Psychose?

hey ihr alle,

ich hätte mal ne frage hab schon viel gegooglet aber nichts gefunden, ich denke ich leide an einer psychose mache manchmal „eine komische art von selbstgespräch“, das heisst ich stelle mir leute vor, die ich nicht wirklich kenne, nur aus dem internet, und sehe sie bei mir und rede mit ihnen. auch wenn ich gerade nicht diese art des „selbstgespräches“ führe, fühle ich mich nie wirklich allein. könnt ihr mir helfen?

danke im vorraus,
violett

Hi Violett,

wenn du magst kannst du dir eine Psychose einreden. Wenn du nicht magst, dann kannst du dein Verhalten als normal einstufen.

Was meinst du wieviele Leute Selbstgespräche mit nicht daneben stehenden Menschen führen? Die meisten Menschen an denen du vorbei gehst führen gerade Gespräche mit herbeigesehnten Personen. Ob laut äussernd oder still & heimlich in Gedanken.

Nur die Phantasielosen kennen das nicht und würden dir jetzt eine Therapie empfehlen :wink:

Gruss

Hallo violett,

der Knackpunkt ist doch einfach, ob du in der Lage bist, diese Vorstellungen bewußt aufrufen zu können.

Soll heissen, kannst du steuern, wann und wie lange du abdriftest. Und ob du das im geeigneten Moment wieder abstellen und wieder auf den Boden der Realität zurückzufinden vermagst.

Gruß

Annie

hi,

deine schilderungen sind nicht eindeutig einer psychose zuzuordnen, selbstgespräche zu führen ist normal, sich leute vorstellen auch, mit ihnen reden, naja…, sich nie alleine fühlen ist vielleicht komisch, aber eins ist ganz ganz sicher unnormal:

wenn man sich so schlecht fühlt, dass man glaubt, man habe eine sehr schwere psychische erkrankung und dann im internet hilfe sucht, statt zum psychiater zu gehen.

Hallo Violett,

das geschilderte Verhalten hat mit einer Psychose erst einmal wenig zu tun. Allerdings ist der Krankheitswert nur zu beurteilen, wenn man die Ausprägung dieses Verhaltens kennt und weitere mögliche Symptome.
Falls die Gesprächspartner nicht nur vor dem inneren Auge, sondern tatsächlich gesehen werden, spricht das für einen Krankheitswert, allerdings nicht unbedingt für eine Psychose. Auch andere psychische Störungen gehen mit Halluzinationen einher.

Viele Grüße
Anja Wurm

Das klingt für mich nicht wirklich bedrohlich. Was hier schon gesagt wurde: Bedeutsam ist hier unter anderem, wie viel Kontrolle Du über diese „Dialoge“ hast. Kannst Du sie willentlich beenden? Und: Kannst Du zwischen realen Gesprächen mit tatsächlich anwesenden Personen und den Dialogen mit den vorgestellten Gesprächspartnern unterscheiden?

Wenn Dich die Angelegenheit aber ernsthaft beunruhigt, dann kannst Du zunächst zu Deinem Hausarzt gehen, ihm davon berichten und ihn fragen, ob er es für sinnvoll hält, Dich zu einem Facharzt für Psychiatrie zu überweisen.

Beste Grüße
Arbeyterson

Man muss erst einmal eine Psychose von einer Neurose unterscheiden. Und psychische Unterstützung von psychatrischer Unterstützung.

NEUROSE = Mit Gesprächen beim Psychologen zu heilen

PSYCHOSE = In der Psychatrie unter Anwendung von Medikamenten da es Neurobiologische Ursachen haben kann. Sprich Defekte bzw. Anomalien im Gehirn.

Jeder Mensch hat während seines Leben mehrere „psychische Störungen“ welche allerdings erst in einer extremen Ausprägung als Krank gelten.

Wenn Du allerdings das Gefühl hast, dass es über ein normales Maß hinaus geht, dann geh einfach mal unverbindlich zu Deinem Hausarzt und rede mit ihm. Er wird Dich vielleicht zu einem Psychologen (eine Art Lebensberater) verweisen. Dieser Fachmann kann dann genaueres Sagen.

Wenn Du allerdings viel Alleine bist und nur virtuellen Kontakt hast, dann kann dies eine Ursache für so etwas sein. Die Selbsthilfe-Lösung bestünde dann darin Dich selbst wieder in ein reales Umfeld einzugliedern.

Lieben Gruß und viel Glück
Sabrina

Hallo!

Man muss erst einmal eine Psychose von einer Neurose
unterscheiden. Und psychische Unterstützung von psychatrischer
Unterstützung.

