Liebe wer-weiss-was-Gemeinde,
meine Tochter Natascha würde gerne Psychologie studieren. Sie ist jetzt in der 12. Klasse. Leider sind ihre Noten in Mathe zwischen 5 und 4.
Nun hat sie gehört, dass man im Psychologiestudium hervorragende Mathenoten haben muss, um Statistiken auszuwerten.
Statistiken kenne ich, mache ich sie doch selber. Für die Auswertung braucht man aber keine höhere Mathematik.
Kann mir jemand sagen, ob man 1. für ein Psychologiestudium ein Mathestudium haben muss und 2. evtl. ein ganz normales Wissen von Mathematik mit Prozentrechnung reicht?
Im Voraus vielen Dank für eure Mühe!
Stefan Anders alias kleinesdickesoldenburger
Hi Stefan,
Ich bin zwar kein Psychologe, aber dafür Statistiker. und wenn man sich hier im Forum umsieht, kommen immer wieder Fragen zur Auswertung. Dabei zeigt sich meist, dass die Leute recht komplexe Probleme haben, die nicht unbedingt leicht lösbar sind. Meine Erfahrung mit den Fragen ist, dass man kein Mathestudium haben muss, es ist von Vorteil (besser wäre allerings ein Statistikstudium).
Eine Schulnote muss nicht zwingend etwas mit dem Verständnis zu tun haben, aber wenn sie Statistik hasst, dann wird sie auf dem Gebiet (wohl aber bei der eigentlichen Psychologie) keine Lorbeeren ernten. Kurzum: Man kann ohne, sollte sich aber bewusst sein, dass es einen validen Hintergrund hat, Statistik zu können, wenn man was erreichen will (Unikariere etc).
Grüße,
JPL
P.S.: Höhere Mathematik braucht es durchaus für Statistik (denke nur an Massräume, Borelmengen, Integrierbarkeit, Stetigkeit, Grenzwertsätze, Erwartungstreue, Unverzerrtheit, … ), aber ich gebe dir recht, dass man das nicht braucht, wenn man „nur“ eine ARIMA rechnen will.
Hallo Stefan,
meine Tochter Natascha würde gerne Psychologie studieren. Sie
ist jetzt in der 12. Klasse. Leider sind ihre Noten in Mathe
zwischen 5 und 4.
Schulnoten sagen noch nichts über die Fähigkeit, Klausuren im Studium zu bestehen
Nun hat sie gehört, dass man im Psychologiestudium
hervorragende Mathenoten haben muss, um Statistiken
auszuwerten.
nein, muss man nicht.
Hat man die nicht, muss man sich das Fehlende eben erarbeiten
Statistiken kenne ich, mache ich sie doch selber. Für die
Auswertung braucht man aber keine höhere Mathematik.
ich zitiere mal Volltext aus psychologiestudium.de
Das wohl umfangreichste Fach im Grundstudium ist die Methodenlehre. Je nach Universität kann dieses Fach in den ersten beiden Semestern fast die Hälfte der Studienzeit in Anspruch nehmen. Das Fach setzt sich zusammen aus Vorlesungen zum Gebiet der deskriptiven und schließenden Statistik, aus Vorlesungen oder Seminaren zum Gebiet der Versuchsplanung und aus Vorlesungen zur Einführung in die elektronische Datenverarbeitung. In all diesen Bereichen werden die gelehrten Inhalte durch Klausuren überprüft. Zusätzlich zu Vorlesungen und Seminaren werden an vielen Universitäten Tutorien von Studenten aus höheren Semestern angeboten. Diese helfen den Stoff zu verstehen und sich auf die Klausuren vorzubereiten. Die Methodenlehre ist das Fach an dem die meisten Studienabbrecher gescheitert sind. Die Intensität mit welcher dieses gelehrt wird ist an jeder Universität verschieden. Dennoch sollte man sich nicht von diesem Fach abschrecken lassen. Mathematisches Vorwissen ist auch hier keine Voraussetzung. Wichtiger ist hier mathematisches Grundverständnis. Mit ein wenig Fleiß ist dieses Fach aber in jedem Fall mit Erfolg zu meistern.
Kann mir jemand sagen, ob man 1. für ein Psychologiestudium
ein Mathestudium haben muss und 2. evtl. ein ganz normales
Wissen von Mathematik mit Prozentrechnung reicht?
eindeutiges Nein.
Wie Du oben lesen kannst, darf sich Deine Tochter nicht nur mit Angewandter Statistik, sondern auch mit Informatik beschäftigen.
viel Erfolg
Geli
Hallo, Informatik ist hier wohl etwas hochgegriffen, SPSS ist das Zauberwort dass sich hinter eletronischer Datenveraarbeitung verbirgt.
Und es ist richtig, gute Mathenoten sind nicht wichtig, aber meist gehen schlechte Mathenoten ja auch mt einer gewissen Abneigung zum FAch einher, wobei es egal ist, ob diese für die Noten zuständig ist oder die Noten für die Abneigung, und mit einer MAtheabneigung tut man sich dann schwer.
Psychologie ist im wesentlichen Statistik. Insbesondere falls sie in Kiel studieren will. An anderen Unis kann es anders aussehen, aber ohne Statistik geht es nicht.
Soziologie oder Pädagogik wäre Alternativen, die auch Wege mit weniger Statistikanwendung bieten, wo also auch nur Statistiken anderer nachvollzogen werden müssten und man am ende auch ganz ohne Statistiken arbeiten kann, indem man sich anderen Problemen/Fragen zuwendet.
Gruß Susanne
Hi etwas ot, aber eine nette Anektdote:
eine Bekannte hat mal erfragt, welche Studiengänge es OHNE Mathematik in Kiel geben würde.
Wenn ich ich recht erinnere waren es Germanistik, Englisch und Sinologie, wobei das letztere nicht mehr angeboten wird.
Aber Statistik ist keine geheime Kunst, allerdnigs gibt es erhebliche Unterschiede in der Qualität der Statistikvorlesungen.
Grüße,
JPL