Gedanken
Guten Tag,
zunächst einmal will ich dich gerne ermutigen. Sich mit „uns“ zu befassen (wie auch die Medizin oder Biologie) hat immer etwas besonders reizvolles.
Habe dieses Jahr mein Abitur (Schnitt 2,7) gemacht und gleich
anschliessend eine Ausbildung als Fachinformatiker bei Bosch
begonnen.
Ich schätze, dass du dort auch einen dicken Brocken Mathematik (also bis zum Integral und numerischen Integrieren) machst, was eine sehr nützliche Grundlage ist, um im klassischen Psychologiestudium die Statistik leichter zu schaffen.
Dann gibt es die sog. http://de.wikipedia.org/wiki/Ingenieurpsychologie in der es ganz grob um Ergononie, sprich die Mensch-Maschine-Schnittstelle geht, die ja auch bei Anwendersoftware das große Kriterium ist.
- Wo könnte ich mit meinem Schnitt Psychologie studieren
(klappt das noch in Deutschland oder sollte ich lieber ins
Ausland)?
Direkt ins Ausland könnte schwierig werden, außer du könntest über deinen Ausbildungsbetrieb das nötige Vitamin B mitbringen. Sonst bieten sich gerade da Studiensemester im Ausland an. Gerade im Umfeld der Luft- und Raumfahrt und des Militärs (ist halt so) gibt es in den USA sehr interessante Studienergebnisse zur Ergonomie. Was Software-Ergonomie gibt, hat es IMHO auch in Deutschland ausreichend gute Forschungsinstitute, möglicherweise ist da ein bisschen „reisen“ angesagt um die „Perlen“ zu nutzen.
- Reicht das Interesse an Psychologie aus oder muss man
übermäßigen Fleiss investieren, sodass die Freizeit stark
darunte leidet?
Tja nun, das hat auch viel mit der Mensch-Mensch-Schnittstelle (Dozent-Student) zu tun. Abgesehen auch davon wie offen jemand gegenüber Querlesen in leichter zugänglicher Literatur ist. Wenn sich Dozenten auf eine Schule einschießen und diese Literatur furchbar zu lesen ist und es auch keine didaktisch aufbereitete Sekundärliteratur gibt, dann ist da schnell Essig. Aber auf einer größeren Universität kann man das gleiche Fach auch bei verschiedenen Dozenten belegen …
Für meinen Vorschlag Ing.-Psych. könntest du dich jetzt schon kurz in die Soziobiologie (kurz halten) und Wahrnehmungspsychologie (viele Bücher lesen) einarbeiten. An die Evolutionspsychologie würde ich wg. der Frische der Forschung weniger Zeit verwenden. Ich denke das sind zumindest Felder in denen weniger Interpretationsspielraum ist und einige wenige Linien gefahren werden.
Stöber doch mal bei amazon & Co. und lass dich von vielen und guten Bewertungen inspirieren. Liest immer auch die ablehnenden Bewertungen durch und dann los in die Bibliothek. Schreib dich als Fremdleser an der/den nächsten Unis ein und trau dich ran aktuelle Literatur auch im englischen Original zu lesen. In der EDV-Welt sollte das eh üblich sein.
Zum üben wg. Englisch empfehle ich von Robert M. Hazen und James Trefil: Science Matters: Achieving Scientific Literacy (Auflage von 2009). Schön geschrieben und umfassend zur Allgemeinbildung in den Naturwissenschaften.
Gruß
Stefan