Psychopharmaka und Glückshormone

Hallo,

es gibt ja rel. viele Menschen mit psychischen Problemen, die ein unerträgliches Leben führen, was dann sehr oft zu Selbstmord führt. Der Alltag ist für diesen Personenkreis nicht mehr lebenswert. Ein Jugendfreund von mir arbeitet in einem großen Bezirkskrankenhaus und teilte mir mit, daß diese kranken Menschen mittels Psychopharmaka/Antidepressiva dann ruhig gestellt werden. Viele von ihnen werden zu Pillenzombis und bekommen von ihrer Situation dann nicht mehr viel mit, weil ja diese Medikamente - mit außerdem vielen Nebenwirkungen - massiv in die Gehirnstruktur hormonell eingreifen. Natürlich stelle ich die Wirksamkeit solcher Psychopharmaka nicht in Frage, jedoch eine sinnvolle Alternative müßte greifbar sein.
Aber die gibt es scheinbar zur Zeit nicht, denn auch bei leichter Depression wird überschnell ein Antidepressiva verschrieben.
Meine Frage ist daher, warum man diesen kranken Menschen nicht eine Pille „kreieren“ kann die es möglich macht, in der Psyche wieder eine Sonne scheinen zu lassen? Müßte medizinisch doch möglich sein.
Ich habe jedoch die Vermutung, daß mit diesen derzeitigen vielen Psychopharmaka`s am Markt, für die Pharmaindustrie langfristig wesentlich mehr Geld zu verdienen ist und die medizinische Fakultät der Psychiater usw. sich nicht uneigennützig darin mit einspannen läßt. Meine Frage ist außerdem, ob es nicht möglich ist eine Pille zu entwickeln die es schafft, diesen kranken Menschen wieder wirklich die Sonne scheinen zu lassen? Natürlich ist mir klar, daß auf meine Frage kein neues Medikament auf den Markt kommt, aber mich interessiert die Machbarkeit von wissenschaftlicher Sicht her.
Vieleicht ist im Forum eine fachlich unvoreingenommene versierte Person mit dabei, welche hier kundig Auskunft geben kann, was möglich sein könnte, aber aus bestimmten Gründen nicht gemacht wird. Danke!

Grüsse fuerte

Hallo.

Wenn die Verhältnisse am Krankenhaus, wo dein Freund arbeitet, so sind, wie du es beschreibst - dann ist das ein sehr schlechtes Krankenhaus.

Neue Pillen machen, das möchte die Industrie gern, denn bessere Medikamente würden grosse Einnahmen bringen. Doch mit Medikamente allein ist es nicht getan.

Beste Grüsse,
TR

Psychiatrie und Verschwörungen
Servus,

der Plural von Psychopharmakon heißt Psychopharmaka. Ohne Apostroph und ohne s.

Eines der ersten, Valium, hat(te) genau die Wirkung, die Du Dir wünschst: Es lässt permanent die Sonne scheinen, mit Valium ist alles lustig, angenehm und eigentlich auch nicht so wichtig. Valium erzielt bis heute auf dem Schwarzmarkt sehr gute Preise.

Bloß: Damit kann man nebbich keine Depression heilen.

Daß es bis heute keine besonders gut wirksamen Antidepressiva gibt, hängt damit zusammen, daß man sehr wenig darüber weiß, wie Depressionen funktionieren. Es ist im Gegenteil so, daß die vorhandenen pharmazeutischen Möglichkeiten gemessen an dem, was über psychische Erkrankungen bekannt ist, eindrucksvoll groß sind. Die in diesem Zusammenhang vielleicht kurioseste Medikation ist die Therapie von Zyklothymen mit Lithium (übrigens eine der ersten medikamentösen Therapien in der Psychiatrie überhaupt): Es ist bekannt, dass sie wirksam ist, und es ist auch bekannt, dass minimale Unterschiede in der Dosierung über die Wirkung entscheiden können, aber keiner weiß, warum.

Daß genau die Psychiatrie, stärker als andere Fächer in der Medizin, mehr oder weniger stetig Gegenstand von Verschwörungstheorien ist, hängt unter anderem mit ihrer Kundschaft zusammen. Gegenprobe: Der Orthopädie wird normalerweise nicht vorgeworfen, dass sie abgenutzte Gelenke nur in ziemlich eingeschränkten Umfang reparieren kann - im Gegenteil, man freut sich, dass sie sie überhaupt wieder irgendwie benutzbar hinkriegt.

