ich mache jetzt nächstes Jahr mein Abi und es ist an der Zeit, über den weiteren Weg nachzudenken und dabei bin ich durch meine Facharbeit auf Psychologie gestoßen. Ich weiß, dass es schon Beiträge zum Thema „Psychologiestudium“ gibt, doch bin ich etwas skeptisch und möchte lieber noch mal selbst fragen, wie man sich das Studium von seinen Inhalten her vorstellen kann. Ich finde nämlich, dass man sich unter Psychologie eher eine Geistes- anstelle einer Naturwissenschaft vorstellt. Nun habe ich aber gelesen, dass es sehr viel mit Neurowissenschaften zu tun hat und Mathe auch irgendwie eine Rolle spielt. Stimmt das, oder ist Psychologie in erster Linie eher eine Geisteswissenschaft? Und in welchen Bereichen kann man nach dem Studium arbeiten?
Ich wäre sehr dankbar für eine Antwort.
Wenn ich mir eine Alternative zu dem was ich studiert habe (Naturwissenschaft), denken müsste, dann wäre es sicher Psychologie. Aber du musst wissen, es läuft heute nicht mehr ohne Statistik. D.h. am Anfang, bevor es „spannend“ wird (à la Versuchsperson-liegt-auf-einer-Couch-während-du-daneben-sitzt-und-Kreuzworträtsel-löst), musst du dir die quantitativen Grundlagen erarbeiten. Sonst wird es schwierig auch nur einen einigermassen fortgeschrittenen Text zu verstehen. Und ganz nebenbei, sobald man Statistik verstanden hat (nicht alles, nur ein paar Grundkonzepte begreift), merkt man, dass sogar Statistik an sich etwas sehr spannendes ist.
Im Studium ist es generell so, dass man sich mit der Zeit über Facharbeiten und Seminare in einem Gebiet anfängt zu spezialisieren. Das kann durchaus Neurowissenschaft sein. Das Gebiet ist aber hochkomplex und hat ein sehr breites Spektrum.
…Nun
habe ich aber gelesen, dass es sehr viel mit
Neurowissenschaften zu tun hat und Mathe auch irgendwie eine
Rolle spielt.
Na ja, kommt darauf an wo du studierst. Mathe weniger, hauptsächlich bzw. ausschließlich Statistik. SPSS hoch und runter. Wenn du eher an der Naturwissenschaftlichen Seite interessiert bist, ist Bio, Medizin oder ‚Lifescience‘, wie’s Neudeutsch heißt, besser. Da hast du wenigstens eine einigermaßen Grundlage.
Wenn du Psychologie studieren willst, weil du in die therapeutische Richtung willst, musst du in Richtung klinische Psychologie gehen und dich auf viele Zusatzausbildungen vorbereiten (die auch oft selbst zu bezahlen sind). Als Diplomierter Psychologe bist du noch kein Therapeut.
Es kommt also ganz darauf an welches Tor du gerne hättest.
Zonk…lux
Forum
Psychologie kann sich an verschiedenen Unis stark unterscheiden. Leider auch, was die Voraussetzungen für den Master betrifft. An der HU Berlin geht man eher in eine medizinische Richtung, Leipzig scheint ne große biologische Tradtion zu haben, Saarbrücken bietet Medienpsychologie und Erfurt ist eher pädagogisch. Es gibt nun bald sogar eine reinpsychoanalytische Akademie, wenn du ein Anhänger Freuds werden möchtest…
Du solltest dich lange vorher informieren, denn das mit der Couch ist eher ein Klischee aus dem vorletzten Jahrhundert und der NC ist bundesweit sehr unterschiedlich. Man kann praktisch überall arbeiten, in der Werbung, im Konzern, in der Kirche, beim Sportverein usw. Muss nicht immer Kognitive sein.