Psychologische Ursachen - Kreislaufkollaps

Hallo Wissende,

ich habe diesen Artikel schon im Medizin Board platziert. Vielleicht passt er besser hier her.

Es ist mir nicht zum ersten Mal passiert, dass mein Kreislauf zusammenbricht, wenn das Thema „Blut, Blutfluss, Adern“ besprochen wird.

Wenn ich beim Arzt (Blutabnahme, Bludruck messen) bin, sage ich das schon vorher und es passiert nichts.

Aber ich falle kurz in eine Bewusstlosigkeit, wenn ich Kanülen sehe oder wenn über diese Themen gesprochen wird.

Konkreter Fall: Besuch im KH, ein am Tropf hängender Patient möchte auf die Toilette, verläßt sein Bett geht an mir vorbei, ich sehe den Adereingang mit der Kanüle (ich weiß nicht, ob dieser Ausdruck hier medizinisch korrekt ist), Druck im Kopf, keine Luft zum Atmen, Bewusstlosigkeit. Danach geht es mir nach ca. 2 Stunden wie vorher.

Dabei merke ich, dass es passieren wird, bremse schon (Bitte Themenwechsel, schaue weg) kann den Kollaps aber nicht verhindern.

Anatomisch: kein Übergewicht, NR und NT, Sportlich, regelmäßiger Saunagänger, Blutdruck i.O., kein Diabetiker

Ich möchte wissen, ob ich psychologisch dieses Problem lösen kann oder ist das wirklich nur ein medizinisches Problem?

Gruß Hans

Hallo Hans,

meines Wissens nach nennt man das „vasovagale Synkope“ und ist völlig ungefährlich (außer man fällt unglücklich). Es ist aber verständlicherweise lästig.

Ich empfehle Dir einen guten Hypnosetherapeuten aufzusuchen, mit Hypnose bekommt man unerwünschte Verhaltensweisen gut in den Griff.

Viel Erfolg und einen guten Rutsch ins Jahr 2011

M. Diaz Blanco

Moin
Ich denke, eine Kurzzeittherapie würde dir da schon weiterhelfen - egal, ob bei einem ärztlichen oder einem psychologischen Psychotherapeuten.
Gruß,
Branden

Hallo Hans,

ja diese Problem bei Anblick von Blut oder Spritzen in Ohnmacht zu fallen ist psychotherapeutisch lösbar.

Mittels einer Verhaltenstherapie kannst du die sogenannte „Angewandte Entspannung“ erlernen. Du erlernst dann Techniken, wie du in den auslösenden Situationen deinen Körper in Anspannung versetzten kannst, um so diesen plötzlichen Absacken des Kreislaufes entgegen zu wirken.

Viele Grüße,

Noora

Hallo,

Es ist mir nicht zum ersten Mal passiert, dass mein Kreislauf
zusammenbricht, wenn das Thema „Blut, Blutfluss, Adern“
besprochen wird.
Aber ich falle kurz in eine Bewusstlosigkeit, wenn ich Kanülen
sehe oder wenn über diese Themen gesprochen wird.
Ich möchte wissen, ob ich psychologisch dieses Problem lösen
kann oder ist das wirklich nur ein medizinisches Problem?

Das Problem ist sicherlich psychologisch lösbar. So wie du das Problem schilderst, könnte es sein, daß du irgendwann mal mit Blutabnahme, Kanülen u.ä. konfrontiert warst und dabei ein Trauma erlitten hast. Das kann in sehr jungen Jahren geschehen sein, als du noch nicht in der Lage warst ein solches Geschehen richtig einzuordnen. Du hast das damals wahrscheinlich als schrecklich wahrgenommen, möglicherweise war es auch sehr schmerzhaft.

Wenn also Psychotherapie, Hypnose oder anderes Verfahren, sollte der Schwerpunkt auf das Auffinden dieser Ursache gelegt werden. Wenn du dich an die frühere auslösende Situation erinnern kannst, kannst du sie heute als Erwachsener anders bewerten, bearbeiten, verstehen und dadurch das Trauma auflösen, was dann auch das heutige Problem hinfällig werden läßt.

Der Hintergrund dazu ist, daß ein Säugling, Kleinkind und oft auch noch Jugendliche (etwa bei Bewußtlosigkeit, im Koma) bestimmte Ereignisse nicht einordnen können, sie lösen extreme Panik aus und das Ereignis selbst wird verdrängt, ins Unterbewußtsein verschoben und „schmort“ da weiter. Dabei kann es sein, daß viele Jahre lang keine Auswirkung zu spüren ist, dann aber durch bestimmte Wahrnehmungen als „Trigger“ bzw. Auslöser immer mehr in der Vordergrund rückt und Wirkung zeigt, obwohl man sich immer noch nicht bewußt an das auslösende Ereignis erinnern kann.