Ebenfalls eine Rolle spielt der sehr alte Antagonismus zwischen Kirche und Psychiatrie, die sich auf unterschiedliche Weise mit den Seelen befassen und dabei über ziemlich unterschiedliche Machtpositionen verfügen.

Eher am Rande, aber ein Anreiz zum weiter Denken: In Italien, wo seit ein paar Jahrzehnten die psychiatrischen Kliniken per Gesetz verboten sind, gibt es nur eine Provinz, die dieses Verbot konsequent umgesetzt hat, das ist das brave, disziplinierte Südtirol. Südtirol hat außerdem den enormen Vorteil, dass man von dort aus die Leute zur stationären Aufnahme zu den Nachbarn nach Innsbruck schicken kann - was auch geschieht, wenn jemand nicht in familiärer Pflege betreut werden kann, z.B. weil er dann sich oder andere gefährden würde.

Ob damit mehr als eine hübsche Fassade gewonnen ist, sei dahin gestellt.

Schöne Grüße

MM

Ahoi!

es gibt ja rel. viele Menschen mit psychischen Problemen, die
ein unerträgliches Leben führen, was dann sehr oft zu
Selbstmord führt.

Klischees…
Depressionen führen meist zu Selbstmord, sind aber nicht zwingend an ein unerträgliches Leben gekoppelt sondern mehr die Wahrnehmung desselben als solches. Das ist ein Unterschied.

Ein Jugendfreund von mir arbeitet in
einem großen Bezirkskrankenhaus und teilte mir mit, daß diese
kranken Menschen mittels Psychopharmaka/Antidepressiva dann
ruhig gestellt werden.

Klischees…
Nicht alle Suizidgefährdeten muss man ‚ruhigstellen‘, weil es ihnen ohnehin an Antrieb mangelt.
Bei Erregungszuständen können dagegen Sedativa sinnvoll sein, damit der Patient sich besser fühlt und ansprechbar wird für weitere Therapien. Er wird also nicht sediert, damit das Krankenhauspersonal seine Ruhe hat.

Viele von ihnen werden zu Pillenzombis
und bekommen von ihrer Situation dann nicht mehr viel mit,
weil ja diese Medikamente - mit außerdem vielen Nebenwirkungen

  • massiv in die Gehirnstruktur hormonell eingreifen.

Hormonell, aha.
Pillenzombies.
Willkommen im Klischeeparadies.
Welche amerikanischen Serien guckst du?

Natürlich
stelle ich die Wirksamkeit solcher Psychopharmaka nicht in
Frage, jedoch eine sinnvolle Alternative müßte greifbar sein.

Du widersprichst dir.
Warum müsste es eine Alternative geben?

Aber die gibt es scheinbar zur Zeit nicht, denn auch bei
leichter Depression wird überschnell ein Antidepressi vum
verschrieben.

Woher weißt du das, dass du das so pauschal behaupten kannst?

Meine Frage ist daher, warum man diesen kranken Menschen
nicht eine Pille „kreieren“ kann die es möglich macht, in der
Psyche wieder eine Sonne scheinen zu lassen? Müßte medizinisch
doch möglich sein.

Der Drogenmarkt ist voll mit diesen Pillen.
Und es sind genau Leute wie du mit ihrer Pillengläubigkeit, die verhindern, dass das einzig Wirksame eine Chance bekommt, nämlich Psychotherapie.
Psychische Erkrankungen, die eine jahrelange Entstehungsgeschichte haben, können eben nicht durch eine Wunderpille geheilt werden.

Und wenn, dann wärst du doch der erste, der den Drogenmissbrauch durch die bösen Ärzte hier anprangert!

Ich habe jedoch die Vermutung, daß mit diesen derzeitigen
vielen Psychopharmaka`s am Markt, für die Pharmaindustrie
langfristig wesentlich mehr Geld zu verdienen ist

Klischees…

und die
medizinische Fakultät der Psychiater usw. sich nicht
uneigennützig darin mit einspannen läßt.

