Psychologischer hintergrund fÜr eifersucht ?

was ist euerer meinung nach der psychologische hintergrund für eifersucht?? wie kann ich daran arbeiten nicht eifersüchtig auf meinen (um 17 jahre jüngeren partner)zu sein??
hatte eine 17 jahre lange dauernde ehe im mai 2002 beendet in der ich laufend betrogen wurde, habe seit 6wochen eine beziehung mit einem 30 jährigen mann, wo ich merke daß ich wieder in alte verhaltensmuster und denkmuster zurückfalle und schrecklich misstrauisch und eifersüchtig bin. (kann zum beispiel nicht akzeptieren, daß eine 19 jährige freundin von ihm , ihn häufig anruft und mit ihm weggehen will bzw. ihm ein borderlinesymptom vorstellt um von ihm hilfe und zuwendung zu bekommen etc.- ( ich sehe es bissigerweise als „rehlein-effekt“ ) und er will natürlich weiterhin ,trotz unserer beziehung für viele menschen DA sein ).alle logischen argumente von ihm ( "vertraue mir- ich bin dir treu …etc. ) nützen nichts, ich verhalte mich wie ein trotziges egoistisches kind.
sind es einfach meine vielen schlechten erfahrungen in meiner ehe oder habe ich als kind ein großes defizit an liebe und zuwendung gehabt , oder ist es angst vor meinem alter (47), angst vor dem verlassenwerden oder habe ich einfach zu wenig selbstbewusstsein und innere größe und gelassenheit um über solche kleinigkeiten stehen zu können ???
wie kann ich von meinem negativen verhalten wegkommen um diese neue beziehung nicht zu gefährden ??
danke euch jetzt schon für eure ratschläge
ildiko

Hi,
Du hast in Deinem Text selbst schon viele Vermutungen geäußert bzw. Fragen aufgeworfen. Den „vollen“ Hintergrund bzw. die Ursache(n) für Dein Verhalten findest Du vermutlich mit professioneller Hilfe (z. B. Gesprächstherapie) am sichersten, schnellsten und einfachsten.

Ich find es immer wieder erstaunlich …
…dass hier immer jedem gleich eine Therapie aufs Auge gedrückt werden soll. Das fällt mir regelmäßig auf, da ich dieses Forum hier still lesend verfolge.

Wo wird wohl der Hintergrund für die Eifersucht sein ? Eine andere bekommt mehr als die hier fragende. Eifersucht ist nur Eifersucht, wenn Grund dazu besteht. Wenn meine Freundin keine Zeit hat, mich mal eben mit einem Kanister zur Tankstelle zu fahren, weil mir dummerweis´ das Benzin ausging und ich es eilig hab´ , und sie statt Dessen mit ihrer Mutter, die grad da ist, den neuesten OTTO - Katalog wälzen muss, darf ich mit Fug und Recht sauer sein. Deswegen muss ich sicher nicht zum Therapeuten.

Und die Fragestellerin darf mit Recht sauer sein, wenn ihr Freund für alle möglichen Leute Zeit hat, nur nicht für sie. Das hat nix mit Eifersucht zu tun. Abhilfe könnten allenfalls Grenzsetzungen schaffen „Dienstags, Samstags und Sonntags hast du für mich Zeit“ - geht er darauf nicht ein, oder kann kein Kompromiss erzielt werden, liegt ihm wohl nichts an der Beziehung. In ner Beziehung gibts nunmal Spielregeln. Aber die müssen halt nur gemeinsam aufgestellt werden, um eingehalten zu werden. Geschieht das nicht , darf sich einer nicht beschweren, dass der and´re sie ( unwissentlich ? ) missachtet.

In manchen Beziehungen wird sogar toleriert, dass sich beide, oder auch nur einer, hin und wieder mal außerhalb der eigenen Schlafhöhle vergnügt. Geht die Beziehung mal auseinander, und einer der beiden geht eine neue ein, kann er nicht voraussetzen dass der/die neue Partner(in) diese Verhaltensweise genauso akzeptiert - stillschweigende Durchführung hat eben dann Unverständnis und Entsetzen des ahnungslosen neuen Partners zur Folge - Leute, das ist doch ganz normal !!!