Um den Auslöser zu finden, kann auch ein Gespräch mit den Eltern nützlich sein. Warst du krank, im Krankenhaus, beim Arzt, was geschah da? Detaillierte Beschreibungen von den Eltern können dir da ebenfalls helfen, wobei zu beachten ist, daß die Eltern das Ereignis womöglich gar nicht als besonders traumatisch einstuften, da sie es als Erwachsene anders bewerteten als du selbst.

Gruß,
p+p

Hallo P+P,

danke für deine umfangreiche Antwort.

Das kann in sehr jungen Jahren geschehen
sein, als du noch nicht in der Lage warst ein solches
Geschehen richtig einzuordnen. Du hast das damals
wahrscheinlich als schrecklich wahrgenommen, möglicherweise
war es auch sehr schmerzhaft.

Ich denke, das ist richtig. Da ist etwas, aber ich weiß es nicht.

Wenn du dich an die frühere auslösende Situation
erinnern kannst, kannst du sie heute als Erwachsener anders
bewerten, bearbeiten, verstehen und dadurch das Trauma
auflösen, was dann auch das heutige Problem hinfällig werden
läßt.

Das würde ich sehr gerne, aber ich kann mich nicht erinnern.

Der Hintergrund dazu ist, daß ein Säugling, Kleinkind und oft
auch noch Jugendliche (etwa bei Bewußtlosigkeit, im Koma)
bestimmte Ereignisse nicht einordnen können, sie lösen extreme
Panik aus und das Ereignis selbst wird verdrängt, ins
Unterbewußtsein verschoben und „schmort“ da weiter. Dabei kann
es sein, daß viele Jahre lang keine Auswirkung zu spüren ist,
dann aber durch bestimmte Wahrnehmungen als „Trigger“ bzw.
Auslöser immer mehr in der Vordergrund rückt und Wirkung
zeigt, obwohl man sich immer noch nicht bewußt an das
auslösende Ereignis erinnern kann.

Genauso wird es sein.

Um den Auslöser zu finden, kann auch ein Gespräch mit den
Eltern nützlich sein. Warst du krank, im Krankenhaus, beim
Arzt, was geschah da?

Habe ich gemacht, aber ohne Ergebnis.

Detaillierte Beschreibungen von den
Eltern können dir da ebenfalls helfen, wobei zu beachten ist,
daß die Eltern das Ereignis womöglich gar nicht als besonders
traumatisch einstuften, da sie es als Erwachsene anders
bewerteten als du selbst.

Genauso ist es.

Gruß
Hans

Hallo Hans,

Ich denke, das ist richtig. Da ist etwas, aber ich weiß es
nicht.

Daß du weißt, da ist etwas, ist schon mal ein Anhaltspunkt, an dem du einhaken kannst.

Das würde ich sehr gerne, aber ich kann mich nicht erinnern.

Hast du schon mal versucht zu meditieren? In diesem sehr tiefen Entspannungszustand. in dem man einfach Gedanken zuläßt, ohne sie fest zu halten und sie weiter laufen läßt, können Eindrucke in Bildern, Farben, Klängen, kurzen Gedankenblitzen hochkommen, die weitere Anhaltspunkte liefern. Es ist allerdings etwas schwierig sie richtig zu deuten oder einzuordnen. Dabei könnte dir jemand helfen, der empathisch zuhört und dir dann Fragen dazu stellt. Wer immer das macht, muß in der Lage sein völlig neutrale Fragen zu stellen und auf keinen Fall eigene Deutungen einfließen zu lassen, da das Ergebnis sonst verfälscht wird.

Dabei kann
es sein, daß viele Jahre lang keine Auswirkung zu spüren ist,
dann aber durch bestimmte Wahrnehmungen als „Trigger“ bzw.
Auslöser immer mehr in der Vordergrund rückt und Wirkung
zeigt, obwohl man sich immer noch nicht bewußt an das
auslösende Ereignis erinnern kann.

Genauso wird es sein.

Je häufiger die Trigger aktiv werden, umso näher wirst du dem eigentlichen Ereignis kommen. Es können auch neuartige Auslöser hinzu kommen und auf diese solltest du ganz besonders achten - sie können eine Ergänzung zum bereits vorhandenen Bild sein.

Um den Auslöser zu finden, kann auch ein Gespräch mit den
Eltern nützlich sein. Warst du krank, im Krankenhaus, beim
Arzt, was geschah da?

Habe ich gemacht, aber ohne Ergebnis.

Versuche es nochmal. Laß dir die traumatischen Ereignisse SEHR genau und in allen Details nochmals erzählen und frage auch immer gleich nach, wie du selbst dabei reagiert hast. Dann ziehe dich in ein stilles Eckchen zurück, entspanne, meditiere und spiel die Situationen nochmals durch als seien sie real im Jetzt. Dabei dürften weitere Informationen auftauchen…

Ich schicke dir per mail noch ein Beispiel eines solchen Vorganges zu, damit du besser nachvollziehen kannst, wie so etwas abläuft.

Grüße,
p+p

Hallo P+P,

danke für die E-Mail. Muss darüber nachdenken.

Gruß und schönes 2011

von
Hans