Psychologie,nutzen

hallo,
kann mir eventuell jemand mitteilen, ob psychologen ihr fachwissen hilft, persönliche lebenskrisen (tod von angehörigen, scheidung u.sw.) oder eigene erkrankungen besser zu bewältigen?
vielen dank.
gruss,
andreas

dem einen ja, dem anderen weniger
also: von Fall zu Fall, von Person zu Person, unterschiedlich.

Man sagt ja auch z.B. der Schuster hat die schlechtesten Schuhe.

Gruß
Miriam

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Hi,

also, ich bin zwar nur „Hobbypsychologin“ aber mir hat mein Wissen im pädagogischen als auch psychologischen Bereich sehr viel geholfen hinsichtlich meiner persönlichen Entwicklung (was definitiv Lebenskrisen mit einschließt!)

Branden schätzt die Kurzversion, ich mag´s ausführlicher, aber er hat schon recht: Es ist individuell verschieden.
Ich kenne keinen Berufszweig mit so vielen unfähigen Menschen was das Zwischenmenschliche betrifft wie Pädagogen! Sogar alle Handwerker, die ich kenne, sind i.d.R. fitter rein aus dem Bauch heraus als meine „Kollegen/-innen“.
Und dabei meint man, die, die die Theorie kennen, müssten sie auch umsetzen, aber weitaus gefehlt. :frowning:(
Ich nehme an, bei den Psychologen ist es nicht anders.

Warum das so ist, habe ich bis auf den heutigen Tag noch nicht 100% herausgefunden. Es scheint für viele eben die pure Theorie zu sein, die mit ihrem Leben nichts zu tun hat.

Ich glaube, zum Teil hängt das damit zusammen, dass man für die eigenen Dinge häufig blind ist, weil man mit/ in ihnen verstrickt ist. Wie oft schon musste ich mir Rat bei Freunden holen - wären sie mit dem gleichen Problem zu mir gekommen, hätte ich ihnen das gleiche dazu sagen können, wie sie mir gesagt haben…

Mein persönliches Fazit zu deiner Anfrage:
Psychologisches Wissen hilft m.E. immer gut (wenn man denn ein „Kopfmensch“ ist), um diverse Krisen besser verarbeiten zu können. Allerdings ist ein entsprechendes Fachbuch i.d.R. anscheinend hilfreicher als eine Ausbildung im entsprechenden Bereich.

Dein Beispiel Trauer: Wenn jemand um die verschiedenen Phasen von Trauer weiß und sie somit als „normal und vergänglich“ einordnen kann, wird er z.B. auf seine Wut auf den Verstorbenen anders reagieren können, wenn er weiß, dass dieses Gefühl ganz normaler Bestandteil der Trauerphasen ist, als jemand, der sich mit dem Thema nicht beschäftigt, diese Phase durchlebt und sich eventl. selbst verurteilt über seine negativen Gefühle.

Letztendlich ist es auch immer eine Frage, inwieweit sich das theoretische Wissen „emotional setzen kann“. D.h., oftmals nützt es recht wenig, wenn ich z.B. um die psychologischen Hintergründe von Eifersucht oder Ängsten oder… weiß, solange das Wissen rein im Kopf besteht und die Gefühle im Bauch rumouren. Meine persönliche Erfahrung ist, dass das Wissen vom Kopf in den Bauch „rutschen“ muss, erst dann ist „Ruhe“ :smile:)

  • ansonsten hast du nichts weiter als ein Dilemma zwischen Kopf und Gefühl…

Und das, um den Kreis zu schließen, ist eine Sache der Persönlichkeit:
wie weit ist es für einen Menschen hilfreich, theoretisches Wissen anzusammeln um sein praktisches Handeln verändern zu können?
Ich persönlich brauche immer eine psychologische Erklärung, um mein Verhalten begreifen/ ändern zu können, habe aber schon mit vielen Menschen gesprochen, für die diese absolut irrelevant ist.

Lieben Gruß,
jeanne

Hallo,
der Spruch ist wohl wahr - aber in diesem Kontext unpassend.
Passend wäre er beispielsweise bei der Frage:
Sind geschiedene Paartherapeuten schlechte Therapeuten?