Gruß

HM

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…dass hier immer jedem gleich eine Therapie aufs Auge
gedrückt werden soll. Das fällt mir regelmäßig auf, da ich
dieses Forum hier still lesend verfolge.

… genau! Und ob Therapien „sicher, schnell und einfach“ sind, sei mal stirnrunzelnd dahingestellt.

Grüsse
Anna

…dass hier immer jedem gleich eine Therapie aufs Auge
gedrückt werden soll. Das fällt mir regelmäßig auf, da ich
dieses Forum hier still lesend verfolge.

… genau! Und ob Therapien „sicher, schnell und einfach“
sind, sei mal stirnrunzelnd dahingestellt.

Ich stimme auch zu, wenn ihr zu schnelle Therapievorschläge kritisiert. Allerdings muß man unterscheiden zwischen Sätzen wie

a) „Am besten Du machst mal eine Therapie“; X; „.“

und

b) „Bei“; Y; „hilft nach bisherigen Erkenntnissen am besten Therapie“; X; „.“

Gegen a) habe ich etwas einzuwenden: Ohne Diagnostik keine Therapie!
Satz b) ist o.k.

Das ist wie beim Automechaniker: Wenn der, ohne sich den Wagen genau angesehen zu haben, sagt: Tauschen Sie mal den soundso aus, dann darf man berechtigterweise skeptisch sein. Wenn der aber nur sagt: Wenn es sich um soundso etwas handeln sollte, dann ist normalerweise dasunddas auszutauschen, ist es o.k.

Das meint zumindest

Oliver Walter

…dass hier immer jedem gleich eine Therapie aufs Auge
gedrückt werden soll. Das fällt mir regelmäßig auf, da ich
dieses Forum hier still lesend verfolge.

nun „drücken“ tut hier keiner denke ich mal.

Wo wird wohl der Hintergrund für die Eifersucht sein ?

Genau das ist nämlich das Problem: Sind es nur Verlustängste, weil der Partner unheimlich schön und man selbst pottenhäßlich ist? Nein, dann keine therapie, sondern ein anderer Partner!

Wenn aber jemand, wie o.g. Posterin durch ein pers. Erlebnis so geprägt ist, daß sie nicht imstande zu sein scheint eine Beziehung ohne diese Verlustängste zu leben, dann beeinträchtig dieses ihr leben und ist als „krank“ zu beurteilen. Um dieses „Erscheinungsbild“ abzuklären kann nur ein Arztbesuch angeraten werden.

Bedenke, Herr Meyer, daß hier neben den „Fachleuten“ auch viele „Leidensgenossen“ sind. Und vielen ist in einer Therapie schmerzhaft klar geworden: „Wär ich doch eher mal losgegangen, dann würd ich jetzt nicht so tief in der Scheiße sitzen.“

So wie man bei Herzschmerzen zumindest mal den Hausarzt befragen kann, sollte man doch auch so locker sein und bei Beziehungsproblemen mal den Therapeuten befragen. Es kann ja zunächst jemand von der Kirchengemeinde oder öffentlichen Anlaufstation sein, muß ja nicht gleich ein richtiger Arzt sein.

Außerdem verwehre ich mich gegen den Eindruck, den du hintergründig erweckst, daß den Leuten in der Therapie was Schlechtes angetan wird.

Und die Fragestellerin darf mit Recht sauer sein, wenn ihr
Freund für alle möglichen Leute Zeit hat, nur nicht für sie.
Das hat nix mit Eifersucht zu tun.

Doch genau das ist es nämlich: Wenn „Sauersein“ sich in Eifersucht/Verlustangst äußert, dann ist das der Weg in eine falsche Konfliktbewältigung. Würde sie ihm ne Bratpfanne auf dei Birne hauen, wäre das normal, aber zu leiden ist krank.

