Ein Problem ist doch, dass es durch den Haschkonsum die Psychose zum „Ausbruch“ kommt. Die Experten streiten darüber, ob es nur eine Beschleunigung einer eh vorhandenen Grundveranlagung für Psychosen / Schizophrenie ist oder aber durch die Drogen eine Psychose ausgelöst werden.
Meine klinische Erfahrung sagt mir, dass es einen unglückliche Gruppe von Jugendlichen gibt, die einfach extrem schlecht auf Cannabis reagieren. Das wird nicht allein die Menge sein und leider auch nicht allein das psycho-soziale Umfeld. Ich „glaube“, dass die sich schon von ihrer Veranlagung gegenüber den „Wochenendusern“ unterscheiden. Gerade weil sie eher eine Beruhigung statt ein Zudröhnen im Sinne einer Drogenwirkung haben.
Wie dem auch sei, Cannabis führt zu einer Entwicklungsverzögerung wobei dann Antriebsmangel bzw die Unfähigkeit sich unangenehmen Aufgaben zu stellen dazu kommen. Dies ähnelt sehr einer „Negativsymptomatik“ bei einer Schizophrenie (ist aber nicht identisch).
Psychotherapie ist wunderbar. Nur setzt diese voraus, dass auch ein Gespräch bzw. eine Aufnahme und Umsetzung des Gesagten möglich ist.
In einer Psychose gelingt dies nicht. Selbst ausserhalb der akuten Psychose sind die Patienten sehr labil, d.h. geringste Einflüsse könnten wieder zu Denk- und Wahrnehmungsstörungen führen.
Eine gute Pharmakotherapie würde hier die „Risikogrenze“ etwas begrenzen. Durch die neueren atypischen Neuroleptika wird die Stressempfindlichkeit bzw. die Wahrscheinlichkeit für das Abgleiten in eine Psychose deutlich vermindert. Nachteil ist aber, dass einige dieser Medis wiederum eher dämpfend wirken und damit die durch die Suchtproblematik bereits vorhandene Antriebsschwäche noch verstärken (z.B. bei Olanzapin = Zyprexa). Andere wie Risperidon (Risperdal) sind da zwar weniger stark, können aber auch leichter in höheren Dosierungen Nebenwirkungen aufweisen (und meine persönliche Erfahrung ist, dass gerade diese Patientengruppe stärker auf Nebenwirkungen reagiert). Vielleicht noch am ehesten zu empfehlen wäre Solian, das gerade bei so einer Antriebshemmung empfohlen wird. Aber so die ganz prallen Erfolge habe ich damit auch nicht gesehen…
Ich glaube, kaum ein Psychiater ist begeistert an diese Gruppe von Patienten Medikamente abgeben zu müssen, da sie meist die Tabletten nur sehr unregelmässig einnehmen werden. Wenn überhaupt… Und bei gleichzeitigem Haschischkonsum oder anderen Drogen ist dies schlicht sinnlos.
Aber allein durch Psychotherapie ist da kein Land zu gewinnen.
Ich habe gerade selber intensiv für einen Patienten nach Therapiemöglichkeiten bei Cannabis gesucht. Verdammt schwierig. Hasch ist echt übel für Jugendliche, auch wenn überall das Gegenteil behauptet wird!
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