Klischees…

Und mit deiner Wunderpille würde niemand Geld verdienen? *lol*

Vieleicht ist im Forum eine fachlich unvoreingenommene
versierte Person mit dabei, welche hier kundig Auskunft geben
kann, was möglich sein könnte, aber aus bestimmten Gründen
nicht gemacht wird. Danke!

Die armen Patienten, von denen du oben sprichst, werden Opfer, wenn sie deine Pillengläubigkeit haben.

Du willst den Teufel mit dem Beelzebub austreiben.

Just my 2 cents

Gruß, Flaschenpost

Hallo,

das ist ja alles schön was ich hier lese, aber die Pillenzombies sind kein Klischee, sondern Realität.

Das die Antidepressiva zur Ruhigstellung gegeben werden ist genausowenig ein Klischee.

In welcher Traumwelt hier manche leben erstaunt mich.

Hier wird nicht jeder therapiert, viele werden einfach nur betäubt damit sie Ruhe geben

Ich spreche von Erfahrungen dieser Methoden und sabbel nicht einfach daher

Gruss
pue

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Hi,

Aber die gibt es scheinbar zur Zeit nicht, denn auch bei
leichter Depression wird überschnell ein Antidepressiva
verschrieben.

Oft werden Antidepressiva verschrieben, um eine wirksame Psycho-therapie überhaupt erst möglich zu machen.

Meine Frage ist daher, warum man diesen kranken Menschen
nicht eine Pille „kreieren“ kann die es möglich macht, in der
Psyche wieder eine Sonne scheinen zu lassen?

Zeig mir einen psychisch „gesunden“ Menschen, bei dem immer „die Sonne scheint“. Das wäre für mich ein Zombie.

Müßte medizinisch doch möglich sein.

Daran glaubt auch die Forschung - und deshalb wird geforscht. Die Geschichte der Psycho-Pharmakologie ist erst gut 50 (!) Jahre alt. Meinst Du, in der Zeit könnte man eine so differenzierte Forschung betreiben, dass „alles wieder gut“ ist?

Über die Geschichte der Psychiatrie kannst Du hier mal nachlesen:
http://www.lichtblick99.de/historisch1.html

Und über klinische Pharmakologie Hier:
http://books.google.de/books?id=61lQ6Wet2rcC&pg=PA46…

Ich habe jedoch die Vermutung, daß mit diesen derzeitigen
vielen Psychopharmaka`s am Markt, für die Pharmaindustrie
langfristig wesentlich mehr Geld zu verdienen ist

Was meinst Du, wie viel Gelder die Pharmaindustrie in die Forschung steckt? Kannst ja hier mal unter „Kosten der Arzneimittelentwicklung“ nachlesen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Pharmaforschung

Natürlich ist mir klar, daß auf meine
Frage kein neues Medikament auf den Markt kommt, aber mich
interessiert die Machbarkeit von wissenschaftlicher Sicht her.

Aufgrund Deiner Frage sicher nicht :wink:

Nicht zu vergessen ist auch, dass es keine „reinen“ psychischen Krankheiten gibt. Es gibt keine psychische Krankheit, der nicht auch physische Faktoren zugrunde liegen und daran arbeitet, ja wer wohl? Die Pharmaindustrie (im Verbund mit Universitätskliniken).

Gruß,
Anja

Hallo puenkelchen,

so ist das nun mal leider bei einer Fragestellung. Da gibt es eben dumme Antworten und kluge informative Antworten.
Mir hat mal ein Lehrer gesagt „es gibt keine dummen Fragen, sondern nur dumme Antworten“.

Also Danke an alle, die mir klug geantwortet haben!

Grüsse fuerte

Neuroleptika bei Depressiven
Servus,

Das die Antidepressiva zur Ruhigstellung gegeben werden ist
genausowenig ein Klischee.

dafür taugen sie nicht; umgekehrt wird ein Schuh draus: Neuroleptika, eigentlich nicht zur Behandlung depressiver Zustände gemacht, können bei akuten depressiven Zuständen u.a. dazu beitragen, dass das Suizidrisiko gesenkt wird, und dass überhaupt ein Kontakt mit dem Depressiven möglich wird.

