Hallo,
ist es möglich mit einer entsprechenden Untersuchung (wie aufwändig) verdeckte Psychosen frühzeitig zu entdecken bevor diese richtig ausbrechen ?
Gruß
Max
Hallo,
ist es möglich mit einer entsprechenden Untersuchung (wie aufwändig) verdeckte Psychosen frühzeitig zu entdecken bevor diese richtig ausbrechen ?
Gruß
Max
Hallo,
ist es möglich mit einer entsprechenden Untersuchung (wie
aufwändig) verdeckte Psychosen frühzeitig zu entdecken bevor
diese richtig ausbrechen ?
leider nicht im Rahmen der Psychiatrie und klinischen Psychologie. So lange die definierenden Symptome von Psychosen (ich denke, Du meinst die Störungen des schizophrenen Formenkreis) nicht offen zu Tage treten, muß lege artis eine andere Störung diagnostiziert werden. Es ist allerdings richtig, daß sich in der Vorgeschichte von floriden Phasen (Wahn, Halluzinationen, Störungen des Ich-Erlebens) von Schizophrenien lange, teilweise jahrelange Phasen von Symptomatiken finden können, die nach Ausbruch der floriden Phasen berechtigterweise als Hinweise auf Schizophrenie interpretiert werden können. Leider kann man vorher aber nur Vermutungen anstellen.
Gruß,
Oliver Walter
PS: Falls jemand seriöse andere Informationen hat, wäre ich daran interessiert. Psychodynamische Spekulationen lehne ich bekanntermaßen aber ab.
Hallo,
gibt es bei der Krankheitgruppe keine Veränderungen, die z.B. im CT, EEG, EMG etc. dingfest gemacht werden können (kombiniert mit Tests, die den Patienten bestimmter Reize aussetzt) ?
Oder ist sowas erst nach Ausbruch der Krankheit sichtbar ?
Gruss
Enno
Hallo, Enno,
gibt es bei der Krankheitgruppe keine Veränderungen, die z.B.
im CT, EEG, EMG etc. dingfest gemacht werden können
(kombiniert mit Tests, die den Patienten bestimmter Reize
aussetzt) ?
Oder ist sowas erst nach Ausbruch der Krankheit sichtbar ?
Ja, Du hast Recht. Es gibt oft Auffälligkeiten bei bildgebenden Verfahren und auch in psychologischen Tests / Untersuchungen, wenn es sich um leibliche Verwandte von Schizophrenen handelt. Man findet auch oft neurologische „soft signs“. So werden Kinder von Schizophrenen z.B. auf solche Dinge untersucht (ich weiß nicht, wie häufig das gemacht wird und wie regelmäßig es geschieht). Aber das ist noch keine psychische Störung, geschweige denn Schizophrenie, weil diese Auffälligkeiten zum einen nicht der Art sind, daß sie mit erheblichem Leiden oder deutlichen Beeinträchtigungen in beruflichen oder sozialen Bereichen einhergehen, und zum anderen ist nur die Wahrscheinlichkeit erhöht, daß eine Schizophrenie ausbricht, es ist aber nicht sicher.
Wie gesagt ist es heute so, daß nach allen Regeln der Kunst eine Schizophrenie nur dann diagnostiziert werden sollte, wenn die in den Klassifikationssystemen aufgeführten Kriterien erfüllt sind. Andernfalls kann eine andere Störung diagnostiziert werden. Psychologische Tests und neurologische Untersuchungen tragen zur Einschätzung durch den Diagnostiker bei, reichen, wenn es sich um psychische Störungen handelt, aber nicht aus, um eine solche zu diagnostizieren. „Diagnostizieren“ im eigentlichen Sinn des Wortes können wir auch gar nicht, wir können nur klassifizieren, weil wir die Ursachen der Störungen noch nicht (genau) kennen.
Deshalb haben wir heutzutage v.a. beschreibende Klassifikationssysteme und nicht mehr auf Erklärungsmodellen beruhende. Früher wurde gerade mit der Diagnose „Schizophrenie“ viel Schindluder getrieben. In den 50er Jahren war die Auffassung in der Psychiatrie eher die, wie sie im Satz eines der damals führenden Psychiater zum Ausdruck kam: „Nur eine Spur von Schizophrenie ist Schizophrenie“. Das ist heute jedoch - Gott sei Dank - nicht mehr „Mainstream“-Meinung.
Gruß,
Oliver Walter