Psychologiestudium?

hi lieb leute,

im moment beschäftige ich mich mit der suche nach einem studienfach- und ich denke psychologie ist nicht das schlechteste für mich.

was könnt ihr über euer (psychologie-) studium sagen?
-wie war es? hab egehört, dass 30% mathe sein sollen. stimmt das? bin
nicht so die mathematiikerin. würdet ihr mir auf grund dessen
abraten?
-wo habt ihr studiert und wie war es dort?
-und vorallem habt ihr schnell arbeit gefunden? als was arbeitet ihr?

gut das sind eine ganze Menge fragen, also falls ihr noch irgendwelch nützlichen link habt postet sie bitte.

vielen dank für eure hilfe

kathi

Hallo.

Ich hätte folgendes anzubieten:
http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…
http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/www/service.fpl?..

Und ja: auch die ‚heissgeliebte‘ Mathematik tritt im P.studium auf. Wenn auch nur auf Statistik mit gängigen Softwarepaketen beschränkt (SPSS, SAS, (Mathematica),…). Nehme ich jedenfalls mal an und SPSS ist auf die Bedürfnisse von Psychologen zugeschnitten.

HTH
mfg M.L.

Hallo Kathi,

ich habe Dir mal ein paar Links zu Postings herausgesucht, in denen ich schon einmal etwas zum Psycho-Studium geschrieben habe.

Was ist Psychologie und welche Teildisziplinen gibt es?

http://people.freenet.de/oliverwalter/Psychologie/ps…

Wie ist das Psychologiestudium aufgebaut?

Beantwortet anhand des Studienplanes der Uni Kiel und meiner Erfahrungen

http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…

Einführende Literatur und ein paar meiner Erfahrungen mit der Methoden-/Statistikausbildung

http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…

Wo bekomme ich Informationen über den Aufbau des Studiums an bestimmten Universitäten her?

http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarchiv…

-und vorallem habt ihr schnell arbeit gefunden? als was
arbeitet ihr?

Ja, meine zukünftige Stelle hatte ich schon während der Prüfungszeit ausgeguckt. Ich arbeite seit Ende meines Studiums für die zweite PISA-Studie (PISA 2003) hauptsächlich als Psychometriker und in den Bereichen Naturwissenschaften und soziokulturelle Herkunft / Migration (siehe:

Beste Grüße,

Oliver Walter

Hallo Kathi!

-wie war es? hab egehört, dass 30% mathe sein sollen. stimmt
das? bin
nicht so die mathematiikerin. würdet ihr mir auf grund dessen
abraten?

Als es bei mir damals um die Entscheidung ging, welcher Studiengang es denn nun sein solle, habe ich, obwohl es mich sehr interessiert hat, Architektur u.a. deswegen nicht gewählt, weil ich dachte, ich wäre zu blöd für Statik und Physik.
Heute weiß ich, dass das ein blödsinniger Gedankengang war. Erstens weil man oft besser ist als man sich selbst zutraut. Heute weiß ich, dass ich zwar in den genannten Bereichen kein Genie geworden wäre, es aber doch einigermaßen auf die Reihe bekommen hätte.
Und zweitens das Ganze insbesondere dann, wenn es ums Mittel zum Zweck geht. Will sagen: Physikunterricht an der Schule war doof, aber da wußte ich ja auch nicht warum und wozu. Physik im Rahmen eines Architekturstudiums wäre etwas anderes gewesen. Da hätte ich mich ja mit der Physik herumgeschlagen, um die Architektur zu erreichen. Es hätte also einen Sinn gehabt.

Grüße
Christiane

Hallo Kathi,

ich schreibe nicht als ehemaliger Hauptfächler (also als Diplomanwärter), sondern als Nebenfächler. Ich habe auch keinen Abschluss gemacht, sondern bin ein Abbrüchler :wink:.

