Psychosomatische Schmerzen

Hallo,
ich habe seit längerem ein Problem das mich langsam aber sicher verzweifeln lässt…
Ich bin jetzt 26 jahre alt und habe ständige Nackenschmerzen…
ich bin mir aber durchaus bewusst, dass diese nur durch meine Gedanken entstehen…
Organische Ursachen wurden schon ausgeschlossen.

Ich muss den ganzen Tag an diese Schmerzen denken und dadurch gehen diese auch nicht weg!
Das schlimme daran: ich komme nicht von diesen Gedanken los! Alles kreist bei mir immer nur um die Angst vor diesen Schmerzen!
Und ich habe große Angst! Angst, dass diese Schmerzen nie aufhören und noch schlimmer: ich meine Arbeit verlieren könnte, da ich mir besonders in der Arbeit diese Schmerzen einbilde…

Bekomme teilweise echte Panik vor diesen Gedanken, aber sie gehen nicht weg, das heisst die Schmerzen werden schlimmer, und je schlimmer die schmerzen, desto weniger komme ich von diesen Gedanken weg!

Das einzige was einigermaßen hilft ist ablenkung…
ich kann mich aber nicht pausenlos ablenken

und auch in der Arbeit funktioniert das nicht so recht.

ich habe schon einen termin bei einer psychologin und bei einer psychotherapeutin… aber die sind noch in weiter ferne, und ich kann bald einfach nicht mehr, und weiss nicht ob ich das solange durchhalte…

bin für jede Form von Rat überaus dankbar…

Hi.

Nun vielleicht hilf dir meine Erfahrung mit Schmerz.

Richtiger Zahnschmerz ist was bekanntlich heftiges.
Die Umstände als der mich erwischte haben einen Arztbesuch ausgeschlossen (andere Geschichte).
Mir war klar ich muss den selbst ziehen.
Nur allein der Gedanke steigerte den Schmerz.

Irgendwann erfasste mich so was was man Wut nennt.
Ich sagte, so du willst mir Weh tun. Na, dann zeig was du darauf hast.
In zehn Minuten hatte ich ihn raus.
Komischerweise hat sich der eigentliche Zahnschmerz während der Prozedur nicht gemeldet.

Gruß.

Balázs.

Moin,

ich habe keine Patentrezept, aber vllt. hilft Dir, wenn Du in der „Wartezeit“ was Gutes für/gegen Deine Nackenschmerzen machst: z. B. Ausgleichssport, Gymnastik, schwimmen odgl.

Damit hättest Du das Gefühl, was gegen die/wegen der Schmerzen zu unternehmen, wärst abgelenkt und profitiertest nebenbei von andere positive Auswirkungen des Sports . . .

Hallo Mr. Dodo,

da Du ja schon ganz sicher zu sein scheinst, dass Deine Schmerzen keine organische Ursachen haben, könntest Du ja jetzt in die Offensive gegen sie gehen. Versuche doch mal herauszufinden, welche Umstände den Schmerz eher verstärken und welche Umstände ihn eher verringern. Führe ein Schmerztagebuch (Vorlagen dafür gibt es im Internet, zum Beispiel hier: http://www.schmerzliga.de/dsl/download/Schmerztagebu…) und werte es aus.

Versuche, Kontrolle über den Schmerz zu bekommen.

Habe Mut, zu experimentieren, probier also einfach mal aus, was den Schmerz in irgendeiner Weise verändern könnte (Yoga, Schwimmen, Gymnastik, etc.). Unternimm möglichst viel mit anderen Leuten. Informiere Dich bei Deiner Krankenversicherung über Stressbewältigungs- bzw. Entspannungskurse (werden häufig auch an Volkshochschulen angeboten) und melde Dich zum frühestmöglichen Termin zu einem solchen Kurs an.

Viel Erfolg wünscht
Prokrustes

Hallo Dodo

Ich bin jetzt 26 jahre alt und habe ständige
Nackenschmerzen…
ich bin mir aber durchaus bewusst, dass diese nur durch meine
Gedanken entstehen…
Organische Ursachen wurden schon ausgeschlossen.

Oje, wer hat dir das denn eingeredet?
Nur weil keine harten Befunde vorliegen heißt das noch lange nicht, dass nicht irgendwelchen muskulären dysbalancen oder andere Muskel- und Bänderge3schichte vorliegen,d ie nicht so ohne weiteres objektiv erfassbar sind.
Die Gedanken sind beim Schmerz freilixch immer mitbeteiligt.

Ich muss den ganzen Tag an diese Schmerzen denken und dadurch
gehen diese auch nicht weg!
Das schlimme daran: ich komme nicht von diesen Gedanken los!
Alles kreist bei mir immer nur um die Angst vor diesen
Schmerzen!
Und ich habe große Angst!

Das ist ganz normal bei chronischen Schmerzpatienten. Darum entwickelt auch gut die Hälfte von denen eine depressive Begleitsymptomatik.
Unter uns gesagt, klingt das bei dir schon ein wenig danach.

ich habe schon einen termin bei einer psychologin

Diese würde ich an Deiner Stelle zunächst einmal gegen eine Überweisung zum Facharzt für Psychosomatische Medizin eintauschen. Gut auch möglich, daß dir der krzfristig einen Platz in einer Schmerzgruppe verschaffen kann.

Gruß,
Medizinmann

Hallo,

ich weiß ja nicht, inwiefern / von wem gesagt wurde, es gäbe keine organischen Ursachen. Ich glaube, ich persönlich würde das nochmal abklären lassen.

Aber: Ich bin leide seit über 20 Jahren an chronischen Schmerzen und nehme auch starke Schmerzmittel.

Bei starken Schmerzattacken (die in unregelmäßigen Abständen kommen) hilft bei mir persönlich auch nur Ablenkung: nicht mehr an den Schmerz denken, sich auf etwas konzentrieren.

Ich habe in einer Reha „Progressive Muskelentspannung nach Jacobson“ gelernt. Ich weiß, dass das nicht jedermanns Fall ist. In unserer Gruppe hat es jedoch vielen geholfen, sich abzulenken. Man konzentriert sich auf das An- und Entspannen bestimmter Muskeln. Vielleicht ist das auch was für dich?

Das ist kein Tip für jetzt gleich… aber bei mir haben 3-4 Sitzungen geholfen, dass ich es auch alleine durchführen kann. Vielleicht findest du ja in der Nähe jemanden, der kurzfristig Termine frei hat.

Wünsche dir gute Besserung!