Das „Ruhe geben“ ist bei Depressiven nicht gar so wichtig. Depressionen können mit Schlaflosigkeit und subjektiv erlebter Unruhe einhergehen, die sich aber nach außen nicht oder kaum äußert: Der Bleivorhang, der einen Depressiven von der Außenwelt trennt, und der von ihm - wenn er wieder beginnt, überhaupt etwas von der Außenwelt wahrzunehmen - als unangenehm, hinderlich und „post ergo propter“ als Folge der Medikation erlebt wird, ist viel zu schwer und zu dicht, als dass da Raum wäre für die Äußerung besonderer Unruhe, die über rastloses Gehen hinausginge.

Suizide bei nicht behandelten Depressionen finden üblicherweise ganz undramatisch und in aller Stille statt, die Leute „geben von selber Ruhe“.

viele werden einfach nur betäubt damit sie Ruhe geben

Alldieweil Du von persönlichen Erfahrungen sprichst, darf ich Dir erinnerte von mir berichten: Ich habe von 1965 bis 1979 unmittelbar neben einem PLK gelebt. Damals gab es zwar schon die ersten Psychopharmaka, sie wurden aber u.a. bei älteren, damals noch in Ermangelung anderer Möglichkeiten oft dauerhaft hospitalisierten Schizophrenen und Psychotikern wenig angewandt, u.a. wegen der extrem starken Nebenwirkungen. Ich erinnere mich heute noch an die grauenhaften angstvollen Schreie, von denen z.B. jede Sommergewitterstimmung begleitet war.

Unglücklicherweise waren damals die Krankentransportfahrzeuge, die vom DRK für Fernfahrten eingesetzt wurden, u.a. wegen der in dieser Zeit oft noch recht schmuddeligen Landstraßen grau lackiert: Das Grau, das einigen älteren Patienten noch von den Bussen der Gekra in Erinnerung war. Du kannst Dir kaum ausmalen, was da hie und da los war, wenn so ein grauer KTW auf dem Hof stand.

Ich wünsche keinem Patienten diese Zeit zurück.

Das „… , damit sie Ruhe geben“ könnte leicht auch eine Vermischung des subjektiven Erlebens mit geglaubten Motiven anderer sein. Es gehört zu einer psychotischen Disposition, dass man hie und da Mühe hat, die eigene Person von anderen Personen und der realen Umgebung zu trennen. Wenn man die Wirkung eines Neuroleptikums als eine Art „Wattepolster“ erlebt, das einen von der Umgebung trennt, alle Reize aus der Umgebung und auch die eigenen Emotionen abschwächt, liegt es bei dieser Disposition nahe, zu glauben, der andere (z.B. Arzt, Pflegepersonal etc.) wolle das so haben. Er ist aber jemand anderes, und was man selbst mit sich selbst erlebt, ist die eigene Person, nicht die andere.

Mit etwas Übung kann das Wahrnehmen dieses „Wattepolsters“ helfen, eine geeignete Dosierung für ein Neuroleptikum zu finden. Das setzt aber voraus, dass man umgekehrt auch erkennen kann, wann die Haut zu dünn für den Alltag wird, und dann angemessen gegensteuert. Einen so geübten Umgang mit der eigenen Erkrankung wird man bei stationär Aufgenommenen, die selber noch unter dem unmittelbaren Eindruck der Krise stehen, die zur Aufnahme geführt hat, sehr selten finden - das kommt dann später, in der ambulanten Behandlung, falls man einen niedergelassenen Arzt gefunden hat, der bereit und in der Lage ist, in den etwa zehn Minuten, die er pro Quartal für einen Patienten hat, eine Feinsteuerung der Medikation mit dem Patienten zusammen aufzubauen.

Schöne Grüße

MM

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OT: Gekra?

Unglücklicherweise waren damals die
Krankentransportfahrzeuge, die vom DRK für Fernfahrten
eingesetzt wurden, u.a. wegen der in dieser Zeit oft noch
recht schmuddeligen Landstraßen grau lackiert: Das Grau, das
einigen älteren Patienten noch von den Bussen der Gekra in
Erinnerung war. Du kannst Dir kaum ausmalen, was da hie und da
los war, wenn so ein grauer KTW auf dem Hof stand.

