Hallo,
Ich nehme an, dass zumindest einige von euch Psychologie
studiert haben,
ich bin Diplom-Psychologe und arbeite für die PISA-Studie 2003.
Ich weiß, dass vor allem im Grundstudium viel Mathe gelernt
wird,
Statistik gehört durchgehend zum Studiumsstoff. Im Grundstudium werden die Grundlagen der Statistik gelehrt. Daran scheitern schon viele.
im Hauptstudium kann man dann aus mehreren Schwerpunkten
wählen,
Ja. Trotzdem muß man alle anderen Fächer belegen, z.B. Diagnostik, Forschungsmethodik und Evaluation.
Klinische Psychologie ( was ich mir so vorstelle, dass
Therapeuten nachher brauchen könnten),
Stimmt, obwohl es keine Therapieausbildung ist. Es werden jedoch die psychischen Störungen, ihre vermuteten Ursachen sowie Behandlungsmöglichkeiten gelehrt. Im Schwerpunkt kann man an manchen Unis auch praktische, therapeutische Techniken kennenlernen.
pädagogische Psychologie ( da stelle ich mir sowas wie später
Sozialarbeit drunter vor)
Nein, eher nicht. Die Pädagogische Psychologie hat sich früher v.a. auf das Lehren und Lernen in der Schule konzentriert. Seit einiger Zeit gibt es die Entwicklung, Aus- und Weiterbildung über die gesamte Lebensspanne hinweg zu betrachten.
und ABO Psychologie, was sich nach Bwl anhört und
auf Marktforschung und Personalarbeit abzielt.
Kein BWL, sondern die psychologische Betrachtung von Fragen zu Arbeit, Organisation und auch den Marktprozessen, z.B. über das Fach Marketing, das ich als Schwerpunkt belegt habe.
Ich denke, dass man, und das
ist das was ich möchte, was über die Menschen lernt, was sich
halt so seit einem Jahrhundert zusammengetragen hat:
Ja, aber aus Sicht der verschiedenen psychologischen Teildisziplinen, also nicht geisteswissenschaftlich oder philosophisch oder medizinisch, sondern die zwar durchaus aus anderen Richtungen beeinflußte, aber trotzdem eigene Perspektive der Psychologie.
Krankheiten, Erscheinungen, Entwicklung des Menschen und warum
manche Dinge so auftreten, wie sie es tun.
Krankheiten stehen nicht im Vordergrund der psychologischen Betrachtung, sondern stellen nur einen von vielen Untersuchungsgegenständen der Psychologie dar. Es geht in der Psychologie z.B. um Unterschiede zwischen Menschen bzgl. des Temperaments, der Intelligenz, um bei allen Menschen auftretende Prozesse wie Gedächtnis, Emotion, Motivation, Denken, Wahrnehmung, um Verhalten in Gruppen (ein Gegenstand der Sozialpsychologie), um die Entwicklung psychologischer Funktionen (z.B. Gedächtnis) über die Lebensspanne (ein Gegenstand der Entwicklungspsychologie).
Das alles wird dann
durch die Statistik unterstützt und untersucht
Ja, die psychologische Forschung benutzt in sehr vielen Fällen statistische Methoden, um ihre Vermutungen auf Gültigkeit zu untersuchen.
und durch die
Biopsychologie so erklärt, dass man sieht, dass zum Beispiel
psychische Krankheiten kein im Gehirn rumlaufender Geist sind,
sondern dass zum Beispiel Depressionen durch
Neurotransmittermangel etc. verursacht werden können und dass
es zum Beispiel endogene Depressionen gibt.
Ja, das sind Beispiele für biopsychologische Aspekte in der Klinischen Psychologie. Es geht aber noch viel, viel weiter und betrifft bei weitem nicht nur Krankheiten.
Ich möchte Abo Psychologie wählen, das mit
Bwl und Fremdsprachen kombinieren und dann irgendwas in
Unternehmen machen.
Das kann sehr spannend sein.
Ist meine Vorstellung jetzt so komplett falsch?
Nein, vieles davon ist im groben o.k. Falls Du tatsächlich Psychologie studieren solltest, wird sich Dein Blick noch mehr schärfen.
Haben
Psychologen (Therapeuten ausgenommen), Nichts mit Menschen zu
tun und rechnen den ganzen Tag nur rum, stellen Statistiken
auf und entwickeln Theorien?
Kommt darauf an, welche konkrete Arbeit ein Psychologe macht. Selbst ein klinisch tätiger Psychologe kann relativ wenig mit Menschen zu tun haben, wenn er z.B. Forschung betreibt.
Gruß,
Oliver