Ich denke, ich kann dennoch was dazu schreiben, weil ich Soziologie im Hauptfach hatte und diese immerhin auch für Psychologen nicht unwichtige Disziplin ein bisschen mit den Anforderungen, die in einem Psychologiestudium gestellt werden, vergleichen kann. Also ich habe- um deine Frage vollständiger zu beantworten- in Mainz studiert, später (1987/88) dann auf Diplom Soziologie in Bielefeld. In Mainz hatte ich einen Magisterstudiengang mit Soziologie im Hauptfach und Psychologie und Philosophie als Nebenfächer.

Grob und aus der Erinnerung (liegt schon ein Weilchen zurück :wink:) kommt mir das Pschologiestudium als ziemlich arbeitsintensiv vor. Wenn du gerne und viel lernst, dann bist du da glaube ich gut aufgehoben- natürlich unter der Voraussetzung, dass es dich interessiert, was aber der Fall zu sein scheint. Die Soziologiescheine waren recht flott erledigt, für einen Schein bei den Psychologen habe ich hingegen ziemlich viel machen müssen. Ich entsinne mich gut, dass ich mir nicht mehr als einen Psychologieschein pro Semester zugemutet habe.

Die Statistikanforderungen sind höher als bei den Soziologen- in Mainz anno 198x zumindest- aber man muss wirklich kein Genie sein, um es hinzukriegen (auch heute nicht). Meine Freundin hat Mathe studiert, ich weiß, was die machen musste! Dagegen ist das bisschen Statistik für die Psychologen einmal kurz in die Mathevorlesung für Erstsemestler reingeschaut (und schnell wieder rausgegangen, bevor der Frust zuschlägt :smile:).

Ich selbst war in der Schule in Mathe auch keine große Leuchte, habe aber die Statistikscheine für Soziologie mit links hinbekommen, die für die Psychologen hätte ich sicher auch geschafft. Das ist aber glaube ich immer noch der geringere Part des Studiums, ich würde mal auf höchstens 15% tippen. Die Psychologen müssen sich hingegen jede Menge Theorie reinpfeifen.

Aber jetzt mal zu einem ganz anderen Punkt. Meiner Erinnerung nach hatten die Psychos- sowohl die Dozenten wie auch die Studenten- allesamt einen leichten Schatten weg. Damit will ich jetzt nicht das Vorurteil nähren, die Psychologen wären alle selbst verrückt und bräuchten eine Behandlung. Ich meine damit aber schon, dass sich viele das Studienfach tatsächlich deswegen aussuchen, weil sie sich damit eine Lösung für ihre emotionalen- also persönlichen- Probleme erhoffen. Das ist definitiv NICHT möglich, und der ein oder andere Dozent weist auch auf diesen Trugschluss hin. Wenn du zu dieser Kategorie Mensch zählst, dann würde ich mich mit dem Gedanken vertraut machen, dass ein Psychologiestudium wie jedes andere Studium letztlich auch, ein 100% kopflastiges Studium ist und jedwede Bearbeitung emotionaler Probleme nicht geduldet ist bzw. völlig unmöglich ist im universitären Betrieb. Dozenten sind keine Therapeuten, auch wenn der ein oder andere mal „ganz nett und freundlich“ ist. Wird auch drauf hingewiesen in der ein oder anderen Veranstaltung- mal direkt, mal durch die Blume :smile:.

Man kann natürlich trotz großer persönlicher Probleme ein Psychologiestudium beginnen. Ob diese Kategorie Student es aber zu einem Abschluss bringt…?! Keine Ahnung, da kenne ich die Statistiken nicht.

Mehr kann und will ich dazu nicht sagen, vielleicht war es dennoch ein bisschen hilfreich für dich.

