nochmal Richtigstellung

Ich würd eher sagen: Wenn man es so viel besser weiß, sollte
man sich nicht lustig machen, sondern die Sache besser.

Ich wollte nicht nur nicht den Journalisten, sondern auch den Psychologen nicht den schwarzen Peter zuschieben. Tut mir leid, falls es so verstanden wurde.

Nick