Hier geht es aber um den Nutzen eines Personenkreises, die eben nicht Schuster sind und für sie kann der Schuster eine nützliche Hilfe sein, auch wenn der Schuster selbst in Flipflops herumläuft.

Viele Grüße

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Hi,

Hier geht es aber um den Nutzen eines Personenkreises, die
eben nicht Schuster sind und für sie kann der Schuster eine
nützliche Hilfe sein, auch wenn der Schuster selbst in
Flipflops herumläuft.

ich glaube, du hast den Spruch nicht verstanden. Der Spruch besagt doch nur, dass derjenige (Schuster), mit seiner Arbeit selbst nichts anfangen kann (weil er selbst in kaputten Schuhen rumläuft), obwohl er sein Handwerk natürlich beherrscht (und die Schuhe anderer Leute repariert).

Das ist doch genau das Beispiel?!

Gruß
Steffie

Moin

ich glaube, du hast den Spruch nicht verstanden.

Ich denke, Chili hat den Spruch sehr wohl verstanden - er hat nur weiter ausdifferenziert, was man an seinem Beispiel mit den geschiedenen Paartherapeuten sieht.
Gruß,
Branden

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Moin,

kann mir eventuell jemand mitteilen, ob psychologen ihr
fachwissen hilft, persönliche lebenskrisen (tod von
angehörigen, scheidung u.sw.) oder eigene erkrankungen besser
zu bewältigen?

Mein Vater hat mehrere Jahrzehnte in einer geschlossenen Psychiatrie gearbeitet und sagte gerne, daß der Unterschied zwischen den Patienten und den Ärzten der ist, daß die Ärzte einen Schlüssel haben.
Mir ist aber auch aufgefallen, daß nicht wenige, die Psychologie & Co studiert haben es auch getan haben, weil sie Probleme mit sich selber hatten und wohl hofften, durch dieses Studium sich selber besser helfen zu können.
Ob und wenn ja in welchem Maß das zutrifft ist wohl höchst individuell.

Gandalf

Hi,

Ich denke, Chili hat den Spruch sehr wohl verstanden - er hat
nur weiter ausdifferenziert, was man an seinem Beispiel mit
den geschiedenen Paartherapeuten sieht.

na gut, aber dann ist der Spruch meiner Meinung nach noch nicht gleich falsch.

Gruß
Steffie

Hi Chili,

Sind geschiedene Paartherapeuten schlechte Therapeuten?

Geschiedensein ansich ist keine Krankheit. Und Paartherapien haben oft das Ziel eine Trennung herbeizuführen, die für beide Partner akzeptabel und damit nicht mit emotional unlösbaren Konflikten beladen ist. Hier tritt der Paartherapeut als Mediator auf und warum soll er das nicht können, nur weil er selbst geschieden ist und vielleicht sogar eine positive Erfahrung damit für sich verbuchen und weitergeben kann?

Gruß,
Anja

Emotionen
Hallo,

ein Psychologe handeln oft ganz anders als er es sich selber raten würde. Den Unterschied macht, ob er emotional involviert ist oder ob er einen unbeteiligten Blick von Außen einnehmen kann.

Ich selbst handle von Emotionen getrieben auch oft anders als ich sollte und denke sogar in der Situation schon, dass es besser wäre dieses oder jenes nicht zu sagen oder zu tun aber dann kann ich es einfach nicht verhindern.

Deswegen folge ich auch oft meinen eigenen Ratschlägen nicht.

Der Psychologe durchschaut bestimmte Handlungsmuster und Mechanismen und ihre Ursachen vielleicht besser als der Durchschnittsmensch, aber dieses Durchschauen hilft ihm in emotionalen Momenten oft nur wenig.

Tychi

Hallo Chili,

auch wenn ich den Spruch salopp hinformuliert habe, halte ich ihn nicht für unpassend.

Ein Schuster hat, wie der Psychologe, das entsprechende Handwerkszeug, um mit Problemen/ Aufgaben umzugehen.
Wie Branden auch schreibt kann der eine dies besser anwenden, der andere weniger.

Viele Berufsgruppen - auch KfZ-Mechaniker z.B. - gehen aber mit sich selbst weniger sorgsam um als mit anderen.

Gruß
Miriam