Hallo zusammen,
ich fasse meine Frage kurz zusammen und hoffe das ihr mir vllt weiter helfen könnt.
Es geht um meine Freundin. Ich weiß einfach nicht, was ich falsch mache.
Vor ein paar Monaten ist ihre Mutter verstorben aufgrund der Tatsache, dass sie jahrelang Alkoholikerin war, was sie sehr mitgenommen hat und sie gibt sich selber die Schuld daran das es jetzt soweit kommen musste. Desweiteren hatte sie in ihrer Jugend eine sehr schlechte Kindheit, sie bekam immer an allem Schuld von ihrem Vater, musste Schläge und Streit mit ansehen und und und…ich habe das Gefühl das sie vor ihren Problem davon rennen will und sich deshalb in die Arbeit stürzt, wo sie aber immoment auch mehr negative Erlebnisse erfährt anstatt positive Erlebnisse.
Ich selber bin eher der Typ, der Probleme lösen will und habe auch versucht mit ihr darüber zu reden und ihr zu helfen, aber sie will nicht wirklich. Oft kommt es auch wegen Kleinigkeiten zum Streit, wofür ich nichts kann und dann bin ich an allem Schuld. Ich möchte mich eigentlich nicht streiten, aber ich habe immer das Gefühl, dass sie es provoziert…als wenn sie dieses Gefühl braucht sich zu streiten.
Ich bin echt überfragt, was ich tun und machen soll. Oder ob man überhaupt etwas machen kann. Ich möchte doch nur, dass es ihr gut geht und sie nicht immer alles so negativ sieht.
Ich hoffe ich habe mich für’s Erste konkret ausgedrückt.
Danke schonmal für eure Antworten.
Hallo Nirvana,
jeder Mensch verarbeitet Trauer anders. Deshalb kann man nicht immer die Gedankengänge von Hinterbliebenen verstehen.
Nachdem mein Vater (Herzinfarkt) verstorben war, habe ich verschiedene Phasen der Trauer durchgemacht. Sich die Schuld zu geben, kenne ich u.a. auch genauso, wie an der Vergangenheit mit dem Vater/Mutter zu hängen. Gerade bei Alkoholproblemen kann man als Aussenstehender bestimmt nicht viel helfen.
Da kommen auch noch andere Phasen wie Betriebsamkeit in Sachen Behörden oder sich nicht vergnügen mögen oder einfach nur zu lachen. Das gehörte bei mir zur Trauerarbeit. Muss nicht bei jedem so sein, habe ich aber schon oft bei anderen erlebt.
Gebe ihr das Gefühl immer für sie da zu sein und sei nicht allzu böse mit ihr, wenn sie Dich anpatzt. Es tut ihr bestimmt auch leid, aber manchmal kann man in so einer Situation nicht anders. Bei der Arbeit muss sie sich bestimmt schon den ganzen Tag zusammenreissen. Da kann abends vllt. mal der Knoten platzen…
Du weißt wie es ihr geht. Die Kollegen denken da bestimmt schon nicht mehr dran und nehmen nicht unbedingt mehr Rücksicht auf ihr angekratztes Nervenkostüm bzw. ihre Gemütsverfassung. Da muss sie aber leider durch, deshalb ist es auch wichtig, dass sie Dich als moralische Stütze hat und Dich auch mal anpflaumen darf 
Drück sie einfach und sei ihr „Fels in der Brandung“
GlG
Sabine
Danke für deine schnelle Antwort.
Weißt du, ich versuche ja für sie dazu sein, versuche sie abzulenken und und und…
Ich weiß, dass verarbeiten eines Todesfalles geht nicht von heute auf morgen, aber seit einiger Zeit versucht sie auch ihre Probleme weg zu trinken mit Alkohol, was natürlich auch nicht der richtige Weg ist, meiner Meinung nach.
Ich weiß einfach nicht, wie ich an sie rankommen soll. Sie sagt immer Dinge wie z.B. Ihre Probleme gehen niemanden etwas an oder ich verstehe sie sowieso nicht, denn ich lebe ihrer Meinung nach in einer anderen Welt und und und…
Hi,
ich wüsste ja zu gern, wie alt Deine Freundin ist und ob es denn passt, wenn ich Dir empfehle, dass sie einmal diese Gruppe
http://www.al-anon.de/subdomains/alateen/www/start/
besuchen könnte, um das Problem mit der Mutter und evtl. ihr eigenes wachsendes Alkproblem verarbeiten und lösen zu können.
Gruß,
Anja
Hallo,
sie ist Anfang 30. Meiner Meinung nach passt es schon, also am Anfang war die Situation auch gar nicht da, es hat sich erst mit der Zeit und dem Tod so schlimm entwickelt.
LG