Hallo zusammen,
ich hab mir ja lange überlegt, ob ich hier oder bei den Psychologen posten soll, aber es geht mir tendentiell mehr um die medizinische Seite der Frage 
Und zwar leidet Familie P. seit einiger Zeit an einer gemeinschaftlich-solidarischen Bronchitis. Familienunterhaltungen enden derzeit sehr früh in Hustkonzerten.
Soweit so gut, nun hatten wir gestern abend die folgende Situation: Papa-P und Mama-P waren auf einer (sehr ruhigen und gediegenen) Silvetersparty. Vorher sowie zwischendurch hat man sich mit diversen Hustenstillern gedopt um die Gastgeber nicht den ganzen Abend mit Hustkonzerten zu unterhalten.
Das ging wohl auch recht gut, und kaum sass man im Auto in Richtung Heimat ging das Hustkonzert in nie dagewesener Stärke und Intensität los - wohl nach dem Motto „endlich braucht man’s nimmer unterdrücken“. Nun kam man auf dem Heimweg an einer äusserst üblen Unfallstelle vorbei, wurde von Polizisten umgeleitet, war unsicher, ob ein weiteres Familienmitglied unfallbeteiligt ist etc. Und schlagartig hörte das Hustenkonzert auf. Weiter ging’s erst, als man in der heimischen Bärenhöhle angekommen war und abgeklärt war, dass das vermeintlich unfallbeteiligte Familienmitglied wohlbehalten angekommen war.
Gibt’s dafür eine schlaue Erklärung? Kann also ein Schreck (Adrenalin?) den Husten vergraulen? Oder war es nur die Ablenkung? Zumindest letzteres bemerke ich an mir selber, wenn mich irgendwas vollständig beschäftigt und ablenkt, „vergesse“ ich den Husten, kommt zum Bleistift was langweiliges im Fernsehen, dann „erinnere“ ich mich wieder dran. Kann das sein?
*wink*
Petzi
Hallo Petzi,
es gibt viele solcher Phänomene, z.B.
- daß man durch Schock Anfangs auch bei Wahnsinnsverletzungen keinen Schmerz fühlt,
- daß chronische Krankheiten oft durch in einer Schwangerschaft deutlich weniger schlimm sind,
- daß man in Todesangst zu Leistungen fähig ist, die man sonst nicht erbringen könnte.
Biologisch zählt nur das Überleben und um das in Krisensituationen sicherzustellen ist der Körper in der Lage kurzfristig auf „Notprogramm“ umzuschalten. Dann ist alles andere untergeordnet. Was ist schon ein Husten gegen das Überleben?
Das Notprogramm mobilisiert alles, kann aber nur kurze Zeit aufrechterhalten werden. Schwächt sich die extreme Situation wieder ab, wird auf „Normalbetrieb“ zurückgeschaltet - und der Husten ist wieder da.
Was du beobachtet hast ist also eine sehr gesunde Reaktion des Körpers.
Gruß Steffi
Hi Petzi
ich hab mir ja lange überlegt, ob ich hier oder bei den
Psychologen posten soll, aber es geht mir tendentiell mehr um
die medizinische Seite der Frage 
Naja, es gibt tendenziell wirklich beide Aspekte beim Husten, zumindest aber beim Räuspern, die psychologische und die medizinische.
Von Berufswegen fühle ich mich für beide gewissermaßen zuständig. 
Zumindest eine schöne Fragestellung für das neue, junge Jahr!
Also:
Neben den bekannten akuten und den chronischen Bronchitiden haben wir da ja noch das allseits beliebte (und auch gern bei Konzerten und Theaterveranstaltungen gehörte) ZWANGSRÄUSPERN und ZWANGHAFTE HÜSTELN.
Sehr gefragt sind auch die „ansteckenden“ Huster, die man immer wieder gern im Theater, in der Oper oder sonstwo, trifft. Auf sehr lauten Rockkonzerten ist diese Spezies selten anzutreffen - es hört ja keiner richtig zu, wenn die husten, es kümmert ja keinen, weil der laute Gitarrensound geade viel geiler rüberkommt.

Es grüßt Dich
Branden
Hallo Torsten,
Von Berufswegen fühle ich mich für beide gewissermaßen
zuständig. 
Da hast du die Omnipotenz aber nur noch gerade so durch ein „
“ rausgeschmissen! Ich würde mal sagen: 4 minus.
Gruß
Hermann
Na, Hermann,
wieder mal ein frustrierendes Silvester in der Provinz gehabt?
Mach Dir nix draus, es kommen auch wieder hellere Tage.
Da hast du die Omnipotenz aber nur noch gerade so durch ein
„
“ rausgeschmissen! Ich würde mal sagen: 4 minus.
Von Omnipotenz ist keine Rede, von Potenz hingegen schon eher.
Gruß,
Branden
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