Psychologie in sozialen Berufen

ist das eine „ganz spezielle“???
frage weil ich mich an einer Fachschule fuer Ergotherapie beworben habe.Die Bewerber sollten in der lage sein ihr eigenes tun und handeln reflektieren zu koennen.
Hmm…das gilt dann nicht so fuer die Schulleitung,Ausbilder usw.???
Als ich mich nach der Zertifizierung der Schule erkundigt habe wurde ich "schief"angeguckt.(oh ha,unbequeme Fragen)

Ueber die Aufnahme an der Schule haben Schueler im 1.Ausbildungsjahr entschieden.
Wurden da vorher irgendwelche Tests gemacht um mal zu schauen wie diese mit dieser „Macht“ umgehen???

Wie einige da teilweise raushaengen lassen haben das S-I-E darueber entscheiden ob oder ob nicht hat mich erstaunt.

Es gab ein relativ kurzes Gespraech mit der Schulleitung(im Schlepptau:Klassensprecher und ein Ausbilder)

Wirklich nichts was ich erwartet habe wie z.B.
Was wisst ihr ueber Ergo
Warum Ergo
Welche Bedeutung hat Ergo in der Paediatrie,Geriatrie usw.

Ich hatte das Gefuehl das es ein reines „pseudo Gespraech“ war und schon fest stand wer genommen wird und wer nicht.

Beim Non verbalen Spiel wurde aus meiner Sicht total ignoriert wie „asozial“ sich Beweber teilweis verhalten haben.
Man dufte zwar nicht miteinander sprechen,sich aber dennoch untereinander helfen.

Da kochten einige lieber ihr eigenes Sueppchen schliesslich ging es ja darum „zu bestehen“.
In Ergo Foren bin ich dann auf eine gestossen die fuer diesen Tag „Richterin“ spielen durfte.
Auf Kritik und meine Zweifel ob denn Schueler ueberhaupt die Erfahrung und reife eines Ausgebildeten Therapeuten mitbringen um ueber uns Urteilen zu koennen und auch auf die frage des vielleicht mit „Macht“ nicht umgehen koennen kam keine Reaktion.

Das gleiche mit einer Schuelerin einer anderen Schule.
Solch einen Ablauf des Auswahlverfahrens haette ich in jeder anderen Branche erwartet,so hingenommen und auch nicht grossartig Kritisiert aber nicht in sozialen Berufen!!!

Was geht da ab???
Achten die Leute strikt darauf niemanden aufzunehmen der ihre eigene Position in der Gruppe gefaehrden koennte??

Ist echtes soziales Verhalten eine „Mode Erscheinung“ der 70er Jahre oder sowas???

Oder bin ich einfach nicht in der Lage diese absolut „tiefgruendige Psychologie“ zu erkennen?

LG

Hallo Xenia,

Was geht da ab???
Achten die Leute strikt darauf niemanden aufzunehmen der ihre
eigene Position in der Gruppe gefaehrden koennte??

Ist echtes soziales Verhalten eine „Mode Erscheinung“ der 70er
Jahre oder sowas???

Oder bin ich einfach nicht in der Lage diese absolut
„tiefgruendige Psychologie“ zu erkennen?

ich bin kein Psychologe o.ä., habe aber ähnliches an einer Berufsfachschule für Rettungsassistenten erlebt.

Dieser Beruf erfordert, so man ihn „richtig“ ausübt, zumindest ein wenig an sozialer Kompetenz und Konfliktfähigkeit - weniger im Miteinander mit den Kollegen (auch, aber nicht primär), vielmehr im Umgang mit Patienten. Man kommt dort zwangsläufig in Situationen, die „nicht ganz ohne“ sind. Die charakterliche Eignung wurde leider _gar nicht_ überprüft bei den „Bewerbern“ für diese Ausbildung. Unter meinen Mitschülern dort waren teilweise welche, die einfach menschlich gesehen absolute Arschlöcher waren. Ich hab auch schon Retter erlebt, die Patienten geschlagen haben oder auf andere Weise herablassend behandelt haben. Manchmal mussten sie die Konsequenzen dessen tragen - manchmal aber leider nicht.

Klar, solche Leute gibt es in jedem Beruf, aber es ist imho auch Auftrag einer Schule, zumindest im Rahmen ihrer Möglichkeiten vorzusieben.

Es ist nur natürlich, daß Leute in Führungspositionen versuchen, diese Position zu halten - wenn sie in dieser Position „Mist bauen“, bedeutet das natürlich, daß Kritiker mundtot gemacht werden oder von vornherein ferngehalten werden.