Gruß

Hermann

Hallo Hermann,

Dagegen ist das bisschen Statistik für die Psychologen einmal
kurz in die Mathevorlesung für Erstsemestler reingeschaut (und
schnell wieder rausgegangen, bevor der Frust zuschlägt :smile:).

mag ja sein, daß das für Nebenfächler in Mainz annodunnemals zutraf, für Hauptfächler in Psychologie in Kiel trifft dies nicht zu. Im Gegenteil sind die Anforderungen heute im Vergleich zu 1997-2002, als ich studierte, noch einmal angestiegen. Man wird als Hauptfächler in Kiel von Anfang bis Ende mit Statistik „gequält“. Es gibt eigene Veranstaltungen (Vorlesungen und Seminare) in jedem Semester (oft sogar mehrere pro Semester), d.h. nicht mal kurz zu den Mathematiker reinschnuppern oder Statistik als „Sitzschein“ (wie es in Hamburg war oder ist) erledigen. Wir in Kiel legen größten Wert darauf, unsere Studierenden in psychologischer Methodenlehre (inkl. Statistik) gut auszubilden.

Ich meine
damit aber schon, dass sich viele das Studienfach tatsächlich
deswegen aussuchen, weil sie sich damit eine Lösung für ihre
emotionalen- also persönlichen- Probleme erhoffen. Das ist
definitiv NICHT möglich, und der ein oder andere Dozent weist
auch auf diesen Trugschluss hin.

Dem stimme ich dagegen vollkommen zu.

Beste Grüße,

Oliver

Hallo Oliver,

danke für deine aktuelle Ergänzung!

Dagegen ist das bisschen Statistik für die Psychologen einmal
kurz in die Mathevorlesung für Erstsemestler reingeschaut (und
schnell wieder rausgegangen, bevor der Frust zuschlägt :smile:).

mag ja sein, daß das für Nebenfächler in Mainz

Also ums ganz richtigzustellen: Die Nebenfächler mussten gar keine Statistik machen, auch keine Empirie (für mich als Soziologiestudent war das auch nicht weiter schlimm).

Statistik und Empirie mussten die Hauptfächler (Diplom- auch damals) belegen. Natürlich hatten die damals auch eigene Seminare für die Statistik, es war nicht so geregelt, dass die das bei den Mathematikern machen mussten. Da wären sie ganz schön eingegangen, denke ich, womit ich jetzt nicht die Intelligenz eines Psychologiestudenten generell bezweifeln möchte!
Ich wollte nur damit sagen, dass die mathematische Begabung - davon ist hier die Rede und davon war auch im Posting von Kathi die Rede- durchaus nicht überdurchschnittlich sein muss. Ich habe das nur zu vergleichen versucht- was muss ein Mathematikstudent draufhaben an Mathe"genie" und was ein Psychologiestudent. Nun, ich schätze doch, dass du auch der Meinung bist, dass die Psychologiestudenten da nicht so begnadet sein müssen hinsichtlich ihrer Mathebegabung und Fähigkeiten wie die Mathestudenten. Wenn du das dennoch meinst, so halte ich das- auch wenn meine Studentenzeit schon einige Tage her ist- für etwas albern; vor allem weil ich das auch von der Mathematikseite her durch meine Freundin recht gut vergleichen kann (die hat die erforderliche Mathebegabung für ein Mathestudium).

annodunnemals
zutraf, für Hauptfächler in Psychologie in Kiel trifft dies
nicht zu. Im Gegenteil sind die Anforderungen heute im
Vergleich zu 1997-2002, als ich studierte, noch einmal
angestiegen. Man wird als Hauptfächler in Kiel von Anfang bis
Ende mit Statistik „gequält“. Es gibt eigene Veranstaltungen
(Vorlesungen und Seminare) in jedem Semester (oft sogar
mehrere pro Semester), d.h. nicht mal kurz zu den Mathematiker
reinschnuppern oder Statistik als „Sitzschein“ (wie es in
Hamburg war oder ist) erledigen. Wir in Kiel legen
größten Wert darauf, unsere Studierenden in
psychologischer Methodenlehre (inkl. Statistik) gut
auszubilden.