Abhilfe könnten allenfalls

Grenzsetzungen schaffen „Dienstags, Samstags und Sonntags hast
du für mich Zeit“ - geht er darauf nicht ein, oder kann kein
Kompromiss erzielt werden, liegt ihm wohl nichts an der
Beziehung. In ner Beziehung gibts nunmal Spielregeln. Aber die
müssen halt nur gemeinsam aufgestellt werden, um eingehalten
zu werden. Geschieht das nicht , darf sich einer nicht
beschweren, dass der and´re sie ( unwissentlich ? )
missachtet.

Daß die Fragerin gerade in dieser Hinsicht durch die Vorbeziehung geschädigt ist, und wahrscheinlich selbst bzw. mit ihrem Partner dort keinen Ausweg findet, ist dir wohl entgangen?

gruss
winkel

Ja, bisweilen staune ich auch …
Sehr geehrter Herr Meyer,
ich wehre mich gegen den (aus der Luft gegriffenen und völlig haltlosen) Vorwurf ich wolle „jemand was aufs Auge drücken“ und weise das strikt von mir.
Vor Beginn einer (seriösen) Therapie finden Gespräche und Untersuchungen statt, in denen geklärt wird, ob eine Therapie angeraten erscheint UND wer sie bezahlt. Sollten also Fachleute (das sind nicht die mit Ferndiagnosen und/oder Durchhalteparolen) zu dem Ergebnis kommen, dass eine Therapie sinnvoll oder eben nicht sinnvoll ist, so hat doch niemand einen Schaden. Wendet sich die lt. eigenem Posting unter Eifersucht Leidende nicht an Spezialisten, verlängert sich ihr Leiden ggf. unnötig.

Unüberlegt …
… tut mir leid. Ich nahm in meinem jugendlichen Leichtsinn an, dass ein gerüttelt Maß Verlustangst oder Eifersucht bei allen Menschen, die sich in Ansätzen noch für andere interessieren , vorhanden sind . Kaum eine/r wird so absolut souverän sein, sich hinzustellen „Mir macht das nix aus. Soll er/sie machen was er/sie will. Ich bin sowieso der/die größte“. Wenn das das Ziel einer Th. sein soll, na ich weiß nicht.
Was die Vorerfahrung der Anfragestellerin betrifft: Es ist bitter, und man neigt dazu , sofort zu übertragen, aber gleiche Handlungen haben nicht immer gleiche Ursachen, ist ein Lernprozess.

HM

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… tut mir leid. Ich nahm in meinem jugendlichen Leichtsinn
an, dass ein gerüttelt Maß Verlustangst oder Eifersucht bei
allen Menschen, die sich in Ansätzen noch für andere
interessieren , vorhanden sind .

Das ist so und ist gut so. Bleibt nur die Frage wieviel ist gesund und wieviel ist krank.

Kaum eine/r wird so absolut

souverän sein, sich hinzustellen „Mir macht das nix aus. Soll
er/sie machen was er/sie will. Ich bin sowieso der/die
größte“. Wenn das das Ziel einer Th. sein soll, na ich weiß
nicht.

Das ist nicht Ziel einer Therapie bei Eifersucht! Aber das Selbstwertgefühl wieder richtig zu stellen, ist doch, wenn nötig, erstmal ein Ansatz besser mit den Anwürfen der Umwelt klarzukommen, oder?

Was die Vorerfahrung der Anfragestellerin betrifft: Es ist
bitter, und man neigt dazu , sofort zu übertragen, aber
gleiche Handlungen haben nicht immer gleiche Ursachen, ist ein
Lernprozess.

Auch richtig, aber kann sie diesen Lernprozess alleine vollziehen? Nein. Denn deshalb macht sie hier diesen Eintrag.
Hat ihr Verhalten einfluß auf ihre lebensqualität? Stetig, täglich? Ja!

gruss
winkel

Hallo Herr Meyer!

… tut mir leid.

Ich weiß nicht, auf was sich Deine Entschuldigung bezieht. Ich stimmte doch Deinem Standpunkt zu - mit der meines Erachtens wichtigen Einschränkung, daß man nicht so pauschal sein und alle Therapievorschläge hier im Board krisitieren sollte. Gegen Sätze wie „Mach mal Therapie X“ (Ferndiagnose!) habe ich etwas, nicht aber gegen Sätze wie „Nach bisherigen Erkenntnissen ist in Fällen von Störung Y Therapieform X angemessen“ (keine Ferndiagnose, sondern Weitergabe von - hoffentlich - zutreffenden Erkenntnissen). Ich finde es nicht zu viel verlangt, diese Differenzierung zu fordern.