Hallo MM,

eine offtopic-Frage bitte: Was ist denn die Gekra? Ich hab es gegoogelt, aber die „Getreide- und Kraftfutter GmbH“ wird es wohl nicht sein.
Hat das was mit dem Euthanasie-Programm im 3. Reich zu tun? (Gekra erinnerte mich an Gestapo, und da es hier ja um kranke Menschen geht…)

Liebe Grüße,
larymin

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Servus,

Du hast die Technik der Abkürzung aus Silben in die richtige Epoche eingeordnet: Die Gekra, „Gemeinnützige Krankentransportgesellschaft“, war die Organisation (meines Wissens der SS unterstellt), die die Transporte besorgte, mit denen im Rahmen der „Aktion T4“ Psychiatriepatienten und Behinderte zu den Ermordungszentren Grafeneck, Hadamar, Sonnenstein etc. gebracht wurden. Die Tarnung als „Verlegungen“ und „Ausflugsfahrten“ war mehr als dilettantisch, so daß schon bald alle Patienten wußten, wohin die Reise ging, wenn morgens die Busse kamen.

Die Busse der Gekra waren grau und mit Fenstern aus Milchglas versehen, so dass sie den grauen Fernfahrten-KTWs des Roten Kreuzes abgesehen von der Größe sehr ähnelten.

Schöne Grüße

MM

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Hallo fuerte,

eine informative Antwort ist demzufolge eine kluge Antwort?

Eher eine Schöngeredete, abgegeben von Berufsfremden, denen die Missstände in vielen psychatrischen Abteilungen, ob offen oder geschlossen, ja bestens bekannt sein müssen.

Gruss
pue

Depressiv/ aggressiv
Mich würde eines wirklich mal interessieren:

Eher eine Schöngeredete, abgegeben von Berufsfremden, denen
die Missstände in vielen psychatrischen Abteilungen, ob offen
oder geschlossen, ja bestens bekannt sein müssen.

Welchen Beruf hast du?

Und wenn du vom Fach bist interessiert mich noch etwas:

Warum müssen Depressive ruhig gestellt werden? Ich hab noch keine Depressiven gesehen, der Krawall macht. Das sind eher die Aggressiven.

Ich bitte dich um deine fachliche Antwort!

Gruß, Flaschenpost

Guten Abend!

Warum müssen Depressive ruhig gestellt werden?

Kommt darauf an, was unter dem lapidaren Wort der Ruhigstellung überhaupt gemeint sein soll.

Wenn man darunter Sedierung versteht, dann muss man sagen, dass die verschiedenen Klassen von Antidepressiva unterschiedlich starke sedierende Wirkung besitzen.
Diese Wirkung versucht man in manchen Fällen als lästige Nebenwirkung zu umgehen, in anderen Fällen wird die sedierende Wirkung von Antidepressiva gezielt eingesetzt, z.B. zur Angstlösung, bei Einschlafstörungen, im Rahmen der Erstbehandlung oder aber auch quasi in palliativmedizinischer Hinsicht.

Die Annahme, dass Antidepressiva überhaupt nichts mit ‚ruhig stellen‘ im Sinne von eben ‚Sedierung‘ zu tun hätten, ist also ganz sicher falsch - hat aber auch nicht so viel damit zu tun, was der Ursprungsposter mit seinem Rundumschlag offenbar diskutieren will. Da stehen ganz andere Medikamente im Vordergrund.

Ich hab noch
keine Depressiven gesehen, der Krawall macht. Das sind eher
die Aggressiven.

Aggressivität und Impulsivität ist durchaus ein mögliches Symptom der depressiven Erkrankung, insbesondere bei Männern.

E.T.

Hallo Flaschenpost,

ich hatte mit diesem Fach zu tun, habe es aber aufgegeben.

Es gibt auch be Depressiven durchaus ein Verhalten erhöhter Riskobereitschaft, sowie auch eine erhöhte Suizitgefahr.

Ich bezog mich damit auf das Originalposting (Depression/Suizid)

Noch weiter verschlimmert sich die Depression, wenn affektive Psychosen ( Manien)hinzukommen, der ständige Wechsel von Hochstimmung und Agressivität.

Das Feld der Depression ist weit gefächert.

In solchen Fällen wird sehr oft zu Ruhigstellenden Medikamenten gegriffen. ein wenig effektiver therapeutischer Ansatz.

Gruss
pue

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Danke! owt
.