Also scheint es auch heute zwischen den Universitäten Unterschiede zu geben. Möglicherweise sollte Kathi sich also an der Uni informieren, an der sie gerne studieren möchte. Ich finde es übrigens nicht allzuschlecht, wenn es hinsichtlich Statistik und Empirie eine gediegene Ausbildung im Studium gibt. Man sollte aber wohl auch nicht ganz das Wesentliche vergessen, worum es der Psychologie zu tun ist- dem Menschen nämlich…oder sagen wir besser: dem menschlichen Verhalten und Fehlverhalten.

Ich meine
damit aber schon, dass sich viele das Studienfach tatsächlich
deswegen aussuchen, weil sie sich damit eine Lösung für ihre
emotionalen- also persönlichen- Probleme erhoffen. Das ist
definitiv NICHT möglich, und der ein oder andere Dozent weist
auch auf diesen Trugschluss hin.

Dem stimme ich dagegen vollkommen zu.

Danke, das bestätigt meine Auffassung, die ich damals schon hatte. Es bleibt bei einem solchen Studienfach leider eine solch irrige Annahme nicht aus. Schade eigentlich; mehr noch: verhängnisvoll!

Gruß

Hermann

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Hi Kathi,

ich studiere derzeit im 4. Semester an der Uni Bonn Psy. und genau der Gedankengang „denke psychologie ist nicht das schlechteste für mich“ hat mich dazu bewogen, damit anzufangen.
Vorweg erstmal schließe ich mich natürlcih Oliver an. Das Studium ist sehr statistik-lastig, Methodenlehre wird auch in Bonn ganz groß geschrieben. Sehr viel Arbeit, viel Lernen, viel eigenständiges Nacharbeiten, Aufarbeiten und Verstehen. Ob Dir da Mathe-Kenntnisse aus der Schule sonderlich weiterhelfen, kann ich nicht sagen. Ich hatte nie Probleme in Mathe, Statistik dagegen fällt mir schon ein wenig schwer.
Auch sonst ist das Studium nicht ohne. Grade im Grundstudium (zum Hauptstudium kann ich Dir noch nix sagen - leider) werden sehr viele Grundlagen vermittelt, die es AUSWENDIG zu lernen gilt und dann parat zu haben. Wofür auch immer… Ich weiß schon jetzt, dass ich nix mit Entwicklungspsy machen will, muss es im Grundstudium aber trotzdem belegen und dann auch noch ganz stupide alles auswendig lernen. Ja, hier hoerst Du einiges an Kritik raus :wink:
Wie Du dem link von Oliver entnehmen kannst, ist das Grundstuium in 7 Fächer aufgeteilt und hier in Bonn zumindest ist es so, dass Du für Dein Vordiplom in jedem dieser Fäche ne 30minütige mündliche Prüfung ablegen mußt. Plus diverse Scheine (Hausarbeit, Referat, Klausur) und in Statistik noch zwei zusätzliche Klausuren…

Ist jetzt ein ziemlich mieses Bild, was ich von dem Studium vermittel - ich weiß. Ich kenne auch durchaus Studenten, denen es anders geht, die das Studium toll finden, denen es Spaß macht. Aber informier Dich wirklich gut und guck Dir vllt auch mal die ein oder andere Veranstaltung an, bevor Du Dich entscheidest…

Lieben Gruß, Anna.

Hallo Hermann,

im großen und ganzen stimme ich Dir zu.

Grüße,

Oliver

Hallo Oliver,

Hallo Hermann,
im großen und ganzen stimme ich Dir zu.
Grüße,

Oliver

Das ist vielleicht für die Beantwortung von Kathis Frage recht wichtig, dass du dem zustimmst, da deine Studienzeit noch nicht so lange her ist und du außerdem kein Abbrüchler, sondern Abschlüssler bist :wink:.
Besten Dank, zeigt mir doch auch, dass meine Wahrnehmungen und Erinnerungen an diese Zeit nicht gar so verquer sind.

Viele Grüße

Hermann