Genauso, wie es bspw. in der Politik Dutzende „Sümpfe“ gibt, gibt es die in sozialen Berufen und es geht wie immer um Geld und um vermeintliche Macht. Soziale Berufe sind da nicht anders als andere Berufszweige, dort sitzen nicht „bessere Menschen“, sondern derselbe Querschnitt aus der Bevölkerung wie anderswo.

Gruß,

Malte.

PS: Diese Rettungsdienstschule ist AFAIK mittlerweile aufgelöst, u.a. auch als Folge von Unterschlagungen.

Na supi!!!

Die Problematik in dem Streben nach Erhaltung einer homogenen Gruppenstruktur macht also auch im sozialen Bereich nicht halt.
Wieder einer Illusion beraubt worden oder…wie naiv von mir etwas anderes zu glauben/hoffen :wink:

Ich meine klar,man begibt sich bei jeder Bewerbung dem Wohlwollen,der Macht und letztendlich auch dem persoenlichen Geschmack des Einstellenden aber wie schon erwaehnt habe ich es mir in dem Bereich anders vorgestellt.

Ich persoenlich finde schon das man vom Verhalten unter Kollegen(allgemein Zwischenmenschlich)ableiten kann wie man sich Patienten gegenueber verhaelt.

Wenn ich mich fuer einen sozialen Beruf entscheide dann doch wohl deshalb weil ich den Menschen als Mittelpunkt meiner Taetigkeit sehe und nicht mich selber.

Tja,die Frage ist jetzt wie ich mich an einer anderen Schule verhalten muss um Fuss fassen zu koennen.
Anscheinend muss ich mich auch hier verkaufen statt zu ueberzeugen.

Hallo,

Die Problematik in dem Streben nach Erhaltung einer homogenen
Gruppenstruktur macht also auch im sozialen Bereich nicht
halt.

Warum sollte sie?

Ich persoenlich finde schon das man vom Verhalten unter
Kollegen(allgemein Zwischenmenschlich)ableiten kann wie man
sich Patienten gegenueber verhaelt.

Du kannst problemlos beliebig wählen aus {(Abteilungsleiter, Mitarbeiter, Kunde) oder (Stationsleitung, Pflegepersonal, Patient) oder (Wachleiter, Retter, Patient)} etc. pp. und wirst stets feststellen, daß es von dem Menschen in der jeweiligen Position abhängt, wie wichtig ihm welche der anderen Personen ist.

Es gibt natürlich {Abteilungsleiter, Stationsleiter, Wachleiter}, denen der {Kunde, Patient} wichtig ist, also seine Zufriedenheit, der Umgang mit ihm, gleiches gilt für den Umgang der Mitarbeiter untereinander.
Es gibt aber auch welche, denen Bilanzen, Kostenstellen und Jahresabschlüsse wichtiger sind bzw. die andere Werte darüber vergessen.

Wenn ich mich fuer einen sozialen Beruf entscheide dann doch
wohl deshalb weil ich den Menschen als Mittelpunkt meiner
Taetigkeit sehe und nicht mich selber.

Du unterschätzt die Motive bei der Wahl eines sozialen Berufes.
Wähle aus: Helferkomplex, Wunsch nach gesellschaftlicher Anerkennung, Machtbedürfnis, etc. pp…

Tja,die Frage ist jetzt wie ich mich an einer anderen Schule
verhalten muss um Fuss fassen zu koennen.
Anscheinend muss ich mich auch hier verkaufen statt zu
ueberzeugen.

Das ist immer so und hängt von Deinem Gegenüber ab - der Verein, für den ich 4 1/2 Jahre gerettet habe, war da eine ganz gute Wahl, nach meinem Umzug ins Ruhrgebiet hab ich hier mal bei einem hiesigen Vertreter dieser Gruppierung hereingeschaut - dort hatte ich den Eindruck, daß deren Werte nicht zu meinen passen - das war (unter einigen anderen entscheidenden Gründen!) ein Grund, warum ich heute nicht mehr rette.

Du möchtest das berufsmäßig machen, da bist Du in einer etwas anderen Situation - was ich sagen will ist:

Natürlich musst Du Dich gut verkaufen, aber wenn Du dafür Deine werte verraten musst, lass es lieber - tu das nur soweit, wie Du es vor Dir selbst rechtfertigen kannst.

Gruß,

Malte.

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