Ich nahm in meinem jugendlichen Leichtsinn
an, dass ein gerüttelt Maß Verlustangst oder Eifersucht bei
allen Menschen, die sich in Ansätzen noch für andere
interessieren , vorhanden sind . Kaum eine/r wird so absolut
souverän sein, sich hinzustellen „Mir macht das nix aus. Soll
er/sie machen was er/sie will. Ich bin sowieso der/die
größte“.

Das ist auch meine Meinung, zumal ich gerade mit einem „gerüttelt Maß Verlustangst“ zu kämpfen hatte und mich trotzdem nicht als therapiebedürftig ansehe. Eine Therapie sollte wirklich erst dann gemacht werden, wenn es nicht mehr ohne geht. Schließlich bringt eine Therapie den Nachteil mit sich, daß die Patientem/Patientinnen ein Stück Verantwortung für ihr Leben in die Hände des Therapeuten/der Therapeutin abgeben.

Wenn das das Ziel einer Th. sein soll, na ich weiß
nicht.

Ist es nicht, da sind wir uns einig.

Was die Vorerfahrung der Anfragestellerin betrifft: Es ist
bitter, und man neigt dazu , sofort zu übertragen, aber
gleiche Handlungen haben nicht immer gleiche Ursachen.

Exakt.

Freundliche Grüße,

Oliver Walter

Hallo,

Schließlich bringt eine Therapie den Nachteil mit
sich, daß die Patientem/Patientinnen ein Stück Verantwortung
für ihr Leben in die Hände des Therapeuten/der Therapeutin
abgeben.

…was u.U. auch (Betonung liegt auf AUCH) fürchterliche
Schäden anrichten kann. Jedenfalls gilt/galt dies aktuell für mich.
Insofern muß wirklich differenziert werden, wieviel eigentl.
möglich ist, mit sich selber an der Hand weiterzukommen, oder
sich als „gestört“ oder wie auch immer zu bezeichnen.

Und an die Erstposterin: Verlustängste haben wir alle. Wer
die genauen Ursachen herausfinden WILL, für den kann eine
Therapie hilfreich sein, wer aber weiss (ich denke Du weißt es),
woran es liegt, sollte sich selber die Mühe machen, etwas
anders zu leben. Wenn dies wiederum nicht mehr allein geht,
nicht gleich aufgeben (es gibt Freunde, Gespäche, Foren etc.), es ist mitunter ein schmerzhafter Weg. Aber erst wenn alles sozusagen „den Bach runtergeht“ und man trotz alledem nicht
weiter weiss, ist der Gang zu einem Therapeuten (auch der ist
nicht einfach) gerechtfertigt.

Jedenfalls seh ich dies so und wollte somit nur mal das „Für und
Wieder“ von „Therapiebedürftigkeit“ aus meiner Sicht erklären.

d.*die hoffentlich verstanden wurde…:smile:*

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Hallo Dilarah!

Schließlich bringt eine Therapie den Nachteil mit
sich, daß die Patientem/Patientinnen ein Stück Verantwortung
für ihr Leben in die Hände des Therapeuten/der Therapeutin
abgeben.

…was u.U. auch (Betonung liegt auf AUCH) fürchterliche
Schäden anrichten kann. Jedenfalls gilt/galt dies aktuell für
mich.
Insofern muß wirklich differenziert werden, wieviel eigentl.
möglich ist, mit sich selber an der Hand weiterzukommen, oder
sich als „gestört“ oder wie auch immer zu bezeichnen.

Ja, es muß herausgefunden werden, ob man allein auf die Selbstheilungskräfte setzen kann oder ob eine Therapie sinnvoll wäre. Dies ist Aufgabe der Diagnostik, die man hier im Forum natürlich nicht leisten kann. Aus diesem Grund wird ja auch darum gebeten, keine Ferndiagnosen zu stellen.

Freundliche Grüße,

Oliver