Naja, das Spektrum der Neurosen ist innerhalb des Katalogs für psychische Störungen mittlerweile abgeschafft. Also bringt diese Unterscheidung eigentlich nichts. Zudem können beide Störungen neurologische Ursachen haben, werden beide u.U. medimenkatös behandelt und auch die psychotischen Störungen können mittels Psychotherapie behandelt werden (also auch durch Psychologen).

Jeder Mensch hat während seines Leben mehrere „psychische
Störungen“ welche allerdings erst in einer extremen Ausprägung
als Krank gelten.

Das kann schon alleine deswegen nicht sein, weil der Begriff „Krankheit“ durch den Begriff „Störung“ ersetzt worden ist und somit beide Begriffe eigentlich synonym verwendet werden - der eine ist nur im Zusammenhang mit dem psychischen bzw. psychiatrischem Spektrum veraltet. Wer eine psychische Störung hat, der würde automatisch als krank gelten.

Wenn Du allerdings das Gefühl hast, dass es über ein normales
Maß hinaus geht, dann geh einfach mal unverbindlich zu Deinem
Hausarzt und rede mit ihm. Er wird Dich vielleicht zu einem
Psychologen (eine Art Lebensberater) verweisen. Dieser
Fachmann kann dann genaueres Sagen.

Naja, ein Psychologe oder besser psychologischer Psychotherapeut ist eher kein Lebensberater, sondern vielmehr ein Spezialist um mittels gezielter Therapiemaßnahmen eine psychische Störung zu behandeln. Das ist ein Heilauftrag und der wird von den Krankenkassen auch übernommen. „Lebensberatung“ ist kein Bestandteil der sozialen Sicherungssysteme im Krankheitsbereich und sollte nicht zu deren Lasten erfolgen.

Lieben Gruß
Patrick

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Hallo Patrick! Vielen Dank für die aktuelle Aufklärung hier. Bei uns im Studium wird noch zwischen Neurosen/Psychosen unterschieden. Da Du aber scheinbar in diesem Bereich spezialisiert bist, denke ich dass Du recht hast. (Informative Konformität bei Experten) Ich selbst beschäftige mich hauptsächlich wirtschaftlich mit dem Thema Psychologie. (Markt-/Werbepsychologie) Wir haben psychische Störungen daher nur oberflächlich behandelt.

Des Weiteren ist mir natürlich klar, dass ein Psychologe (im wissenschaftslichen Sinn) kein Lebensberater ist. Allerdings ist der Begriff Psychologe oder Psychiater (ja auch hier wird unterschieden) für manche Menschen noch immer recht negativ besetzt. Da ein Psychologe aber hilft „das Leben“ (im weiteren Sinne) wieder in den Griff zu bekommen, fand ich es einfach netter. Auch als Psycho-Profi sollte man doch irgendwo Mensch bleiben! Nicht wahr?

Darf ich fragen wo Du studierst/studiert hast?

Lieben Gruß
Sabrina

Hallo!

Des Weiteren ist mir natürlich klar, dass ein Psychologe (im
wissenschaftslichen Sinn) kein Lebensberater ist. Allerdings
ist der Begriff Psychologe oder Psychiater (ja auch hier wird
unterschieden) für manche Menschen noch immer recht negativ
besetzt. Da ein Psychologe aber hilft „das Leben“ (im weiteren
Sinne) wieder in den Griff zu bekommen, fand ich es einfach
netter. Auch als Psycho-Profi sollte man doch irgendwo Mensch
bleiben! Nicht wahr?

Die negative Stigmatisierung des Berufs des Psychologen ist selbstverständlich ein sehr großes Problem - was sich ja auch in den Therapiesitzungen teilweise niederschlagen kann aber auch in der Therapiebereitschaft allgemein.

Ich bin aber nicht sicher, ob die Umschreibung als „Lebensberater“ hier tatsächlich Abhilfe schafft.

Ein Arzt hilft auch das Leben wieder in den Griff zu bekommen - aber hier würde niemand Lebensberatung assoziieren.

Und ich denke auch, dass es der Stigmatisierung von psychischen Leiden nicht zuträglich ist: wenn eine Schizophrenie nur eine Lebenskrise ist, die der Beratung bedarf, dann ist das nicht die Realität.

Ich denke vielmehr, dass die Ernsthaftigkeit solcher Erkrankungen nicht oft genug betont werden kann, schließlich ist Depression eine Krankheit die sehr vielen Menschen das Leben kostet. Eine Beratung ist hier nicht Problemlösend - die Dringlichkeit einer komplexen Behandlung sollte hier vielmehr betont werden. Die Prognose ist ja teilweise nicht besonders rosig.

Lieben Gruß
Patrick